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Frage MEDIEN FÜR BILDUNG

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  • Mathematik | Medien für Bildung

    Wissen für Grundschülerinnen und Grundschüler Lehrkräfte Eltern Mathematik: Angebot Mathematik Hier findest du interessante Aufgaben Blogbeiträge zur Mathematik Jahrgangsübergreifende Aufgaben Fibonacci Zahlen Ergebnisse von SchülerInnen Kassenzettel 00:00 / 00:23 00:00 / 00:28 00:00 / 00:58 Einmaleinstabelle zum Download

  • Das digitale Klassenzimmer | Medien für Bildung

    Das digitale Klassenzimmer - Ein Modellversuch zur Überwindung von Barrieren und Benachteiligung Aktuelles: Inzwischen habe ich mein Wissen umfassend erweitert und bleibe stetig im Lernprozess. Ich würde mit meinem jetzigen Wissensstand das digitale Klassenzimmer und Elemente daraus anders gestalten. Für die Zeit des ersten Lockdowns war die Idee und Methode neu, unerprobt und adäquat. Qualitätsmanagement und Evaluationsprozesse zeigen mir rückblickend, was zu verändern wäre und stetig in Veränderung bleiben müsste. Mir fehlt jedoch momentan die Zeit, den Modellversuch wissenschaftlich aufgearbeitet zu veröffentlichen. Daher bleibt er in der Erstfassung veröffentlicht. Die Weiterentwicklung meines Projekts ist ausdrücklich erwünscht. Zeitlicher Rahmen: 15.03.2020 - 24.06.2020 Start des Projekts: 15.03.2020 Teilnehmende: 3. Grundschulklasse und ihre Klassenlehrerin Veröffentlichung der Homepage: www.medienfuerbildung.com 25.03.2020 Öffnung des Klassenzimmers: 30.03.2020 Bisherige Erfahrungen: 42 Unterrichtstage tägliche Unterrichtszeit/Onlinezeit: 9.20 Uhr - 13.30 Uhr individuelle Sprechstunden für Eltern und SchülerInnen: nach Bedarf Team und Unterstützung: Schüler und SchülerInnen meiner dritten Klasse, Christiane Stricker (Klassenlehrerin), Ann-Christin Wilhelm (Grundschullehrerin), Christian Böhm (Vorsitzender des Schulelternbeirats), Anke Schmitz von Hülst (Stellvertretende Vorsitzende des Schulelternbeirats), weitere Eltern sowie pilotschulen.de zugehörige Publikation: Grundschule aktuell Heft 152 Videokonferenzen mit Drittklässern - Bericht auf https://www.news4teachers.de/2020/06/videokonferenzen-mit-drittklaesslern-in-der-coronakrise-ein-abenteuer-wie-sich-eine-grundschullehrerin-mit-ihrer-klasse-gemeinsam-den-digitalen-unterricht-erschloss/ Die Grundschule - Digitale Bildung/Gemeinsam durch die Corona Krise Heft August 2020 fächerübergreifende Projekte: Der Zauberlehrling - Ein Kurzfilm - veröffentlicht am 11.05.2020 https://www.medienfuerbildung.com/projekte Das digitale Klassenzimmer - Die Perspektive der Kinder - veröffentlicht am 18.05.2020 https://www.medienfuerbildung.com/die-perspektive-der-kinder kooperative Gruppenarbeit: Entdeckungen am Kassenzettel mit medial unterstützter online Kurzpräsentation - in Arbeit Wissensseite zu einheimischen Vögeln von SchülerInnen für SchülerInnen - im Entstehen https://www.medienfuerbildung.com/einheimische-voegel Naturentdeckungen - Wissensseite von GrundschülerInnen für GrundschülerInnen - im Entstehen https://www.medienfuerbildung.com/naturentdeckungen Inhaltsangabe: Zusammenfassung Zitate von SchülerInnen und Eltern Kurzfassung Projektvorstellung Begründung des Projekts Nachtrag Tagebucheinträge Pro und Kontra Liste (Kriterienorientierung an 6 Kompetenzbereichen der digitalen Welt) Ablauf eines Vormittags im digitalen Klassenzimmer Projekt DigiBits Wie starte ich das digitale Klassenzimmer? Ausblick Tagebucheinträge (Beim Klick auf Tagebucheinträge gelangen Sie zum aktuellsten Eintrag) Zusammenfassung: Distance Learning ist auch bei GrundschülerInnen möglich und aktuell zwingend nötig. SchülerInnen, Eltern und ich als Lehrkraft sind begeistert, die Kinder sind hochmotiviert und "voll dabei" (Zitat Schüler). Es ist ein wunderbares Projekt - lassen Sie sich inspirieren und mitnehmen auf eine Reise, an die ich bis vor wenigen Wochen selbst nicht glaubte. Barrieren und Ungleichheit werden abgebaut. Gemeinsames Lernen ist trotz Schulschließung und eingeschränktem Schulbetrieb möglich. Wir bleiben eine Lerngemeinschaft, arbeiten projektorientiert, fächerübergreifend und allseitig. Zeitgleich erlangen die Kinder Medienkompetenzen im Sinne der 6 Kompetenzbereiche der digitalen Welt laut Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.12.2016. In den letzten Wochen hat sich einiges verändert. Dank Pilotschulen.de ist unser Klassenraum datenschutzkonform, ermöglicht eine Reihe von unterrichtsrelevanten Zusatzfunktionen (Whiteboard, Upload von Dateien, direktes Abspielen von Filmen, Screensharing, Moderatorenfunktionen) und ganz wichtig: läuft stabil. Der Unterricht wird täglich evaluiert und didaktisch weiterentwickelt. Je mehr uns unterstützen, desto mehr Qualität ist zu erreichen. Noch finanziere ich den Modellversuch aus eigener Tasche, zukünftig wünsche ich mir, dass dies nicht mehr nötig sein wird. Zitate von SchülerInnen: "Frau Stricker, können wir das in den Ferien auch weitermachen?" "Frau Stricker, müssen wir schon aufhören?" "Frau Stricker, darf ich im Chat bleiben und euch weiter zuhören und mitmachen?" "Frau Stricker, kann ich online bleiben und kannst du mir bei Fragen helfen?" "Frau Stricker, können wir das auch weitermachen, auch wenn die Schule wieder normal weitergeht?" "Frau Stricker, darf ich länger bleiben, hast du noch eine Aufgabe?" "Frau Stricker, sehen wir uns hier in den Ferien?" "Danke, dass du für uns da bist." "Cool, ist ja fast wie in der Schule, nur besser, weil, da habe ich keinen eigenen Computer." "Frau Stricker, Computer bedienen ist doch ganz leicht." "Gut, dass du uns gezeigt hast, warum google nichts für Kinder ist, jetzt weiß ich wo ich gucken muss, wenn ich Fragen habe - auf den Kinderseiten - oder über deine Homepage." "Können wir uns auch am Wochenende verabreden?" Zitate von Eltern: "X hat sich auch gefreut, viele zu sehen und zu sprechen." "Mein Sohn fand´s auch super." "X war auch dabei. Auch x hat es viel Spaß gemacht." "Wir sind sehr froh an dem Projekt "virtuelles Klassenzimmer" teilnehmen zu dürfen. Wir empfinden es als große Bereicherung in dieser schwierigen Zeit." "Wir finden das virtuelle Klassenzimmer toll und x freut sich, dass x seine Mitschüler und seine Lehrerin sieht!" "X (und auch wir) findet das virtuelle Klassenzimmer super und wir als Eltern befürworten die Einrichtung und tägliche Nutzung der Videotelefonie." "Wir empfinden das virtuelle Klassenzimmer als Bereicherung und befürworten die Fortsetzung des Pilotprojektes." "Läuft das in den Ferien weiter? Ich finde es eine tolle Sache." "Vielen Dank für ihr Engagement und die Leidenschaft, mit der Sie sich der Bewältigung der für Eltern und Kinder schwierigen Situation widmen. Ihre Homepage ist phänomenal und sehr hilfreich. Am wichtigsten ist aus meiner Sicht aber das digitale Klassenzimmer. Es ist nicht nur für die Kinder eine Bereicherung, da es ein Stück Normalität bietet. Auch für uns Eltern bedeutet es eine große Unterstützung und vor allem den Schutz vor Überforderung. Wir sind Experten für unsere Kinder und kennen ihre Bedürfnisse. Selbstverständlich sind wir aber nicht in der Lage, Ihnen das notwendige Wissen zu vermitteln - wie sollten wir auch. Sie stehen uns unverändert tatkräftig und im aktiven Dialog beratend zur Seite... Dankeschön! Als zuständige Elternbeiräten der Klasse und Mitglied der Schulkonferenz unterstütze ich Sie uneingeschränkt. Dies gilt wie Sie wissen auch für die Mehrheit des Schulelternbeirats und insgesamt vier der fünf gewählten Elternvertreter unserer Schulkonferenz. Ich hoffe sehr, dass es uns gemeinsam gelingt, digitale Klassenzimmer an unserer Schule klassenübergreifend zu etablieren." Mein Projekt: (Kurzfassung) Am Montag, den 30.03.2020, startete das freiwillige virtuelle Klassenzimmer. Warum startete ich ein Projekt zum digitalen Lernen, obwohl ich aus voller Überzeugung Grundschullehrerin in realen Klassenräumen bin? Eine Vielzahl von Fragen und Hilfegesuchen brachten mich auf die Idee, eine neue Form des Miteinanders zu schaffen. Durch die Schulschließungen wurden wir alle (Lehrkräfte, Eltern, SchülerInnen, Schulämter, Ministerien usw.) gezwungen das pädagogische Handeln umzudenken. Trotz oder gerade weil die Schulen geschlossen sind, bleibt uns Lehrkräften die Verantwortung für unsere SchülerInnen. Wie kann man ihnen trotz des fehlenden Klassenraumes eine Möglichkeit des Austauschs und des Miteinanders bieten? Wie kann man Unterricht und pädagogische Begleitung gestalten, wenn man sich nicht real sehen kann? Wie kann man Eltern entlasten, die arbeiten müssen und sich auf unser funktionierendes Schulsystem verlassen? Ich begab mich also auf die Suche nach Antworten. Durch mein Schulmanagement Studium an der TU Kaiserslautern konnte ich Erfahrungen im Bereich der Medienpädagogik sammeln. Daher lag es nahe, mich in diesem Bereich umzuschauen. Zunächst schuf ich meine Homepage, welche ich mit Wissensangeboten füllte und stets weiter füllen werde, so dass ich auf einen Pool an Aufgaben zurückgreifen kann, die ich für GrundschülerInnen als sinnvoll erachte. Diese Homepage diente zunächst als Basis. Einige Eltern nahmen dieses Angebot rasch an und ich erreichte mit diesem Medium bereits am ersten Tag 7 von 15 meiner SchülerInnen. Es war mir nicht genug. Eltern trugen vielfältige Fragen an mich heran und es kristallisierte sich der Wunsch heraus, sowohl von Seiten der Eltern, als auch der SchülerInnen, in den direkten Austausch mit mir gehen zu können, so wie sie es auch sonst gewöhnt sind. In Kooperation mit einem Vater aus meiner Schule, dessen Kind nicht zu meiner Klasse gehört und welcher sich dennoch für mein Projekt einsetzt, entstand die Idee des Digitalen Klassenzimmers. Ich bekam ein Videotool an die Hand: jitsi meet. Dieses testete ich auf unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlichsten Personenkreisen. Nach erfolgreichen Testläufen und der Einverständniserklärung von allen Eltern, konnte das freiwillige Digitale Klassenzimmer starten. Aber warum spreche ich von einem freiwilligen Angebot? Ich möchte keine Barrieren aufbauen, sondern überwinden. Ich bin absolut begeistert von dieser Chance, mit den Schülern und Eltern in Kontakt zu treten. Ich denke, dass in einem virtuellen Klassenzimmer stattfinden kann, was Schüler und ggf. auch Eltern aktuell dringend benötigen: Kontakt und Austausch. Vielleicht kann es auch für Eltern Entlastung sein. Klar, mit Blick auf Barrieren, ist, dass ich nicht sofort für alle SchülerInnen auf diese Weise da sein kann. Hier schuf ich zunächst andere Zugänge: Telefonkontakt, Email, Blogbeiträge auf meiner Website, welche smartphonekompatibel sind. Wenn ich mein virtuelles Klassenzimmer nicht anbiete, nur weil ich nicht alle erreichen kann, benachteilige ich gleichzeitig alle Kinder, nicht zuletzt auch die, deren Elternhäuser die Voraussetzungen aktiv schaffen und umsetzen und die sich explizit diese Form der Kommunikation wünschen. Das sind alles Überlegungen, die ich in meine Angebote mit einfließen lasse. Haben Sie Vertrauen, dass ich mit Professoren der Inklusionspädagogik und Medienpädagogik vernetzt bin und allseitig an diesem Projekt arbeite, mit allen Facetten, die dazu gehören können, sollen und müssen. Es ist erst der Beginn der Reise auf dem Weg des Distance Learnings für GrundschülerInnen. Dieses Projekt zu evaluieren und zu professionalisieren ist mein oberstes Gebot. Selbstverständlich liegen mir die Einverständniserklärungen aller Teilnehmenden vor. Ich danke den Eltern für ihr Vertrauen und ihre wunderbaren Kinder. Danke an meine Klasse. Ihr seid spitze. Nachtrag: Auf die Zusammensetzung der Klasse kann ich leider aus Gründen des Datenschutzes nicht eingehen. Jedoch soviel vorweg: Ich kann die Sorge der Medien nicht teilen, dass Benachteiligung im Rahmen von digitalem Unterricht durch finanzielle Barrieren entstehen könnte. Meine Herangehensweise ermöglicht allen Haushalten mit einem Smartphone - und das sind aus meiner Erfahrung mittlerweile alle - an meinem Projekt teilzunehmen. Zudem haben wir mit einem Netzwerk von Lehrkräften und Eltern ermöglicht, dass jedes Kind ein Endgerät erhält, auch wenn es selbst keines zur Verfügung hat. Sicherlich gibt es Hürden, es ist nicht leicht alle zu erreichen. Aber diese Hürden begründen sich nicht in fehlender Technik, sondern eher in der Skepsis der Eltern oder vor allem der Lehrkräfte, da "digitales Lernen" bisher in den Schulen kaum oder gar keine Rolle gespielt hat. Aber auch in dieser Hinsicht habe ich die Erfahrung sammeln dürfen, dass Eltern sehr offen für alle medialen Ideen sind und keinesfalls vor den digitalen Medien zurückschrecken. Ganz im Gegenteit habe ich das Gefühl, dass Eltern sogar dankbar sind, wenn Pädagogen die Aufgabe der Vermittlung von Medienkompetenz übernehmen. Denn sollten nicht gerade LehrerInnen in der Lage sein, Lerninhalte kindgerecht anzubieten und zu vermitteln? Es liegt an mir als Pädagogin, ob und wie ich mich der Thematik nähere. Je offener ich ich bin, desto wahrscheinlicher wird es werden, die Inhalte in die Schulen zu bringen. Eins ist auf jeden Fall sicher: "Wir leben in einer Zeit, in der Kinder immer früher digitale Devices nutzen und laut Studien immer früher mit dem Internet in Kontakt kommen, sozialer Status wird auch über die Anzahl der Freunde in sozialen Internetangeboten, wie Facebook, gemessen und die sogenannten "digital Natives" haben ein immenses Interesse, digitales Wissen und Angebote zu konsumieren." (Quelle: Grundschule-digital.de) . Daher sehe ich es als meine pädagogische Aufgabe, meine SchülerInnen für die digitale Welt fit zu machen. Zugegeben geschieht dies gerade in einem "Crashkurs". Ich wünsche mir das auch anders. Aber die aktuelle Krise verlangt ein Umdenken in kürzester Zeit. Viele Lehrkräfte haben sich in den letzten drei Wochen mit unermüdlichem Einsatz für ihre SchülerInnen und deren Zukunft auf einen neuen Weg gemacht. Lassen Sie uns gemeinsam professionell die aktuelle Herausforderung angehen. Denn auch in Zukunft mit und ohne Krise wird es Kinder geben, die nicht am Unterricht teilnehmen können und die dankbar sind, wenn wir sie mithilfe medialer Unterstützung am Unterrichtsgeschehen teilhaben lassen. Das Wissen, das wir uns jetzt erarbeiten ist meiner Meinung nach zukunftsfähig: "Wir leben in einer Welt, die durch Digitalisierung geprägt ist." (Praxisleitfaden Medienkompetenz Hessisches Kultusministerium S.3). Grenzen - sozialer sowie geographischer Art - lassen sich überwinden, wenn sich bereits Kinder die Fähigkeit aneignen, sich kompetent und mit allen nötigen Handwerkszeugen in dieser Welt zu bewegen. Zu meinem Projekt: Das „Virtuelle Klassenzimmer" wird zum „Digitalen Klassenzimmer" Mein Projekt entstand aus dem Wunsch, einen Raum für meine SchülerInnen und mich zu schaffen, in welchem es Austausch, Miteinander und gemeinsames Lernen geben kann. Zunächst kreierte ich meine Homepage - eine Art Lernplattform für SchülerInnen, Eltern und Interessierte. Informatives für Eltern, aber auch ein Blog, welches Lernangebote für SchülerInnen bereitstellt, sind auf der. Homepage zu finden. Die Wissensangebote wurden sehr schnell angenommen. Jedoch stellte sich heraus, dass meine SchülerInnen sich auch nach Austausch sehnten und zwar nach einem Austausch, welcher für sie selbstständig umzusetzen ist. Hieraus entstand die Idee des virtuellen Klassenzimmers. Das virtuelle Klassenzimmer ist im Grunde ein Webkonferenzraum, dessen Kennung nur meinen Schülerinnen und ihren Eltern bekannt ist und von welchem ich Administrator bin. So kann ich auf jedwede Störung aktiv reagieren und intervenieren. Täglich bin ich für ca. 3 1/2 Stunden live in diesem "digitalen Raum", ähnlich der Situation im realen Klassenraum. Die SchülerInnen treffen sich mit mir in einer Morgenbesprechung. Wir bearbeiten Aufgaben, stellen Fragen und im Anschluss an den Vormittag reflektieren wir diesen im Rahmen eines Abschlussmeetings und sichern Lerninhalte. Ich stelle den Kindern Zeiten in Kleingruppen oder Einzelchats zur Verfügung, wo ich auf individuelle Bedürfnisse eingehen kann. Innerhalb von nur drei Tagen erreichte ich mit diesem Klassenraum 13 von 15 Schülern. In meine Vorüberlegungen ließ ich mit einfließen, dass es große Hürden technischer Art geben könnt. Daher habe ich eine smartphonekompatibel Lösung gesucht. Auch meine Website ist hierauf konzipiert. Diese Kriterien lagen mir sehr am Herzen, um möglichst für alle Kinder auf diese Weise zur Verfügung stehen zu können, da alle Elternhäuser meiner SchülerInnen über Mobiltelefone verfügen. Tagebuch: Tag 1 - Virtuelles Klassenzimmer 30.03.2020 Heute startete ich mit meiner dritten Klasse das virtuelle Klassenzimmer. 7 von 15 Kindern nahmen spontan am Projekt teil. Es gab eine Vielzahl von "technischen Herausforderungen", die sich aber sehr schnell gemeinsam beheben ließen. Die Kinder erschlossen sich die Technik unglaublich schnell. Es ist faszinierend, wie intuitiv der Umgang für Kinder zu sein scheint. Ich fertigte eine Pro und Kontra Liste an (unter Berücksichtigung der 6 Kompetenzbereiche der digitalen Welt aus dem Praxisleitfaden Medienkompetenz - Bildung in der digitalen Welt ), da mir zu jedem Zeitpunkt Lernzuwachs, Evaluation und Weiterentwicklung wichtig ist. Es ist ein Pilotprojekt. Auch nach intensiver Recherche habe ich kein vergleichbares Projekt in meinem Umfeld finden können. Daher verfolge ich - zum Projekt selbst - noch zwei weitere Ziele: Austausch mit anderen, die Ähnliches tun und Verbreitung meiner Idee für diejenigen, die ebenfalls daran Interesse haben. Hier stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Pro und Kontra Liste des ersten Tages - 30.03.2020 (Kriterienorientierung an Kompetenzbereiche der digitalen Welt) Pro: Anknüpfen an realen Unterricht möglich: Fragen stellen und Antworten geben, Vertiefung von Inhalten, Erschließung neuer Themen (6.2 Medien in der digitalen Welt verstehen und reflektieren ) mit Hilfe medialer Unterstützung, individuelle Zuwendung im Einzelchat oder in kleinen Gruppen möglich. Abläufe, die Schüler aus dem Unterricht kennen, bewähren sich im Chat: bspw. Morgenkreis zur Tagestransparenz - Regeln, ähnlich wie im Sitzkreis aus dem Unterricht (2.4 Umgangsregeln kennen und einhalten ) selbstständiges Erarbeiten von Inhalten nach einer gemeinsamen Einführung, Reflexion über Lernerfolg und Hürden, Besprechung von Lösungsmöglichkeiten Austausch mit Schülern und Eltern ähnlich dem realen Unterricht: Klärung individueller Fragen, Desktop-sharing durch Lehrkraft ermöglicht Unterstützung jeglicher Art, z.B. Erklärung meiner Webseitenfunktionen und Möglichkeiten sowie Hilfe bei technischen Herausforderungen (5.1 Technische Probleme lösen ) Schüler vernetzen sich im Chat: der Austausch der Schüler untereinander ist gewährleistet, die sich seit Tagen nicht gesehen haben und mit Hilfe des Videochats sehen können (2.1 Interagieren mithilfe verschiedener Kommunikationsmöglichkeiten: Videochat, Chat, Email ) - psychologisch, emotionale Vorteile - Gemeinsamkeitsgefühl - wir sind hier als Klasse zusammen (2.5 An der Gesellschaft aktiv teilhaben ). Hilfreich ist die Nutzung einer Lernplattform - ähnlich meiner Homepage -, die in das virtuelle Klassenzimmer eingebunden werden kann. Es können, um einige Beispiele zu nennen: Aufgaben gestellt (1.1 Suchen und Filtern ) , Aufgaben auf die Bildschirme projeziert werden (2.2 Teilen von Dateien, Informationen und Links ), Filme gezeigt, Hörspiele gespielt, diktiert, oder es kann sogar das Tandemlesen umgesetzt werden. Man kann mit den Kindern Aufgaben vergleichen, Aufgaben gemeinsam besprechen (1.3 Auswerten und Bewerten sowie 1.3 Speichern und Abrufen ), Probleme klären (3.3 Rechtliche Vorgaben beachten ), vor allem in Bezug auf die Bedeutung von Urheberrecht und geistigem Eigentum sowie das Beachten der Persönlichkeitsrechte und im Grunde den bekannten Unterricht aus der Schule fortsetzen. Kontra: technische Ausrüstung nicht bei allen vorhanden - Abhilfe jedoch durch Mobiltelefone möglich, die den größten Teil der Funktionen übernehmen können, so sollten fast alle Kinder erreicht werden können Es bedarf einer Struktur, einem Zeitplan, um sich mit den Schülern zu verabreden, um allen gerecht zu werden (Ich habe diesen Punkt bei Kontra aufgenommen, da es zunächst eine Hürde ist. Es lässt sich aber schnell Abhilfe schaffen, wenn man beispielsweise einen Zeitplan (siehe mein Beispiel) erstellt). Fazit: Distance Learning steckt in unseren (Grund-)Schulen noch in den "Kinderschuhen". Es ist vielfältiges Potential erkennbar, daher lohnt sich jede Form der Anstrengung für die Kinder und ihre Bedürfnisse. Die zwei wichtigsten Bedürfnisse aktuell sind der Austausch und das Miteinander. Beides findet sich im virtuellen Klassenzimmer. Vielleicht kann es auch punktuell eine Entlastung für die Eltern sein, da sie in der Zeit des virtuellen Unterrichts ihre Kinder alleine mit ihrer Lehrkraft arbeiten lassen können, ohne sich permanent kümmern zu müssen. Das hingegen können nur die Eltern selbst beantworten. Die Voraussetzung hierfür ist eine funktionierende technische Ausstattung. Danke an alle Eltern, die es ihren Kindern ermöglichen diesen Weg mit mir zu gehen. Wir bewegen uns in deutschen Grundschulen in Bezug auf Distance Learning noch auf Neuland, in anderen Ländern ist diese Form des Unterrichts bereits gängige Praxis. Lernen wir von anderen, teilen Erfahrungen und kommen miteinander weiter, für unsere Schülerinnen und deren Zukunft in einer digitalisierten Welt. Auch heute bin ich wieder auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Erzählen Sie mir, was ihr Kind zum heutigen virtuellen Klassenzimmer berichtet hat. Wie war es für ihr Kind, für Sie als Eltern? Ich danke für das Feedback, das ich erhalten habe. Es war durchweg positiv. Das freut mich sehr, denn so erhalte ich Bestätigung für die sehr zeitintensive Arbeit, die es bedarf, um für die Schüler auf diese Art und Weise da sein zu können. Tag 2 - Virtuelles Klassenzimmer - 31.03.2020 Die höchsten Hürden wie z.B.: "Welchen Knopf muss ich drücken?" "Wo ist das was, das Browserfenster?" "Bei mir geht das nicht... Ich höre nichts." "Ich kann nichts sehen...." "Was ist ein Blog?" uvm. sind bei den meisten überwunden. Die Kinder werden zunehmend selbstständiger im Umgang mit der Technik. Ab morgen beginne ich mit einem Morgenkreis und einer gemeinsamen Startaufgabe, die an alle Kindern gerichtet sein wird. Daran anschließend erkläre ich den Kindern im Einzelunterricht noch vorhandene technische Hürden, oder ich treffe mich mit den Schülern in Kleingruppen zum individualisierten Austausch. Ich habe einen Plan erstellt, wann welche Kinder online sein sollen. Zum Ende der Onlinezeit treffen sich nochmals alle zum Tagesabschluss. Wir werden klären, ob sie mit ihrer Aufgabe gut zurechtgekommen sind, ob es Fragen oder Probleme gab und wie wir morgen weiter arbeiten werden. Durch meinen Plan erhoffe ich mir sicherzustellen, dass ich für alle Kinder Zeit habe und auf individuelle Bedürfnisse eingehen kann. Morgen evaluiere ich meinen Unterricht erneut und werde weitere Verbesserungen vornehmen. Die Kinder durften sich heute Partner für ihre Onlinezeit wünschen, da sie sich im Anschluss an das gemeinsame Arbeiten mit ihrem Wunschpartner unterhalten dürfen. Es hat sich gestern und heute gezeigt, dass dies in der Isolation, in der sich die Kinder aktuell befinden, als sehr hilfreich für den Sozialkontakt erweist. Die Kinder hatten großen Spaß am Austausch untereinander und mit mir und waren sehr motiviert. Die Aufgaben aus meinem Blog erweisen sich als hilfreiche, vielleicht sogar notwendige Unterstützung während des Onlineunterrichts, deshalb werde ich morgen und in den kommenden Tagen weitere Blogeinträge verfassen, um auf einen Pool an Aufgaben zurückgreifen zu können. Ehrlicherweise, vielleicht aber auch weil ich noch keine Erfahrung mit dieser Form des Unterrichts habe, ist es sehr anstrengend. Aus diesem Grund kann ich Lehrkräfte verstehen, die sich der Thematik eher zögerlich nähern oder sogar eine ablehnende Haltung zeigen.Ich denke aber, dass es einfacher wird, wenn man Routine bekommt und auf Erfahrungen von Lehrkräften zurückgreifen kann, die sich bereits auskennen und als Multiplikatoren eingesetzt werden. Morgen wird es weitergehen, dann werde ich wieder berichten. Tag 3 - Virtuelles Klassenzimmer - 01.04.2020 13 von 15 Schüler waren online - sind die Barrieren wirklich so groß wie manche befürchten? Mir erscheint es umsetzbar, zumal ich in meine Vorüberlegungen habe mit einfließen lassen, dass alle Eltern meiner Klasse über Mobiltelefone verfügen und daher die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Meine Schüler waren heute hoch motiviert, alle haben ihre Aufgaben, die ich während des Chats besprochen habe, erledigt und mir im Abschlusskreis vorgezeigt oder per Email zugesandt. Dies motiviert mich sehr, mein Projekt weiter voranzubringen. Wenn man tatsächlich nach dem Arbeitsaufwand schaut, muss ich feststellen, dass dieser seit Schulschließung 7 Tage die Woche bei 15 - 18 Stunden liegt. Zukünftig werde ich diese Intensität selbstverständlich nicht aufrecht erhalten können. Aber für den Anfang erschien es mir nötig, schnell eine Möglichkeit des Miteinanders zu schaffen. Fazit des Tages: Bei einer großen Anzahl sich gleichzeitig im Chat befindlicher Kinder ist es nötig, dass die Teilnehmer sich auf "stumm" schalten, solange sie nicht sprechen, denn ansonsten können sehr unangenehme Störgeräusche entstehen. Die Schüler lernten heute die Meldefunktion kennen: wer etwas sagen möchte, meldet sich. Dies ist ein den Schülern bekanntes Ritual. Ich kann darauf zurückgreifen, weil ich in der realen Unterrichtszeit auf dieses Verhalten achte, um respektvolles, achtsames Miteinander zu gewährleisten. Auch, vielleicht sogar noch mehr als im realen Klassenraum ist freundlicher, respektvoller Umgang nötig. Es bedarf Disziplin, sich zurückzunehmen und zu warten bis man an der Reihe ist. Auch bedarf es von den Kindern die Fähigkeit, Instruktionen anzunehmen und umzusetzen. Es zeigen sich weitere Hürden, die nicht im Miteinander von Eltern, Schülern und mir zu suchen sind. Auf diese möchte ich hier aus vielerlei Gründen nicht eingehen. Nur so viel: Es verlangt Rückgrat und Durchhaltevermögen auf dem Weg der Neuerung, denn es ist mit viel Gegenwind zu rechnen, dem es standzuhalten gilt. Das kostet viel Energie, die ich gerne für mein Projekt, anstatt dagegen einsetzen möchte. Tag 4 - Virtuelles Klassenzimmer - 02.04.2020 Auch heute schreibe ich weiter fleißig Tagebuch zu meinen Erfahrungen im virtuellen Klassenzimmer. Ich berichte über Gelungenes und Verbesserungswürdiges sowie das Überwinden technischer Hürden. Über die Struktur meines "Unterrichts" werde ich ebenfalls schreiben, denn ich denke, dass dies für andere, die gleiches tun, vielleicht hilfreich sein könnte. Warum gibt es in meinem "Virtuellen Klassenzimmer" eine Struktur? Wie im realen Klassenraum so auch im virtuellen, benötigen die Kinder einen strukturierten Ablauf. Das gibt Sicherheit und verhilft zu einem geregelten Ablauf. Welcher Struktur folge ich? Die Eltern erhalten von mir am Tag zuvor einen Zeitplan, aus welchem sie ersehen können, wann sich ihr Kind einloggen soll, um am Chat teilzunehmen. Alle Kinder loggen sich zunächst für einen gemeinsamen Einstieg ein. Im Folgenden stelle ich einen Vormittag exemplarisch dar: Ablauf eines Vormittags im "Virtuellen Klassenzimmer": "Digitaler Morgenkreis“: Zieltransparenz und Einführung des Tagesthemas Ich stelle den Kindern den Ablauf des Unterrichtstages vor. Im Anschluss besprechen wir ein gemeinsames Einstiegsthema - heute war das: Wie fühle ich mich heute. Ich nutze hierfür vielfältige mediale Unterstützung, heute waren das Gefühlskarten, die ich per Screensharing allen Kindern auf ihre Geräte duplizierte. Aufgabe im Plenum für alle: Vermittlung von Inhalten Die Aufgabe erledigen die Kinder im Anschluss an meine Erklärung in Einzelarbeit zu Hause, gemeinsam mit mir in Kleingruppen oder im Eins-zu-Eins-Chat. Heutige Aufgabe: Schaue dir den Mathematikfilm: Die rätselhafte Zahlenjagd von Löwenzahn an. Folgende Fragen galt es zu beantworten: Welche Matheaufgaben kommen im Film vor? Wie wurde das Rätsel gelöst? Schreibe die Aufgaben auf. Kannst du sie lösen? Einzelchats oder Kleingruppen - individuelle Förderung Während dieser Zeit arbeite ich mit den Schülern individuell nach ihren Bedürfnissen. Das kann sehr unterschiedlich sein, ganz so wie in der Schule auch. „Digitaler Abschlusskreis“: Sicherung von Inhalten Wir sprechen über die Aufgaben, stellen Lösungswege vor und reflektieren über das statt gefundene Lernen am Vormittag. Gelungenes: Das Digitale Klassenzimmer ähnelt dem realen. Bisher, so bilde ich mir ein, konnte ich für jedes Kind individuelle Zeit aufbringen. Zum einen wird dies möglich sein, da ich die SchülerInnen mit ihren Stärken und Schwächen bereits aus dem realen Unterricht gut kenne, zum anderen liegt es daran, dass ich individuelle Chatzeit vergebe, ganz nach den jeweiligen Bedürfnissen des Kindes. Manche profitieren von Zeit mit mir alleine, andere brauchen den Austausch mit ihren Mitschülern. Die Kinder können sich gegenseitig Aufgaben erklären, sich miteinander beratschlagen und gemeinsam Lösungswege finden - eben ähnlich wie im realen Klassenraum auch. Der strukturierte Vormittag mit meinem vorgegebenen Zeitplan erweist sich als geeignetes Mittel, um Lerninhalte zu vermitteln, Lösungswege zu finden und zu reflektieren. Technische Hürden: Es ist aus mehreren Gründen nötig, täglich den Klassenraum über jitsi neu zu generieren. Hieran muss man denken, ansonsten kann man sich nicht mehr einloggen und das stört den Ablauf, verunsichert die SchülerInnen und lässt die Planung scheitern. Evaluation: Jeder Unterrichtstag wird von mir evaluiert. Dies geschieht zum einen durch mich selbst, zum anderen erhalten die Eltern und Kinder täglich die Möglichkeit Verbesserungsideen, Wünsche oder Anregungen zu äußern. Meine Erfahrungen und die von Eltern und Kindern lasse ich in meine Weiterarbeit für den nächsten Tag einfließen. So ist sichergestellt, dass Fehler behoben werden und Verbesserungen greifen können. Projekt "DigiBits - Digitale Bildung trifft Schule Heute habe ich mich mit den fünf Prinzipien für den sicheren digitale Unterricht des gemeinnützigen Vereins "Deutschland sicher im Netz" beschäftigt. Der Verein steht unter der Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Das Projekt "DigiBits - Digitale Bildung trifft Schule" hat anlässlich der bundesweiten Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus Lehrerinnen und Lehren aktuelle Tipps und Empfehlungen zur sicheren digitalen Unterrichtsgestaltung gegeben. Auf diese fünf Prinzipien möchte ich kurz eingehen, da meine Vorüberlegungen zu meinem Projekt diesen sehr ähnlich waren. 1. Lernplattformen der Schulbehörde oder der Medienzentren der Länder nutzen. Ich habe meine eigene Lernplattform/Blog (www.medienfuerbildung.com ) erstellt, damit gewährleistet ist, dass die Inhalte pädagogisch durchdacht und geprüft sind. Dies muss nicht jeder Lehrer tun, dient aber dazu, sicherzustellen, dass die SchülerInnen nur mit kerncurriculakonformen Inhalten konfrontiert werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass Lehrkräfte auf bereits existierende Lernplattformen der Schulbehörde zurückgreifen. In Hessen ist das für Grundschüler beispielsweise: Mauswiesel. Mir war es wichtig, dass ich mich selbst, wie auch während der Präsenzschule, mit den zu vermittelnden Lerninhalten und Aufgabenformaten und -stellungen beschäftige. Deshalb ist mir mein Blog mit den Aufgaben für die SchülerInnen auch so wichtig. Mir ist klar, dass nicht jeder Lehrer über die Fähigkeit verfügt, sich eine eigene Lernplattform zu schaffen. Es wird zukünftig auch nicht nötig sein, wenn es uns jetzt gelingt gute, pädagogisch sinnvolle Lernplattformen zu schaffen und flächendeckend zu verbreiten. Dazu ist jetzt dringend nötig, sich zu vernetzen und die Erfahrungen, die jetzt alle in diesem Bereich sammeln, zu einem Wissen zusammenzufügen. Ich habe mir dieses Wissen mithilfe meines Masterstudiengangs: Schulmanagement und autodidaktisch erarbeitet, vernetze mich mit Wissenschaftlern, suche mir professionelle Unterstützung und lerne täglich dazu. Gerne stehe ich als Multiplikatorin zur Verfügung. 2. Lernmanagementsysteme (LMS) Meine Homepage dient als Lernmanagementsystem. Es wäre auch denkbar Moodle oder ähnliches einzusetzen. Zukünftig könnte es sinnvoll sein, den Schulen ein einheitliches System zur Verfügung zu stellen, damit nicht jeder das Rad neu und selbst erfinden muss. Dies dient der Ressourcenschonung und schützt vor Überforderung. 3. Datenschutz beachten Dieser Punkt liegt mir besonders am Herzen. Gerne stehe ich für datenschutzrechtliche Fragen zur Verfügung. Meine SchülerInnen müssen zu keiner Zeit Informationen (Email, Anschrift, Telefonnummer) über sich preisgeben, um mit mir in Kontakt zu treten. Dies gewährleistet die Wahrung des Datenschutzes. Die Eltern sind umfassend informiert und zudem habe ich das Einverständnis aller Eltern zur Beteiligung ihrer Kinder. 4. Werbefreiheit gewährleisten Ich nutze keine kommerziellen Tools. Ich möchte Werbefreiheit sicherstellen, auch dies ist ein Grund für meine selbst erstellte Homepage. 5. In-App-Käufe beachten Da ich lediglich zwei Apps nutze, die meiner Homepage (Wix) und die von Jitsi, ist sichergestellt, dass es keine Kostenfallen gibt. Beide Anbieter sind kostenfrei. Für weitere Informationen können Sie sich gerne auf der Seite von Deutschland sicher im Netz und News4teachers informieren. Klicken Sie auf die jeweiligen Institutionen, sie gelangen direkt zu deren Homepages. Für heute verabschiede ich mich aus meinem Tagebuch. Viel Freude beim Lesen. Ich freue mich über jegliche Form des Feedbacks. Tag 5 - Digitales Klassenzimmer - 03.04.2020 Der fünfte Tag des online Klassenzimmers neigt sich dem Ende. Die wichtigste Neuerung des Tages ist meine Begriffsänderung: aus virtuell wird digital. Ich finde es passender mein Projekt als "Digitales Klassenzimmer" zu bezeichnen. Daher habe ich heute die Umbenennung vorgenommen. Was gibt es zu berichten? 13 von 15 Schülern nahmen mein Angebot in Anspruch. Mein "digitales Klassenzimmer" stößt auf rege Beteiligung. Ich bin stolz auf meine SchülerInnen, die in wenigen Tagen ihre verwendete Technik sehr kompetent bedienten. Am vergangenen Montag waren alle SchülerInnen noch auf intensive Unterstützung angewiesen. Heute, gerade einmal 5 Tage später, waren fast alle Kinder alleine fähig, ihre individuelle Technik (Smartphone, Laptop, Tablet) zu bedienen. Es herrschte über alle Tage hinweg Disziplin und eine hohe Aufmerksamkeit. Störungen kamen so gut wie keine vor. Selbst das Grimassenschneiden, das zunächst für manche reizvoll war, hörte schnell auf. Meine Erfahrung zeigt, dass digitales und reales Klassenzimmer ähnliche Regeln benötigen. Ein paar wichtige Skills möchte ich an dieser Stelle nennen: Die Kinder müssen daran gewöhnt sein, sich zu melden, wenn sie etwas sagen möchten. Mithilfe meines genutzten Tools Jitsi ist dies problemlos möglich, da es eine Meldefunktion gibt. Die Stummschaltung muss beim allen Kindern aktiviert sein, solange sie nicht sprechen, um Störgeräusche zu minimieren. Wenn die Kinder aus dem Unterricht gewohnt sind, sich gegenseitig zuzuhören, dann gelingt es im digitalen Klassenzimmer auch. Falls Kinder stören, ist es für den Administrator mithilfe des Tools möglich, einzelne Kinder aus dem Chat zu verweisen, die sich selbstverständlich wieder einloggen können, aber schnell merken, dass es für die Klasse kontraproduktiv ist, wenn man sich so verhält. Dies sei nur am Rande erwähnt, da sich jede Lehrkraft ihre eigenen Strategien entwicklen wird, um ein sinnvolles Lernklima zu schaffen - ganz wie im realen Klassenzimmer auch. Heute folgte mein digitales Klassenzimmer einem ähnlichen Ablauf wie dem gestrigen, da sich dieser bisher als bewährt erweist. Daher gehe ich auf diesen nicht besonders lange ein. Die Morgenbesprechung im Plenum diente der Thementransparenz für den Tag. Eine Feedbackrunde am Ende des Tages sicherte Lerninhalte und ermöglichte Fragenklärung. Die Zeit dazwischen nutzte ich für individuelles Lernen und Eingehen auf spezielle Bedürfnisse der Kinder. Die Möglichkeit sich auch außerhalb der von mir vorgegebenen Zeitplanung einzuloggen, falls sich Fragen ergeben, wurde von mehreren Kindern während des Vormittags in Anspruch genommen. Eine Zeitplanung für den nächsten Tag erstelle ich immer direkt im Anschluss an den Vormittag, um pädagogisch auf die Bedürfnisse der Schüler zu reagieren. Ich stelle sicher, dass jedem Kind ähnlich lange online Zeiten zugeteilt werden und achte auf passende Schülerkonstellationen (wie im realen Unterricht auch). Meinen digitalen Unterricht plane ich jeweils im Anschluss an die Präsenzzeiten (9.50 Uhr - 13.30 Uhr), hierbei überlege ich mir passende Lerninhalte und stelle geeignete Medien zusammen. So kann der darauffolgende Online - Tag beginnen. Ich bin sehr erfreut über das positive Feedback der Eltern. Bisher habe ich 100 Prozent Zustimmung erhalten (siehe Zitate von SchülernInnen und Eltern). Wie starte ich eigentlich das "digitale Klassenzimmer"? Im Grunde ist der technische Background eine Videokonferenz. Die Schaltung dieser ist sehr einfach, es sind keine besonderen technischen Kenntnisse erforderlich. Für meinen digitalen Klassenraum habe ich mich für den Einsatz der Videokonferenz-Software "Jitsi" entschieden: https://jitsi.org/ Jitsi bietet einige Vorteile, die es für den Einsatz an einer Grundschule besonders attraktiv machen: * Jitsi ist ganz einfach zu bedienen! * Es ist kein Konto und keine Registrierung erforderlich. Niemand muss Daten wie Name oder E- Mail-Adresse preisgeben * Jitsi ist kostenlos * Die Anwendung ist webbasiert - das Programm wird im Browserfenster ausgeführt. Es ist keine Software-Installation erforderlich. * Jitsi ist ein etabliertes Open-Source Community Projekt mit vertrauenswürdiger Datensicherheit. * optional ist eine App für alle gängigen Smartphones und Tablets verfügbar. Dies erhöht die Reichweite und ermöglicht auch Familien, die nur ein Smartphone oder Tablet und z.B. kein Notebook zur Verfügung haben, am Virtuellen Klassenzimmer teilzunehmen. Die Erfahrung zeigt, dass jede Familie mindestens ein Smartphone hat. Eine gemeinsame Konferenz kann gestartet werden, in dem mehrere Teilnehmer den gleichen Link aufrufen, beispielsweise https://meet.jit.si/MeineKlasseAnMeinerSchule , wobei der letzte Teil des Links frei wählbar ist. "Google Chrome" oder "Chromium" sind besonders gut für diese Videokonferenz geeignete Browser. Chromium lässt sich kostenlos herunterladen: https://chromium.woolyss.com/download/de/ Internet-Anbindung: Die Geschwindigkeit der Netzanbindung ist eher unkritisch, praktisch jede kabelgebundene Anbindung ist geeignet. Vorsicht lediglich bei Mobil-Tarifen, da die Videokonferenz je nach Tarif das Datenvolumen erschöpfen könnte. Rechner oder Smartphone? Grundsätzlich genügt ein Smartphone als Endgerät, um an der Videokonferenz teilzunehmen. Am besten geeignet sind Notebooks, hier genügen auch ältere Modelle. Sofern kein Rechner vorhanden ist, kann bereits für geringes Geld ein gebrauchter Rechner beschafft werden. Die Verwendung allzu alter Geräte kann zu schechter Bildauflösung und Ruckeln führen. Meinen Dank richte ich an einen sehr engagierten Vater, der mich in vielfältiger Weise tatkräftig unterstützt und welcher mir für Fragen stets zur Verfügung steht. - DANKE! - nur gemeinsam lassen sich solche Projekte verwirklichen. Ich möchte noch auf ein paar grundlegende technische Hinweise eingehen, die ich während des Digitalen Klassenzimmers sammeln konnte: Nutzung von Headsets Falls die Lehrkraft ein Headset verwendet (für die Tonqualität der Zuhörer sehr zu empfehlen), muss beim Screensharing darauf geachtet werden, dieses auszustecken. Vergisst man es, wird den SchülerInnen der Ton nicht übertragen. Für Technikversierte sicherlich selbstverständlich, für mich war es das nicht. Zur Nutzung von jitsi: tägliche Neugenerierung eines Raumes Die tägliche Neugenerierung eines Raumes erweist sich als doppelt sinnvoll: Zum einen scheint es technische Probleme seitens jitsi zu geben, wenn man den Link mehr als 24 Stunden nutzt, zum anderen ist die Sicherheit des Raumes gewährleistet. Wir treffen uns nie mehr als einmal in einem Raum. Dies trägt dazu bei, dass sich der virtuelle Aufenthaltsort nicht verbreitet. (Schlagworte: Datenschutz, Sicherheit im Netz usw.) Falls die Kinder einen falschen Link für den Chatraum verwenden, gelangen sie nicht in ihren "Klassenraum" und warten vergebens auf ihre Lehrkraft. Daher sollte eine weitere Verbindung zu den Schülern sichergestellt sein, die unabhängig vom Chatraum ist, um eventuell auftretende Probleme lösen zu können. Mich haben Eltern und Schüler unterstützt, die "verirrte" Kinder zurückholen und in den richtigen Raum lotsen. Auch ist sichergestellt, dass ich zumindest einige Eltern über Email oder Mobiltelefone in Kenntnis setzen kann, falls technische Probleme auftreten. Ausblick: Ich bin trotz vielfältiger Hürden (Datenschutz, Aufwand, Widerstand) 100 % überzeugt von meinem Projekt und hoffe, dass sich engagierte Lehrkräfte finden, die ähnliches ausprobieren. Ich kann diesen Unterricht absolut empfehlen, da er die sich aus der aktuellen Situation ergebenen Bedürfnisse der Kinder befriedigt. Falls die Schulen nach den Osterferien noch geschlossen sein sollten, werde ich mein Projekt weiter fortführen: Meine Klasse und ich sind ein Team - mit oder ohne realen Klassenraum. Bis dahin werde ich Barrieren minimieren, meine Homepage mit guten Lerninhalten füllen, nach guten medial geeigneten Materialien recherchieren, Kriterien festlegen und mich weiter professionalisieren. Das Projekt geht weiter: ich vernetze mich mit Wissenschaftlern aus Medienpädagogik, Sonderpädagogik und Grundschuldidaktik und erhoffe mir so vor allem didaktische Weiterentwicklung - für alle SchülerInnen, Ihr Lernen und ihre Bedürfnisse. Sprechen Sie mich an, gerne gebe ich meine Erfahrungen weiter und unterstütze bei pädagogischen sowie technischen Fragen. Ihre Frau Stricker Update: 19.04.2020 Das Digitale Klassenzimmer geht morgen weiter. Meine dritte Klasse hat die Zugangsdaten und ihren Plan für Montag 20.04. erhalten. Die Ferien habe ich genutzt, um die Homepage zu erweitern, Lehrfilme für Mathematik und Deutsch zu erstellen, Online geeignete Aufgaben zu erstellen, mich weiter zu vernetzen. Diese Projekt macht viel Arbeit. Ich hoffe sehr, dass zukünftig Wege gefunden werden, um die vielfältigen Erfahrungen, die laut aktueller Umfrage 27 Prozent der Lehrkräfte mit digitalem Lernen im Rahmen der Schulschließungen bisher sammeln konnten, zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Die SchülerInnen brauchen das Lernen, ihren Rhythmus, das Miteinander, sich messen, den Kontakt zu anderen Kindern, die Beziehung zu ihren Lehrkräften. Wir müssen es schaffen Ihnen zumindest einen kleinen Ersatz für die reale Schule zu bieten. Ich bin zuversichtlich und weiß, dass es viele kreative Köpfe gibt, die Konzepte erarbeiten können, die zukunftsweisend sind. Tag 6 - 20.04.2020 - des digitalen Klassenzimmers ist vorüber. Heute hatten wir einige technischen Schwierigkeiten. Ich weiß leider nicht woran es lag. Eigentlich begann alle prima, die Kinder (13 von 15) loggten sich in den Videochat ein, doch einige verloren ihren Zugang und konnten sich auch nicht wieder einwählen. Ich habe daraufhin mit den übrig gebliebenen Kindern (Hälfte der Klasse) meinen geplanten Unterricht gehalten. Als die ersten Kinder in die Arbeitsphase entlassen werden konnten, generierte ich einen neuen Zugang, den ich an die Eltern verschickte. Ich traf mich mit der zweiten Hälfte der Klasse eine Stunde später als zunächst geplant. Leider hat dies meinen vorbereiteten Unterricht durcheinandergebracht. Aber auch hierfür fand sich eine Lösung. Es gibt immer wieder Herausforderungen, auf die schnell eine kreative Lösung gefunden werden muss. Stets flexibel zu bleiben ist von Nöten. Zum Glück habe ich sehr engagierte Eltern, die sich vielfach helfend einbringen. So werden wir sicher routinierter. Jetzt schon ist klar, dass wir gemeinsam eine Menge Kompetenzen erlangen und die Kinder sich immer mehr Wissen aneignen, um sich den Herausforderungen des Distance Learning zu stellen. Morgen werde ich weiter berichten. Ich freue mich darauf. Tag 7 digitales Klassenzimmer - 21.04.2020 13 von 15 Kindern haben heute teilgenommen. Wie bereits gestern schon kämpften einige Kinder mit technischen Schwierigkeiten. Frei nach dem Motto: "Try and error" taste ich mich täglich neu im Dschungel des Unbekannten weiter voran. Nicht nur die Kinder, sonder vor allem ich lernen täglich dazu. Was bis vor wenigen Wochen noch unvorstellbar war, ist nun Realität. Mein Unterricht und der Zugang zu den Kindern geschieht digital. Wir klären Dinge, die die Kinder beschäftigen, wir beantworten Fragen und finden gemeinsam Antworten. Ich plane Unterricht... der dann aber doch irgendwie anders abläuft, als meine erdachte Struktur es vorgesehen hat. Aber das macht nichts. Wir sind füreinander da und versuchen die Situation so zu nehmen wie sie ist, mit allen Höhen und Tiefen. Zwei Schüler sind inzwischen in der Notbetreuung. Für diese biete ich zusätzliche Videochatzeit an, um auch Ihnen das gleiche Angebot zuteil werden zu lassen, wie den anderen, die vormittags am Digitalen Klassenzimmer teilnehmen. Auch nach der Ersteuphorie, uns zu sehen und zu genießen, dass die Isolation zumindest ein kleines bisschen mit Hilfe der Technik überwunden werden kann, bin ich beeindruckt vom outcome. Nach wie vor muss ich auf Ungeplantes reagieren und kreativ mit Problemen umgehen. Ich wünschte mir einen Chatraum, der für die Kinder selbstständig zu betreten ist und stabil läuft. Immer wieder verliere ich Kinder. Wir finden dafür zwar Lösungen, doch würde ich mir zukünftig wünschen, dass kein Kind aufgrund technischer Herausforderungen verloren geht. Meine SchülerInnen meistern inzwischen solche Situationen souverän. Sie wissen, dass sie es später noch einmal versuchen müssen, sie suchen sich Hilfe bei ihren Eltern oder bekommen einen neuen Chatraum von mir genannt, in dem wir uns zur späteren Uhrzeit wieder treffen. Ein Chatraum, welcher es ermöglicht, dass die Kinder mir ihre Ergebnisse schicken, mir situativ etwas aufschreiben und zusenden und das vor allem für GrundschülerInnen selbstständig zu bedienen ist, wäre wunderbar. Ich bin gespannt, was wir als Klasse weiter erleben. Meine SchülerInnen erscheinen mir sehr dankbar. Für heute mache ich Schluss. Morgen sehen wir uns als Klasse wieder. Ich freue mich darauf. Tag 8 digitales Klassenzimmer - 22.04.2020 Der Unterricht nimmt immer mehr Form an. Heute nahmen 12 von 13 Kindern teil. Auch SchülerInnen, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen müssen, erhalten von mir das Angebot, im Anschluss an ihre Betreuungszeit, sich mit mir im Chat zu treffen. Dies wird gerne angenommen. Im Unterricht besprechen wird die erledigten Aufgaben und reden über die zukünftigen, für den Folgetag. Ich habe das Gefühl, dass dies eine große Hilfe für die Kinder darstellt und für die Eltern eine Entlastung bedeutet. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass ich den Zugang zu den Kindern nicht verliere, ihre Lernhaltung und Lernergebnisse sehe und beurteilen kann. So kann ich, wenn der Unterricht im realen Klassenraum wieder startet, direkt an mein pädagogisches Handeln anknüpfen. Meine Homepage dient weiterhin als Lernplattform im Hintergrund. Hier stelle ich unter anderem die von einer Kollegin und mir erstellten Videos online, die als Wissenssicherung ihren Nutzen finden. Heute habe ich mit den Kindern über diese Lernvideos gesprochen. Einstimmig fanden die SchülerInnen die Filme als sehr gute Unterstützung für ihr Lernen. Sie wünschen sich weitere Videos, um sich selbstständig mit den Lerninhalten vertiefend zu beschäftigen. Da die Videos jedoch sehr zeitaufwendig sind, wird es während der Unterrichtszeit maximal jeden dritten Tag einen neuen Film geben können. Zeitlich ist es wohl leider nicht möglich mehr zu produzieren. Die Videos erweisen sich trotz des Zeitaufwandes als große Hilfe. Sie können von vielen SchülerInnen, nicht nur meinen, geschaut werden. Es scheint großen Bedarf an Lehrfilmen zu geben. Aus diesem Grund werden eine Kollegin und ich uns vertiefend mit der Thematik beschäftigen. Der heutige Unterricht verlief sehr strukturiert. Ich besprach Beispielaufgaben, führte in ein neues Thema ein (Sinnesorgane: Haut) und sicherte Lerninhalte. Fragen der Kinder konnten, soweit ich das beurteilen kann, alle geklärt und beantwortet werden. Insgesamt waren die SchülerInnen sehr fleißig und produktiv. Das Lernpensum ist überraschend ähnlich wie im realen Unterricht. Das ist erstaunlich. Beeindruckend finde ich, dass die meisten Kinder eine sehr gute Einstellung zum Lernen haben und selbst inzwischen sehr strukturiert vorgehen. Sie nutzen die Möglichkeit, während ihrer eigenaktiven Arbeitsphase, zu mir in den Chat zu kommen, um Ungeklärtes zu erfragen. Hierdurch wird das weitere selbstständige Arbeiten und Üben möglich. Ich bin stolz auf meine SchülerInnen, dass sie (trotz sozialer Isolierung von ihren Peer Gruppen), sich so zugewandt und mit positiver Haltung auf das neue Lernen einlassen. Ich vermisse die Kinder. Dennoch ist der Weg, den wir gerade gemeinsam gehen, lohnenswert und vielleicht stecken wir andere an, die dies auch versuchen, der Kinder wegen. Aber auch für mich als Lehrerin ist es ein wunderbares Gefühl, die glänzenden Kinderaugen zu sehen, die mit Freude in die Kamera schauen und ihr Bestes geben. Wunderbar, dass es euch gibt. Morgen sehen wir uns wieder. Ich freue mich darauf. Tag 9 digitales Klassenzimmer - 23.04.2020 12 von 15 SchülerInnen waren dabei. Der Unterricht folgte meiner geplanten Struktur. So langsam haben wir uns als Klasse in das digitale Lernen eingearbeitet. 14 Tage Ferien hatten kurzzeitig dazu geführt, dass wir ein paar technische Hürden überwinden mussten, die sich aber lösen ließen. Im Morgenkreis führte ich ein neues mathematisches Thema ein. Gemeinsam fanden die Kinder heraus, dass der Impuls wohl Schulwege von Kindern darstellte. Wir wandelten km in m um und lernten, die Strecken in Stellentafeln einzutragen. Mit Hilfe der Programme auf meinem Rechner lässt sich sehr schnell vieles erklären, was im Klassenraum ohne technische Hilfsmittel so nicht möglich ist. Ich war auch heute wieder begeistert von der Konzentration der SchülerInnen. Im Regelunterricht sind sie viel abgelenkter, als sie das momentan sind. Inhaltliche Probleme kläre ich mit den Kindern im Einzelunterricht oder in Kleingruppen. Ich bin gespannt, was morgen bringt. Geplant habe ich einen Wochenabschluss und eine Feedbackrunde. Weiterhin möchte ich morgen gerne Schülerwünsche für die kommende Woche sammeln und meinen Unterricht darauf abstimmen. Letztlich geht es um die Lernerfolge der Kinder. Je mehr ich auf ihre Bedürfnisse eingehe, desto motivierter sind sie. Tag 10 digitales Klassenzimmer - 24.04.2020 13 von 15 SchülerInnen haben heute teilgenommen. Ein typischer Tag im digitalen Klassenzimmer: Um 7.30 Uhr beginne ich mit den Unterrichtsvorbereitungen. Ich schreibe meine Vorlagen, die ich den Kindern später im Unterricht zur Verfügung stellen werde (Tagesablauf, Aufgabenvorbereitung ) , ich recherchiere nach geeigneten Medien, drucke meine Tagesstruktur aus, lese mir nochmals die Notizen vom Vortag durch und strukturiere meinen geplanten Unterricht. Ab 9.30 Uhr logge ich mich in meinen Chatraum ein, in welchem ich um 10.00 Uhr meinen Unterricht starte. Der Grund, warum ich bereits eine halbe Stunde eher im Raum bin, ist darin zu suchen, dass einige Schülerinnen dort bereits vor dem Unterrichtsstart eintreffen und sehr vielfältigen Quatsch machen. Ich möchte im Chatraum die Aufsicht führen, deshalb bin ich bereits frühzeitig zugegen. Zukunftsweisend könnte man hier Abhilfe schaffen, wenn es ein Tool gäbe, in welchem keine vorzeitige Einwahl möglich ist. Ab 10.00 Uhr begrüßen wir uns. J edes Kind wird einzeln angesprochen. Diese Ritual erweist sich als sehr hilfreich, um wahrgenommen zu werden, das Gefühl zu haben, eine Rolle zu spielen und dazuzugehören. In dieser Phase überprüfe ich auch die Vollzähligkeit der SchülerInnen. Im Anschluss besprechen wir, welcher Tag heute ist und reden über die Tagesagenda, die ich den Kindern vorstelle. Zieltransparenz wird hergestellt. Die Kinder wissen, was auf sie zukommt, was von ihnen erwartet wird. Alle drei Hauptfächer bekommen täglich einen Platz. Wir sprechen über mathematische Inhalte, lösen gemeinsam Aufgaben, erarbeiten ein neues Thema. Fächerübergreifende Aufgaben und Kunstprojekte werden ebenfalls während der Online Zeit erklärt, vorgestellt und Aufgaben hierzu erteilt . Die Kinder haben bereits Steine bemalt, sie als Symbol für unser Miteinander an die Schule gelegt. Aus Klopapierrollen haben sie beispielsweise ein fantastisches Gebäude gebaut. Wir beschäftigten uns mit Rechtschreibung, schreiben Geschichten, lesen uns diese vor, singen Geburtstagslieder für Geburtstagskinder. Themen der Kinder greife ich auf, binde sie in meinen Unterricht ein. Die Medienkompetenz erweitern steht täglich auf unserem Lehrplan. Hierzu stelle ich den Kindern immer neue Aufgaben, lasse sie sich gegenseitig erklären, wie man zu welchen Informationen kommt und was man dafür tun muss. Meine Lehrfilme, die ich für die SchülerInnen erstelle, dienen als Kurzimpulse oder der Wiederholung. Die Kinder empfinden die von mir erstellten Filme als sehr unterstützend. Ich sehe großes Potential darin und würde mir wünschen, dass es in Zukunft einen Pool solcher Materialien geben wird, auf welchen ich zurückgreifen kann. In den ersten 1,5 Stunden des Digitalen Schulalltags ist der Unterricht geprägt vom Erarbeiten von Inhalten. Im Anschluss an diese Zeit gehen die Kinder in die Phase des selbstständigen Arbeitens. Die Aufgaben bekommen sie in der Einstiegsphase in den ersten 1,5 Stunden . Ich stehe auch in den kommenden 1,5 Stunden für die SchülerInnen zur Verfügung, falls sie Fragen haben, Unterstützung benötigen oder einfach nur mal reden wollen. Nach dieser "freien Arbeitszeit" treffen wir uns zur Ergebnissicherung alle wieder. Wir klären Stolperstellen, sprechen über die Aufgaben, stellen Lösungswege vor und verschaffen uns einen Überblick über den Vormittag. Wie zufrieden warst du mit deiner heutigen Arbeit? Die Kinder haben hierauf meist eine sehr selbstkritische Sicht. Ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen meiner SchülerInnen. Sie sind sehr konzentriert und überaus nah am Lernen. Das ist faszinierend und zeigt mir, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind. Die SchülerInnen schicken mir die Aufgaben per Mail als Foto zu. So verschaffe ich mir zusätzlich zum "Präsenzunterricht" einen guten Überblick über die Leistungen der Kinder. Ich korrigiere die Ergebnisse und schicke sie per Mail mit Feedback an die Kinder zurück. Im Grunde läuft der normale Unterricht weiter. Selbst Sport, Kunst und philosophische Themen sind ein Teil unseres neuen Alltags. Allseitiger Unterricht - wenn auch mit Distanz - und doch nah am Kind. Der Schulalltag in finnischen Schulen ähnelt meinem Handeln. Es ist auch bei uns möglich, man muss es bloß wollen. (https://m.tagesspiegel.de/berlin/um-neun-uhr-gibt-es-den-ersten-videochat-homeschooling-in-berlin-und-finnland-ein-vergleich/25737678.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fm.facebook.com%2F&fbclid=IwAR24bDJb1lJ1iL91mZcZuPD6DYMR6XkMnPfAEMf1WcEH5Z1l2JFYVrz2WOI) Für heute soll es genug sein. Morgen widme ich mich den vielen Aufgaben, die heute vor lauter Chats, Elterngesprächen, Emailbeantwortung, Vor- und Nachbereitung, Evaluation und Konzeptanpassungen liegen geblieben sind. Ich freue mich darauf. Jeder Tag ist ein Gewinn. In der kommenden Woche plane ich für meine SchülerInnen eine Umfrage zum digitalen Unterricht. Auf die Ergebnisse bin ich schon jetzt sehr gespannt. Tag 11 und 12 digitales Klassenzimmer - 27.04./28.04.2020 13 von 15 Schülern nahmen teil. Die beiden letzten Tage fasse ich aus Zeitgründen zusammen. Im Grunde folgt der schulische Vormittag einem festgelegten Ablauf. Wir starten mit einer Begrüßung, schaffen Tagestransparenz und erarbeiten uns neue Inhalte. Fragen des Vortags werden beantwortet. Wir feiern Geburtstage, indem wir dem Geburtstagskind ein Lied singen. Dies ist ein Ritual, welches auch im realen Klassenraum stattfindet. Wegfallen muss leider das "Hochgehobenwerden" durch vier SchülerInnen. Dies ist digital nicht umzusetzen. Dennoch haben wir gemeinsam viel Spaß. Das Lernen folgt einem verlässlichen Rhythmus. Dies schafft Sicherheit. Die SchülerInnen sind weiterhin hoch motiviert. Störungen, die es im realen Unterricht gibt, kommen im digitalen Unterricht nicht oder anders vor. Ein paar Mal wurde ich von einem Kind aus dem Chat geworfen, ob das mit Absicht oder aus Versehen geschah, habe ich nicht klären können. Ein Tool, in welchem ich nur Moderationsrechte habe, würde Abhilfe schaffen. Daher hoffe ich sehr, dass es dies irgendwann geben wird. Jitsi ist toll, hilft uns zur Zeit auch sehr, aber ein kinderfreundliches Programm wäre hilfreicher. Mein Traum wäre es, ein Programm zu haben, das es auch ermöglicht die SchülerInnen zu sehen, während ich meinen Bildschirm teile. Auch wünschte ich mir, ein digitales Whiteboard einsetzen zu können, welches ich für den online Unterricht verwenden kann und auf welchem ich Schreibrechte für die Kinder einräumen könnte. Die Möglichkeit, dass die Kinder ihre Ergebnisse auf meinen PC laden können, wäre auch fantastisch. Ich denke, dass diese Wünsche technisch sicherlich umzusetzen wären. Jedoch habe ich bisher mit keinem IT Fachberater sprechen können, um zu klären, ob dies technisch zu realisieren ist. Zusammenfassend kann ich festhalten, dass sich Unterrichtsalltag einstellt. Die Kinder sind souverän im Umgang mit der Technik und widmen sich ihrem eigenen Lernen. Kleine Lerngruppen haben sich bereits gebildet. Auch wird sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Es ist faszinierend anzuschauen, mit welcher Leichtigkeit sich die Kinder an die neue Situation angepasst haben. Mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass diese Form des Unterrichts besser ist, als mit den Einschränkungen, die man ihnen auferlegen müsste, wenn wir die Schulen aktuell öffnen würden. Die Kinder und Lehrkräfte sind in einem geschützten Raum. Psychische Belastungen durch notwendige besonderen Verhaltensweisen wie: "nähert euch nicht, haltet Abstand voneinander, wascht euch die Hände permanent und ständig, hustet nicht ohne euch den Arm vor das Gesicht zu halten, niest am besten gar nicht und vor allem bleibt mit Distanz voneinander weg, auch von den Lehrkräften", entstehen erst gar nicht. Wenn ich es zu entscheiden hätte, würde ich mit meiner pädagogischen Brille sagen, dass diese Form des Unterrichtens anhalten sollte, bis die Schulen wieder in gewohnter Weise öffnen können. Alles andere finde ich für die Kinder nicht zumutbar. Die Gewöhnungsphase zur Umstellung auf digitalen Unterricht hat bei meiner Klasse ca. 5 Tage gedauert. Hiernach war zunehmend richtiger Unterricht möglich. Wenn sich weitere Lehrer trauen würden, diesen Schritt zu wagen, würden einige Probleme erst gar nicht entstehen. Zukunftsweisend hoffe ich, dass Lehrkräfte ausgebildet werden oder sich selbst weiterbilden, um guten digitalen Unterricht planen und umsetzen zu können. Es ist möglich, zumindest temporär. Meine eigene Weiterbildung besteht vor allem im Selbststudium, aber auch im Besuch von Webinaren, um mein Wissen im Bereich des digitalen Unterrichtens bestmöglich zu erweitern. Webinare zum digitalen Unterricht werden in vielfältiger Weise angeboten. Liebe Lehrkräfte, nutzt diese Möglichkeiten. Für heute soll es genügen. Morgen sehe ich meine SchülerInnen in lieb gewonnener digitaler Weise wieder. Ich freue mich auf sie. Bis morgen. Tag 13 und 14 digitales Klassenzimmer - 29.04./30.04.2020 An beiden Tagen erreichte ich 12 von 15 Kindern. Ein Kind ist erkrankt, ein Kind in der Notbetreuung und ein weiteres erreiche ich nur per Post. Nächste Woche werden voraussichtlich wieder 14 von 15 meiner SchülerInnen dabei sein. Wir sind inzwischen tiefer ins Lernen eingestiegen. Diese beiden Tage dienten aus pädagogischer Sicht dem Blick auf Kompetenzerweiterungen. Die Kinder erweitern täglich ihre digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, indem sie per Mail, Chat und Videokonferenz mit mir und untereinander kommunizieren. Es ist erstaunlich, wie selbstständig alle Kinder nach nunmehr 3 Wochen digitalem Unterricht mit diesen Medien umgehen. Mein bisheriger Regelunterricht hat diese Kompetenzen eher stiefmütterlich behandelt. Umso mehr bin ich froh, dass wir gemeinsam diesen Weg des Lernens für uns als Klasse gefunden haben. Die Verhaltensregeln für die digitale Unterrichtszeit haben wir gemeinsam erarbeitet. Die Kinder fanden heraus, was für den Unterricht störend ist und was hilfreich sein könnte. Durch dieses Vorgehen ist es möglich, sich mit den Regeln zu identifizieren und die Sinnhaftigkeit von diesen Regeln zu erfahren. Ethische Prinzipien wurden berücksichtigt. Der Umgang miteinander ist höflich, respekt- und vertrauensvoll. Die gesammelten Erfahrungen innerhalb des Videochats und während des gemeinsamen Lernens geben die SchülerInnen an ihre MitschülerInnen weiter. Die Kinder stellen Fragen und erklären sich Aufgaben gegenseitig. Wir beachten Persönlichkeitsrechte, sprechen über das Recht am eigenen Bild und haben herausgefunden, was Urheberrecht und Nutzungsrechte bedeuten. Es ist längst kein einseitiger Unterricht mehr, sondern er ist vielfältig und allseitig. Das macht das Lernen so spannend. Die SchülerInnen haben in dieser Woche Berichte über ihr digitales Klassenzimmer geschrieben. Ich werde die Berichte nun korrigieren. In der kommenden Woche schreiben die SchülerInnen die Berichte nochmals in ihrer schönsten Schrift auf. Es wird ein Buch aus der Sicht der Kinder entstehen, in welchem sie über ihr neues Lernen und das Miteinander erzählen. Einige emotionale Momente begleiteten mich, als mir bereits einige SchülerInnen ihre Werke vorlasen. Danke ihr Lieben, ihr seid die Besten. In der kommenden Woche werden wir den Zauberlehrling aufnehmen. Aus den Stimmen und gezeichneten Bildern der Kinder wird ein Film entstehen, produziert im digitalen Klassenzimmer mit Hilfe von unterschiedlichen Medien. Ich möchte zeigen, dass vieles möglich ist, wenn man den Mut dazu hat, sich einlässt auf die neue Situation und die Möglichkeiten kreativ nutzt. Die Wochenpläne für die kommende Woche sind erstellt. Die Kinder haben ihre Materialien bereits erhalten. Der Lernplan ist digitalisiert in einem Padlet zusammengefasst. Zur Zieltransparenz habe ich den SchülerInnen eine Lernlandkarte (https://de.padlet.com/christianestricker/mi5brbhovv5u) erstellt. Hieraus erschließen sich die Lernziele für die Woche. Am Ende der Woche werden sich die SchülerInnen selbst einschätzen. Wir werden über die Ergebnisse sprechen, darüber nachdenken, ob die Arbeitseinstellung zufriedenstellend ist oder ob daran gearbeitet werden muss und falls ja wie. Aus diesen Eindrücken planen wir die sich anschließende Woche. Ich freue mich schon jetzt auf das Buch über das digitale Klassenzimmer und den Zauberlehrling. Beides werden wir online zur Verfügung stellen. Tag 15 digitales Klassenzimmer - 04.05.2020 Teilnehmende: 13 SchülerInnen und ich Leider war unser heutiger Schultag von einer technischen Barriere überschattet. Für mehr als 5o Minuten gelang es mir nicht, meine SchülerInnen zu hören. Untereinander konnten sich die Kindern verständigen. Dies führte dazu, dass wir sehr kreativ mit dieser Herausforderung umgingen. Teilweise schrieben die Kinder ihre Fragen auf und hielten sie in die Kamera, teils schrieben sie in den Chat, teils stellten sie sich gegenseitig ihre Fragen oder ließen die Fragen durch Klassenkameraden aufschreiben. Mit einem vernünftigen, stabil laufenden Tool wären diese Hürden schnell überwunden. Trotz der Probleme widmeten wir uns dem Unterricht. In dieser Woche wird es vor allem um unser Buch: Das digitale Klassenzimmer aus der Sicht eines Schülers/Schülerin gehen und um den Zauberlehrling, den wir verfilmen wollen. Die Bilder sind in Arbeit, die Kinder sind hierbei sehr kreativ und haben begonnen, die schwierigen Sätze aus der Ballade zu lesen und zu lernen. Zudem werden wir uns mit Größen: Geld und dem Rechnen mit Geld beschäftigen. Für die Wochentransparenz erhielten meine SchülerInnen eine Lernlandkarte, die sie über ihr Padlet abrufen können. Durch diese Zieltransparenz erhoffe ich mir, dass die Kinder einen Überblick über ihre Lernziele behalten und falls sich Probleme ergeben, diese ersichtlich werden. Heute muss ich einfach auch mal Frust loswerden. Meine eigenen Kinder erfahren gerade wenig erfreulichen Unterricht. Sie werden ziemlich alleine gelassen mit ihrem Lernen. Es findet kein digitaler Unterricht statt, jedoch gilt es eine Flut von Arbeitsblättern zu erledigen und sich neue Inhalte selbstständig zu erschließen. Dies ohne jedwede zielführende pädagogische Zuwendung. Dies führt zur totalen Überforderung, zumal die Kinder sozial isoliert sind und ihren gewohnten Hobbys nicht nachgehen können. Liebe Lehrer, getraut euch in den Videochat, unterrichtet eure SchülerInnen digital und seid für sie da. Es ist unglaublich wichtig für die Entwicklung. Meine Kinder leiden sehr darunter, dass sie zum einen derart alleine gelassen sind und zum anderen sehen, wie ihre Mama sich für andere Kinder einsetzt. Es ist möglich für eure SchülerInnen unterstützend da zu sein, jedoch reicht es leider nicht, Emails zu beantworten, zu warten, bis euch die SchülerInnen Aufgaben mailen und mit der Flut an Aufgaben überfordert sind. Offene Aufgaben, die das entdeckende Lernen fördern sind sinnvoll. Auch Gruppenarbeiten sind möglich, hier helfen eine Vielzahl von Tools: Etherpad, Padlet, Mentimeter usw. Täglich gibt es die verschiedensten Webinare, die die Kreativität der Lehrkräfte fördern und fordern. Mediale Möglichkeiten sind unwahrscheinlich vielfältig und hilfreich. Es gibt wunderbare Ideen, man muss sie nur umsetzen. Mit diesen Worten beende ich meinen Arbeitstag. Vielleicht schwappen Ideen zu anderen Lehrern über. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Tag 16 digitales Klassenzimmer - 05.05.2020 Teilnehmende SchülerInnen: 13 Unser täglicher Begleiter ist: technisches Problem. Verwunderlich finde ich dies jedoch nicht, da Jitsi ein kostenfreies Angebot ist. Mein Headset ist für das Tool, mit gleichzeitig mehr als 10 "eingeloggten" Kindern, leider auch nicht mehr zu verwenden. Die Kinder würden mich zwar hören, ich sie aber nicht, was für sinnvollen Unterricht durchaus unbrauchbar ist. Es liegt definitiv nicht an der Hardware, das habe ich inzwischen mehrfach überprüfen lassen. Aber besser macht es diese Tatsache auch nicht. Unterrichtsthemen wie: Wort des Tages, Blitzrechnen in allen Rechenarten, sowie gemeinsames Sprechen der Ballade vom Zauberlehrling begleiten unseren Vormittag. Den Zauberlehrling habe ich inzwischen für die Kinder als MP3 aufgenommen und auf meiner Homepage zum Üben zur Verfügung gestellt. Da die SchülerInnen aus dem Unterricht das Lesetandem kennen, erhoffe ich mir mit Hilfe der MP3, dass die SchülerInnen ihren Text selbstständig üben können. Ich bin gespannt, was mir die Kinder morgen zum Übungsprozess mit Hilfe des Audiofiles berichten werden. Das Sprechen über die Lernlandkarte und Zieltransparenz für die Schulwoche begleitete unseren Unterricht. Die SchülerInnen kennen dieses Vorgehen aus dem Regelunterricht bisher nur mündlich, umso mehr bin ich gespannt, wie sie mit dieser neuen Form der Zieltransparenz umgehen und was dies für den jeweiligen Lernprozess bedeuten wird. Im Anschluss an die Zeit mit allen Kinder der Klasse (ein Kind besuchte heute die Notbetreuung) folgten Kurzgespräche mit einzelnen SchülerInnen, die besondere Bedürfnisse aufweisen. So stelle ich sicher, dass ich kein Kind ohne ausreichend Vorbereitung in die "Freiarbeitsphase" entlasse. Diese Möglichkeit nutzen die Kinder rege und dankbar. Die Beziehung, die ich zu den SchülerInnen habe, erhalte ich auch im digitalen Klassenzimmer aufrecht. Die Kinder erzählen mir von ihren Sorgen und suchen Unterstützung, wenn sie diese benötigen. Ein reger und intensiver Austausch ist in den vergangenen vier Wochen entstanden, den ich nicht missen möchte, der mich aber auch, wenn die Schule wieder ihren Regelunterricht aufnehmen kann, in meiner pädagogischen Arbeit anknüpfen lässt. Ich habe einen guten Überblick über die Fähigkeiten der Kinder, in dieser besonderen Lernsituation zeigen sich Kompetenzen, die ich aus dem Regelunterricht nicht kannte. Ein paar davon möchte ich gerne aufgreifen, weil ich so stolz auf meine SchülerInnen bin: empathische Fähigkeiten: es wird sich umeinander gekümmert und aufeinander geachtet, die Kinder denken sehr kreativ und lösungsorientiert, Sprachfähigkeiten kommen zu Tage, die ich im Regelunterricht nicht beobachten konnte, unfassbare Selbstständigkeit und Struktur ist zu sehen, die Kinder zeigen Medien- und Methodenkompetenzen, die ich bisweilen nicht beobachten konnte.... ich bin wirklich absolut stolz auf meine Klasse. Sie sind in sehr vielen zukunftsfähigen Bereichen unbeschreiblich kompetent. Danke, dass ihr so wunderbar seid. Die Kinder verabschiedete ich bereits um 11.30 Uhr, da ich selbst für ein Webinar zum Edudip Tool angemeldet war. Das Webinar war sehr lehrreich und weckte weitere Vorfreude auf das bald zur Verfügung stehende Konferenztool. Ich freue mich sehr, dies zeitnah mit meinen SchülerInnen testen zu können, da es eine Reihe von Möglichkeiten bietet, die ich aktuell mit jitsi nicht habe (siehe Blogbeitrag: Wie schön wäre es ein Konferenztool zu haben, welches...). Bis dahin nutze ich das "liebgewonnene Jitsi", welches die Kinder inzwischen intuitiv bedienen. Der Zeitplan für morgen sowie der Link zu unserem Klassenraum sind verschickt. Ich werde mich nun verabschieden. Schlaft gut ihr Lieben, bis morgen. Tag 17 digitales Klassenzimmer - 06.05.2020 Wir starteten in den Unterrichtstag mit 14 von 15 Kindern. Es hätte perfekt sein können, wenn die Technikhürde uns nicht wieder getrennt hätte. Da ich dieses Problems inzwischen überdrüssig bin, begann ich heute ein Testabo bei edudip. Zwei erste Testchats bewiesen sich als äußerst vielversprechend und so werde ich morgen mit der kompletten Klasse über diesen Anbieter meinen Unterricht halten. Zum Unterrichtstag: Da meine SchülerInnen inzwischen "alte Hasen" im digitalen Unterricht sind, verläuft der Unterrichtstag stets geordnet und folgt einer Struktur. Unsere einzige Hürde besteht jedoch nach wie vor in Technikschwierigkeiten, die ich mir mit Hilfe eines neuen Tools zu überwinden hoffe. Die Agenda im Morgenkreis verschafft Zieltransparenz für den Unterrichtstag. Auch heute erarbeiteten wir zu Beginn des Unterrichts gemeinsam Aufgaben. Auf der Agenda standen: Wort des Tages , Rechtschreibstrategien und Wortfamilien, Blitzrechnen und der Zauberlehrling. Die Kinder legen täglich ihre individuellen Ziele fest, wobei ich unterstützend und beratend tätig bin. Die meisten schätzen sich sehr realistisch ein und erreichen häufig ihre selbst gesetzten Ziele. Auch heute waren die SchülerInnen in der Reflexionsphase wieder sehr kritisch mit sich selbst. 3 von 12 Kindern wirkten zufrieden mit ihrer Leistung, 9 Kinder waren der Überzeugung, mehr schaffen zu müssen und nahmen sich vor, nach einer Mittagspause noch weiter fleißig zu sein. Ob sie das wirklich sein werden, erfahre ich meist am darauffolgenden Schultag. Morgen wollen wir die ersten Tonaufnahmen zum Zauberlehrling tätigen. Die Kinder werden jeweils selbst entscheiden, ob sie mit ihrer Aufnahme zufrieden sind oder nicht. Ich habe ihnen versprochen, dass ich nur Tonaufnahmen verwenden werde, mit welchen das jeweilige Kind glücklich ist. In den vergangenen drei Tagen haben die Kinder ihre Texte bereits fleißig geübt. Goethes Originalsprache ist für Drittklässler nicht einfach. Meine SchülerInnen stellen sich jedoch mit großem Spaß der Herausforderung. Fleißig werden Szenen zum Zauberlehrling gezeichnet. Einige Bilder sind bereits fertiggestellt und warten auf ihre Digitalisierung, Manche Kinder fotografieren gerne selbst. Dies ist eine wunderbare Unterstützung für mich. Die Klasse ist schon total gespannt, manche Kinder sind sehr aufgeregt. Frau Stricker, was passiert, wenn man sich während der Tonaufnahme verspricht? Gemeinsam klärten wir, dass dies einer der Vorteile von Tonaufnahmen darstellt. Bei einer realen Aufführung ist es tatsächlich peinlich oder unangenehm, wenn man sich verspricht. Eine Tonaufnahme kann man so lange wiederholen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Diese Erkenntnis hat sehr zur Beruhigung unsicherer Kinder beigetragen. Täglich neu ist es spannend, wie die Kinder ihre Welt wahrnehmen und welche Gedanken sie sich machen. Auch ich mache mir jetzt meine Abendgedanken, die davon geprägt sind, ob das neue Testtool für morgen reibungslos funktioniert und wie Schulen wohl die geplanten Schulöffnungen umsetzen werden. Ich bin zugegeben sehr skeptisch, ob das Beschulen unter den nötigen Hygienevorgaben für GrundschülerInnen eine geeignete Form des Miteinanders darstellen kann. Kekulé, ein bekannter Virologe konstatiert: "Kinder in diesem Alter durch Mundschutz und Hygieneerziehung vor Infektionen zu schützen ist illusorisch und hätte das Potential. eine ganze Generation psychisch zu traumatisieren." Quelle: Klick hier, abgerufen am 06.05.2020. Meine Gedanken sind ähnliche. Nicht zuletzt diese Sorge trieb mich an, eine andere Form des Lernens zu etablieren. Ich wage zu behaupten, dass meine Form des Unterrichts im digitalen Klassenzimmer für die Kinder geeigneter ist, als sie unter massiven Hygienevorschriften und Einschränkungen in die Schulen zu schicken. Aktuell ist für mein Verständnis in den Klassenräumen sicherlich kein vernünftiger Unterricht möglich (siehe Foto unten). Lediglich Frontalunterricht kann angeboten werden, kooperatives Lernen ist unter diesen Bedingungen nicht möglich. Die übliche distanzlose Zuwendung ist verboten, Sport und Musik nicht erlaubt zu unterrichten, Sozialkontakt auf Abstand? Ich hoffe sehr, dass dies kein Massentraumatisieren zur Folge hat, denn dann haben wir ganz andere Probleme als eine Weile digitales Lernen von zu Hause aus anzubieten, selbstverständlich konzeptionell ausgearbeitet und mit Qualität, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der SchülerInnen abgestimmt ist. Mir ist klar, dass die Aneignung des Wissens für die Lehrkräfte mit einem großen Aufwand verbunden ist, sie lohnt sich aber für unsere Kinder und ist nachhaltig, da zukunftsweisend ein enormes Potential in diesem Wissen steckt. Mit Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass es spät geworden ist. Aus diesem Grund verabschiede ich mich und wünsche allen Lesern eine gute Nacht. Bildquelle: https://www.wochenblatt.de/news-stream/deutschland-welt/artikel/323695/erste-schulen-in-daenemark-oeffnen-nach-corona-schliessung-wieder Tag 18 digitales Klassenzimmer - 07.05.2020 14 von 15 Kindern nahmen teil. Wir starteten mit einem neuen Anbieter: edudip. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass sich die Einwahl nicht so intuitiv darstellt, wie ich mir erhofft hatte. Einige Kinder waren nur als Zuschauer angemeldet. Als Moderator ist es wohl leider nicht möglich, auf die Einwahl Einfluss zu nehmen. Ich werde heute recherchieren, an was dies gelegen haben könnte und werde, sobald ich eine Antwort gefunden habe, diese auch veröffentlichen. Das Wichtigste jedoch ist, den Eltern zu erklären, wie das Einloggen funktioniert, damit wir morgen hoffentlich reibungsloser starten. Die Unterrichtsplanung wäre jedenfalls mit Hilfe einer Dateiablage und den Möglichkeiten, die edudip bietet, einfacher. Daher arbeite ich fieberhaft an einer funktionsfähigen Lösung. Mein Wunsch bleibt, ein Videochat extra für Grundschüler zu programmieren, welches die Bedürfnisse von Lehrkräften und ihren SchülerInnen aufgreift und die Lösung technisch umsetzt. Nachdem es lediglich 4 SchülerInnen von 14 gelang, edudip als Teilnehmer zu betreten, beendete ich das Webinar und traf mich wieder in Jitsi meet. Nun begann der Unterricht. Meine Planung war jedoch zunichte und die vorbereiten Medien konnte ich auch nicht nutzen. Ich musste improvisieren. Sich Ärgern und Aufgeben liegt nicht in meiner Natur und so halte ich hartnäckig an meinem Verbesserungswillen fest und habe mein Ziel vor Augen. Guter Unterricht ist kein Zufall, sondern resultiert aus Planung, Evaluation und didaktischer Entwicklung... Auch heute stand Blitzrechnen im Zahlenraum bis 50 in allen Rechenarten auf dem Programm. Wir beschäftigten uns mit dem Wort des Tages und Rechtschreibstrategien, übten fleißig den Zauberlehrling und nahmen die ersten Tonsequenzen auf. Selbstverständlich verschafften wir uns auch wieder Zieltransparenz. "Welche Aufgaben kannst du heute in deiner Freiarbeitszeit schaffen?" An jeden Unterrichtstag schließt sich eine Reflexion an, so auch heute. Die Kinder überprüfen ihre Arbeitseinstellung, klären, welche Ziele sie sich gesetzt und was sie davon erreicht haben und nutzen ihre Erkenntnisse, um ihren darauffolgenden Schultag zu planen. In der Feedbackrunde kamen die Kinder zu folgendem Ergebnis: 1 Kind konnte nichts zur eigenen Arbeitseinstellung sagen, da es erst am Nachmittag fleißig sein wollte, 1 Kind war unzufrieden mit der eigenen Leistung, 3 Kinder fanden ihre Arbeitshaltung ok, aber verbesserungsfähig und 6 Kinder waren mit sich zufrieden. Auch heute waren die meisten wieder sehr kritisch. Das eigene Lernen bewerten die SchülerInnen nach wie vor sehr streng. Aus Lehrerperspektive finde ich die Kinder im digitalen Klassenzimmer sehr engagiert, effektiv arbeitend und motiviert. Vergleiche ich Unterricht im Klassenraum mit Unterricht im digitalen Klassenzimmer erscheint mir die Arbeitshaltung im digitalen Raum bei einigen sehr viel engagierter als im realen. Mit Blick auf die ersten Tagen dachte ich, dass dies mit der neuen Lernsituation zusammenhängen könnte, da Neues motiviert und anspornt. Aber vielleicht liegt es an Faktoren, die im digitalen Klassenzimmer anders sind. Die Kinder können sich nicht so intensiv und unbeaufsichtigt austauschen, wie in der realen Schule. Dieser Vergleich mit anderen führt bei einigen Kindern zu enormen Lernhemmungen. Auch findet keine Leistungsbewertung in Form von Noten statt. Dies entlastet Kinder sehr. Alle erhalten positives Feedback, Motivation und Ansporn. Kritik gibt es so gut wie keine. Selbst diejenigen, denen das Lernen nicht sehr leicht fällt, die viel Unterstützung benötigen, sind hoch motiviert. Alle erhalten zu jeder Zeit Feedback und direkten Austausch. Fragen werden den Vormittag über geklärt und bleiben nicht offen. Niemand wird mit seinen Problemen alleine gelassen, Aufgabenstellungen wiederhole ich so lange, bis die Aufgaben selbstständig gelöst werden können. Die Freiarbeitszeit wird von mir begleitet, manche Kinder verlassen den Chatraum nicht oder nur kurz für kleine Pausen und bekommen sehr viel Hilfe. Je mehr ich unterstütze, desto selbstsicherer und zunehmend selbstständiger werden sie. Es ist ein Genuss zu sehen, wie sich alle anstrengen und lernbereit sind. Morgen teste ich nochmals edudip und hoffe, dass sich die Probleme auflösen lassen, die sich heute zeigten. Falls dies nicht möglich ist, werde ich wieder auf jitsi meet zurückgreifen. Tag 19 digitales Klassenzimmer - 08.05,2020 Am Tag 19 haben 14 von 15 Kindern teilgenommen. Der Unterrichtstag verlief bis auf technische Hürden reibungslos und folgte meiner Planung. Wir waren sehr fleißig. Nach folgender Agenda gestaltete sich der Unterricht: Wir erledigten die letzten Tonaufnahmen für unseren Zauberlehrling, den ich am Wochenende fertigstellen werde, um am Montag mit den Kindern über das vorläufige Produkt zu sprechen und Änderungsvorschläge anzunehmen. Die Abschlussreflexion ergab folgendes Bild: Die Kinder sind weiterhin sehr kritisch mit sich selbst und beurteilen ihr eigenes Lernen sehr streng. Sehr erfreulich ist, dass sich fast alle sehr realistisch selbst einschätzen. Dennoch ist an der pädagogischen Leistungskultur weiter zu arbeiten. Am heutigen Tag stand für mich noch ein Besuch der Kinder auf der Agenda. Zum einen wollte ich mir die gezeichneten Bilder der SchülerInnen abholen und zum anderen die Einverständniserklärungen der Eltern einholen, um den Zauberlehrling auf meiner Homepage veröffentlichen zu dürfen. Mich real zu zeigen erschien mir nach vier Wochen online Unterricht wichtig und angemessen. Ich plante für diesen Besuch, selbstverständlich unter Einhaltung jeglicher Hygiene- und Abstandsregeln, zunächst eine Stunde ein. Letztlich wurden aus dieser einen Stunde fast 4 Stunden Besuchszeit. Es war schön, die Kinder in Lebensgröße zu sehen, mich mit Ihnen auszutauschen und Unterhaltungen mit den Eltern zu führen. Austausch und Kommunikation sind Grundbedürfnisse des Menschen. Meinen Dank richte ich an die Eltern meiner SchülerInnen, die zu jeder Zeit mein Projekt und das pädagogische Handeln mit den Kindern unterstützen. So stelle ich mir sinnvolles Miteinander in einem demokratischen System vor. Tag 20 digitales Klassenzimmer - 11.05.2020 13 von 15 SchülerInnen konnte ich heute erreichen. Es war klar, dass es nicht 14 Kinder sein werden, da eines der Kinder zeitweise an der Notbetreuung teilnimmt. Morgen werden es wieder 14 SchülerInnen sein. Der heutige Schultag folgte der Agenda: Die ritualisierte Begrüßung, mit welcher wir in unseren Lerntag starten, macht immer wieder Freude. Die Kinder überlegen sich eine Bewegungsaufgabe, die alle zur Begrüßung ausführen. Täglich gibt es neue kreative Aufgaben, andere Kinder lieben Gewohntes und Wiederholung. Die unterschiedlichen Charaktere kommen hierbei zum Vorschein und finden Berücksichtigung. Dies erscheint mir sehr wichtig. Im Anschluss an das Ritual erlebten die Kinder ihre Premiere zum Projekt: Zauberlehrling. Es waren sehr emotionale Minuten. Bevor ich den Film zeigte, erhielten die Kinder folgende Beobachtungsaufträge: 1. Vergewissere dich, ob deine Bilder im Film vorkommen, falls nicht, teile mir dies im Anschluss mit. 2. Möchtest du etwas ändern und falls ja was und warum? Gerne würde ich Bilder veröffentlichen, auf welchen die Emotionen der Kinder zu sehen sein würden. Dies ist jedoch aus Datenschutzgründen leider nicht möglich. Ein paar Einblicke möchte ich dennoch gerne mit Hilfe von Adjektiven zulassen: stolz, berührt, erfreut, glücklich, interessiert, neugierig, verzückt, aufgeregt, unsicher, begeistert. Diese Worte beschreiben die Gefühle der Kinder während ihrer Premiere sehr gut. Ich bin froh darüber, dass mich zwei Kinder darauf hinwiesen, dass ihnen jeweils ein von ihnen gezeichnetes Bild im Film fehlte. Diese beiden Bilder fügte ich selbstverständlich noch ein. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die Kinder sollen sich mit ihrem Werk identifizieren und wohlfühlen. Zitate der Kinder: Im Anschluss an die Premiere und das Feedback, sowie der Klärung von Veränderungswünschen, schloss sich das Gespräch zum Wochenplan und zur Lernzieltransparenz an. Wöchentlich werden neue, zum Teil sehr individuelle Ziele formuliert, über die wir regelmäßig sprechen. Hierdurch soll Klarheit über die Anforderungen entstehen. Erfahrungsgemäß verhilft diese Vorgehensweise den Kindern sehr, die Lernziele zu erreichen. Selbstverständlich sind Ziele individuell. Daher stimme ich diese auch individuell mit den Kindern ab. Wir befinden uns permanent in einer Feedback- und Reflexionskultur. Das Wort des Tages lautete: Gruppenarbeitszeit. Dieses Wort bearbeiteten wir nach gewohnter Weise. Selbstverständlich hatte das Wort etwas mit dem heutigen Lernen zu tun, denn die Kinder sind in dieser Woche in Kleingruppen eingeteilt, um sich ein mathematisches Thema zu erschließen, welches am Freitag gruppenweise vorgestellt werden wird. Mein didaktischer Anspruch hierbei folgt dem Wunsch, zu zeigen, dass auch diese kooperative Lernform im digitalen Klassenzimmer möglich ist. Die Mathematikaufgabe ist kognitiv und sozial aktivierend und bietet innere Differenzierung. Das Erforschen eines Kassenzettels und Finden von Aufgaben zum Kassenzettel ist so konstruiert, dass Kinder auf unterschiedlichem Lernniveau an der gleichen Sache gleichzeitig arbeiten können. Die Koordination der Lerngruppen habe ich als Lehrkraft übernommen. Täglich erhalten die Gruppen von mir Arbeitszeiten, in welchen ich sie begleite. Gemeinsam wird auf ihrem jeweiligen Niveau gearbeitet, sich ausgetauscht, Ideen gesammelt und sortiert. Am Ende der Woche wird jede Gruppe ihre Ergebnisse vorstellen. Dies wird teilweise arbeitsteilig geschehen, teilweise werden Gruppensprecher ernannt. Die Entscheidung hierüber treffen die SchülerInnen eigenständig, ganz nach ihren Vorlieben und Möglichkeiten. Ich bin gespannt, was am Freitag vorgestellt werden wird. Bereits am ersten Tag gab es viele kreative Ideen, sowohl methodischer, als auch inhaltlicher Art. Am heutigen Tag entstand in der täglichen 12.30 Uhr Reflexionsphase folgendes Bild: Im Anschluss an die Reflexionsphase folgte das Bewegungsabschlussritual. In dieser Zeit lachten und bewegten wir uns wieder viel. Es schloss sich eine Nacharbeitszeit an für Kinder, die am Vormittag trödelten und noch etwas nachzuholen hatten. Manche Kinder benötigten diese individuelle Zuwendung genauso, wie im realen Klassenzimmer auch. Nachdem alle ihre Tagesziele erledigt hatten, verabschiedeten wir uns in den Nachmittag. Es hat wieder sehr viel Spaß mit euch gemacht liebe Klasse. Tag 21 digitales Klassenzimmer - 12.05.2020 Heute nahmen 14 Kinder teil. Wenn uns auch weiterhin technische Hürden begleiten, so werden die Kinder doch souveräner im Umgang damit. Dennoch bin ich noch immer auf der Suche nach einem Tool, welches stabil läuft und das sich weniger anfällig für Spielereien der Kinder zeigt. Beispielsweise wird immer mal wieder ein Kind oder ich von einem anderen stumm geschaltet, was letztlich schon ärgerlich ist. Im digitalen Klassenzimmer ist also auch Unfug möglich, eben ganz wie im realen Klassenraum auch. Jedoch könnte man mit der richtigen Programmierung des Tools einige dieser Aktivitäten verhindern, was den Unterricht durchaus weniger anstrengend machen würde. Umso mehr freue ich mich, dass wir ab morgen für 14 Tage am Projekt pilotschulen.de teilnehmen dürfen. Das dort angebotene Tool eröffnet mehr Möglichkeiten als jitsi meet bieten kann. Ich werde weiteres berichten, sobald wir den Raum ausgiebig testen konnten. Die Agenda wurde auch heute von den Kindern vorgestellt. Dies schafft Sicherheit und ermöglicht eine Leistungskultur, in welcher die Anforderungen transparent gemacht werden, um eine Entwicklungsfunktion zu ermöglichen. "Die Entwicklungsfunktion zielt auf die bestmögliche Bildungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Das bedeutet: die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten berücksichtigen, für das einzelne Kind erreichbare Ziele anstreben, zur Anstrengung ermutigen, Möglichkeiten eigenständigen Lernens stärken, dabei personale, sachbezogene und sozialbezogene Kompetenzen fördern und individuelle Fortschritte würdigen und für die Kinder sichtbar machen." (Standpunkte Grundschulverband). Aufgaben im digitalen Klassenzimmer sind zumeist offen gestellt, so dass jedes Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten am Unterrichtsgeschehen teilhaben kann, um sich bestmöglich zu entwickeln. Diesem Grundsatz folgend, fanden sich die Kinder im Anschluss an die Plenumsphase in ihren Kleingruppen ein, um sich dem Thema: Entdeckungen am Kassenzette l zu widmen. Es ist immer wieder fesselnd, auf welche Ideen Kinder kommen, wenn sie entdeckend lernen dürfen. Lernen ist hierdurch nicht eintönig und langweilig, sondern kurzweilig und spannend. Bis zum Ende der Woche werden die Schülergruppen ihre Kurzvorträge vorbereitet haben. Schon jetzt zeigt sich, wie individuell die Kinder mit der Aufgabe umgehen. Ich bin gespannt, welche Medien die Kinder verwenden werden. Im Rahmen des digitalen Klassenzimmers haben die Kinder bereits vielfältige Medien kennengelernt. Ich möchte hier nur einige nennen: Tonaufnahmen, Lehrvideos und Filmsequenzen, Screenshots, Bilder, Suchmaschinen, Word Dokumente, PDF Dateien. Die ersten Kinder haben bereits angefragt, ob sie diese Möglichkeiten nutzen dürfen. Beim Erstellen der Umsetzungswünsche werde ich unterstützend tätig sein und bin voller Vorfreude auf Freitag, wenn die Präsentationen beginnen. Begeistert bin ich davon, dass die Kinder ihre online Zeiten sehr ernst nehmen.. Dies ist keine Selbstverständlichkeit. Für meine SchülerInnen scheint es aber völlig klar zu sein, selbstständig auf ihre online Zeiten zu achten und sich darum zu kümmern, pünktlich zum Unterricht zu erscheinen. Diese Tatsache sehe ich als Zeichen dafür, dass ihnen ihre online Zeit und ihr Unterricht mit ihren realen Lehrkräften sehr wichtig zu sein scheint. Es gibt keinerlei Verpflichtung an diesem Unterricht teilzunehmen. Den Kindern ist freigestellt, ob sie ihren Wochenplan alleine bearbeiten, oder ob sie den Unterricht im Chat wahrnehmen möchten. Seit es das digitale Klassenzimmer gibt, hat sich keines der Kinder freiwillig zum alleine Arbeiten entschieden, sondern alle haben darauf geachtet, möglichst pünktlich im Unterricht zu erscheinen und teilzunehmen. Heute habe ich mir vorgenommen zum Wochenende eine Umfrage für die Eltern meiner teilnehmenden SchülerInnen zu starten. Ich möchte unterschiedliche Aspekte des digitalen Lernens beleuchten und erhoffe mir durch die Einbindung der Eltern als Experten, eine verwertbare Stichprobe, um den Unterricht zu evaluieren und didaktisch weiterzuentwickeln. Hierzu werde ich berichten, wenn die Umfrage getätigt und ausgewertet wurde. In der Feedbackzeit ergab sich heute folgendes Bild zur Lernzufriedenheit der SchülerInnen: Wie fast jeden Tag waren die Kinder mit sich und ihren erreichten Zielen sehr kritisch. Noch werden die Ziele sehr hoch gesteckt, kaum erreichbar. Dies führt zwangsläufig zu Selbstkritik oder Unzufriedenheit. Wir arbeiten an einer realistischen Selbsteinschätzung, indem wir täglich vor der Freiarbeitszeit darüber sprechen, was realistischerweise jeder einzelne individuell erreichen kann. Die Kinder setzen sich ihre Ziele selbst und übernehmen Verantwortung für ihr Lernen. In der täglichen Feedbackphase sprechen wir über die erreichten Ziele und stimmen sie mit den gesteckten Zielen ab. Hierdurch entsteht für die Kinder ein Bild ihres individuellen Lernens. Je passgenauer gesteckte mit erreichten Zielen übereinstimmen, desto höher ist der Grad der Zufriedenheit. Die heutige "Nacharbeitszeit" am Ende der Reflexion wurde von 5 Kindern genutzt. Dies zeigt mir, dass der Bedarf an individueller Zuwendung nicht nachlässt, sondern permanent nötig ist und angeboten werden sollte. Das bekannte Bewegungsabschlussritual verabschiedete die Kinder in ihren wohlverdienten Nachmittag. Tag 22 digitales Klassenzimmer - 13.05.2020 Der Testlauf mit unserem neuen Tool, ermöglicht durch Pilotschulen.de , verlief sehr positiv. Herzlichen Dank an das Team . Selbstverständlich gab es Hürden zu meistern, was wir inzwischen aber gewohnt sind. Wir sehen diese als gegeben an und gehen souverän damit um. Einige Beispiele für Hürden möchte ich nennen: Smartphone- und Tabletnutzer schafften es leider nicht, sich einzuloggen bzw. den Ton freizuschalten. Ich werde herausfinden, woran dies gelegen hat und das Problem schnellstmöglich auflösen. Im Verlauf des Nachmittags klärte ich mit Freunden einige technische Besonderheiten, um morgen als kompetente Beratung für meine SchülerInnen und Eltern ansprechbar zu sein. Ich erhoffe mir, morgen wieder alle 14 Kinder zu erreichen. 10 SchülerInnen waren heute dabei. Das Tool (Big Blue Button) lief absolut stabil und eröffnet neue didaktische Möglichkeiten. Auch die Gruppenarbeitszeit erwies sich als sehr gewinnbringend. Das Lernziel für heute, jedes Kind zu befähigen, einen Beitrag oder eine Frage auf eine Arbeitsfolie zu schreiben, konnte erreicht werden. Lernbereiche werden in kleinschrittige Lernziele aufgeschlüsselt, Die angestrebten Kompetenzen sind zukünftig für den Unterricht und weitere Gruppenarbeiten gewinnbringend. Daher lohnt sich der Einsatz. Als Lernziel der digitalen Einheit schwebt mir vor, die Kinder in die Lage zu versetzen, eine Kurzpräsentation, mit Unterstützung einer selbst erstellten Folie, halten zu können. Ich werde berichten, ob mir dies gelingen wird. Die Kinder haben in den letzten beiden Tagen gut in ihren Kleingruppen zusammengearbeitet. Es bedarf selbstverständlich der Unterstützung durch eine Lehrkraft, vollständig eigenständiges Arbeiten ist noch nicht möglich, aber auch nicht mein angestrebtes Ziel. Ich bin für die SchülerInnen da, als Lernbegleiter. Mit unserem neuen Tool kann ich gleichzeitig zwei Gruppen betreuen. Big Blue Button ermöglicht es mir, die Kinder gleichzeitig in zwei Breakout Räumen zu betreuen. Morgen werden wir diese Funktion ausgiebig nutzen. Ich bin gespannt, wie es sich umsetzen lässt. Da ich momentan selbst einen Masterstudiengang im Fernstudium absolviere, bin ich sowohl auf der Seite des Lernenden, als auch auf der Seite der Lehrkraft tätig. Dies ermöglicht mir unterschiedliche Perspektiven, was ich sehr gewinnbringend finde. Auch im Studium nutzen wir digitale Medien, gerade heute Abend haben ich mich mit meiner Lerngruppe (zum ModulTeamentwicklung und Kommunikation) im Chat getroffen und gemeinsam eine Aufgabe bearbeitet. Durch meine eigene Erfahrung im Distance Learning als Lernende, kann ich mich gut in meine SchülerInnen hineinversetzen. Es muss mir lediglich eine didaktische Reduktion der Lerninhalte im Sinne der Kinder gelingen. Täglich evaluiere ich mein Vorgehen, wovon ich mir eine stetige Qualitiätssteigerung meiner Arbeit mit den SchülerInnen erhoffe. Als ich meinen Unterricht für den Lernplan der Woche vorbereitete, hatte ich mir vorgestellt, dass die Kinder nach einer Woche ihre Gruppenarbeit zum Kassenzettel beenden werden. Heute habe ich dieses Vorhaben revidiert und werde meinen SchülerInnen individuelle Zeit zur Verfügung stellen, um ihre jeweiligen Gruppenziele zu erreichen. Die Kinder werden ihre Kurzvorträge ohne Zeitdruck oder Zeitvorgabe vorbereiten dürfen. Dies erscheint mir sehr wichtig, denn Zeitdruck erscheint mir qualitätsmindernd. Der Unterrichtstag bestand jedoch nicht nur aus den Gruppenarbeiten zu den Entdeckungen am Kassenzettel. Wir folgten unserer Agenda, die ich kurz vorstellen möchte: Nach der Begrüßung, die heute durch die Verwendung des neuen Tools wieder etwas bewegter verlief, starteten wir in den Schultag. Wir haben endlich einen Raum der Klassenraum 3b heißt: "Wie aufregend" klang es aus dem Mund einer Schülerin. Blitzrechnen aktivierte die "grauen Zellen". Hoch konzentriert rechneten die Kinder ihre Aufgaben, die sowohl mündlich vorgetragen, als auch schriftlich auf dem Bildschirm zur Verfügung gestellt wurden Jipih, das neue Videochattool bietet diese Möglichkeit. Im Anschluss kontrollierten die Kinder mit Hilfe eines auf die Monitore projizierten Lösungsblatts ihre Ergebnisse, notierten die Gesamtzahl der richtig gerechneten Aufgaben und erfreuten sich ihrer erreichten Ziele. Das neue Sachunterrichtsthema: einheimische Vogelarten wurde durch einen Impuls: Foto mit einem Vogel aus meinem Garten eingeführt. Ich stellte die Forscheraufgabe des Tages (siehe Aufgabe oben). Wir besprachen die Lernziele für den Tag und die Kinder begaben sich hieran anschließend in ihre Gruppenarbeiten (siehe oben). Im Tagesabschlusstreffen klärten wir die Arbeitseinstellungen, und verabschiedeten uns in den wohlverdienten Nachmittag. Folie für die Gruppenarbeit zum Kassenzettel. Im Laufe der nächsten Unterrichtstage werden sich die Folien mit den Kinderfragen füllen, die die SchülerInnen selbst einfügen lernen. Tag 23 digitales Klassenzimmer - 14.05.2020 Teilnehmer: 2 kranke gemeldete Kinder, 2, die das neue Tool noch nicht zum Laufen bringen konnten und 10 SchülerInnen, die einen technisch reibungslosen Unterricht im Webkonferenztool erlebten. Im Laufe der nächsten beiden Tage wird sich ein Papa um eine der technischen Hürden bemühen und ich mich um die andere, damit ab Montag wieder alle 14 Kinder dabei sein können. Herzlichen Dank an den Papa, der in den letzten Wochen bereits auf vielfältige Weise als Unterstützer agiert hat. Resümee des zweiten Tages: stabil laufender Videochat mit Zusatzfunktionen wie: Hochladen von Präsentationen, Moderatorenfunktion für mich (ich kann alle Kinder gleichzeitig stummschalten, werde nicht mehr aus dem Chat geworfen oder stumm geschaltet - wie ich mich freue!), Whiteboard und Breakout Räume (für Gruppenarbeiten). Das allerbeste daran ist, ich sehe die Kinder auch, wenn ich meinen Bildschirm teile oder ein Video zeige. Wie großartig für eine Grundschullehrerin, die mitbekommen möchte, ob die SchülerInnen aktiv mitarbeiten oder anderweitig beschäftigt sind, um pädagogisch intervenieren zu können. Ich bin wirklich begeistert von unseren neuen Möglichkeiten. Ich hoffe sehr, dass wir am Projekt Pilotschulen.de weiterhin partizipieren dürfen. Die Gruppenarbeiten fanden das erste Mal gleichzeitig statt. Cool, wenn man wie im Schulgebäude auch, zeitgleich mehrere Schülergruppen beraten und beaufsichtigen kann. Die Lernziele wurden auch heute in viele kleine Schritte verpackt. Kindern online zu vermitteln, wie sie gemeinsam als Gruppe eine Folie gestalten können, ist gar nicht so einfach. Zunächst galt es zu klären, welcher SchülerIn in welches Feld der Folie schreiben wird. Im Anschluss musste besprochen werden, welches Kind der Gruppe welche Farbe zum Schreiben verwenden möchte, da die Aufgabe lautete: Jedes Kind muss eine andere Farbe nutzen. Hieran schloss sich die eigentliche Aufgabe an: Schreibe deine Forscherfrage in deiner Farbe in dein Feld. Klingt einfach, ist es aber nicht. Versuchen Sie es gerne einmal, per Videochat einem 9 jährigen Kind zu erklären, was zu tun ist, um diese Aufgabe zu erledigen. Sie werden sicher schnell feststellen, dass das, was sich einfach anhört, alles andere als einfach ist. Viel Geduld ist gefragt. Spannend, wie unterschiedlich Kinder mit einer derartigen Aufgabe umgehen. Die Spanne reicht von: ganz schnell selbst herausgefunden und darüber hinaus viele weitere Funktionen entdeckt zu haben bis hin zu Bockigkeit und kurzzeitiger Verzweiflung. Täglich lerne ich neue Seiten der Kinder kennen, sehr faszinierend und überaus gewinnbringend, um die SchülerInnen bestmöglich unterstützen zu können. Lernwege sind individuell und benötigen geduldige Zuwendung. Wir werden wir für die Gruppenarbeit zum Kassenzettel noch die kommende Woche aufwenden Kindern benötigen individuelle Zeit, um in Ruhe die neuen Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten zu können. Der Tagesabschluss endete mit der Reflexion zur Arbeitszufriedenheit des Tages. Heute waren fast alle Kinder mit sich sehr zufrieden und auch ich kann diese Eindrücke teilen: Ich habe fleißige SchülerInnen, die im digitalen Klassenzimmer weitaus mehr zu leisten bereit sind, als sie dies im Regelunterricht sind. Eine Vermutung hierzu habe ich bereits aufgestellt, ich werde das Phänomen jedoch kriteriengeleitet weiter beobachten und auswerten. Tag 24 digitales Klassenzimmer - 15.05.2020 Teilnehmer: 11 SchülerInnen, 1 Kind besuchte die Notbetreuung, 1 Kind krank, 1 Kind technische Probleme (diese werde ich am Wochenende lösen, so dass ich ab Montag wieder alle Kinder erreichen kann) Big Blue Button und der Server von Pilotschulen.de erwiesen sich auch am vierten Tag als stabil und gut einzusetzen. Der Tag startete mit einem "Kritzelblatt" (siehe Bild) als stummer Impuls zum aktiven Mitarbeiten. Dieser Aufforderung folgten alle Kinder intuitiv. Es entstanden in den ersten 10 Minuten, bis sich alle zum Unterricht eingefunden hatten, sehr interessante Werke. Während die Mädchen eher Blümchen und Sonnen zeichneten, kreierten die Jungs Abstraktes: viele bunte Kreise, Striche, Formen. Forscheraufgabe Kritzelblatt Tagesagenda Zur Forscheraufgabe: Informiere dich über den Turmfalken, schauten wir einen Film und sammelten Vorerfahrungen der Kinder. Einige äußerten den Wunsch, einen echten Falkner zu erleben. Eine Schülerin erzählte uns, dass dies "ein wirklich großer Wunsch" sei und sie schon lange erfahren möchte, was ein echter Falkner so alles macht. In der kommenden Woche werden wir gemeinsam darüber nachdenken, wie sich eine solcher Besuch umsetzen lassen könnte. Durch pilotschulen.de habe ich eine Idee, wie dies mit Hilfe digitaler Medien zu realisieren ist. Wichtig bei dieser Aufgabe ist auch heute, die Quellen zu notieren und bei der Vorstellung mit anzugeben. Kompetenzen aus dem Kompetenzbereich 1, 1.1 Suchen und Filtern (Suchstrategien nutzen und weiterentwickeln, in verschiedenen digitalen Umgebungen suchen, relevante Quellen identifizieren und zusammenführen) , 1.2 (Informationen und Daten analysieren, interpretieren und kritisch bewerten sowie Informationsquellen analysieren und kritisch bewerten), Kompetenzbereich 3, 3.1 (Urheber- und Nutzungsrechte (Lizenzen) bei eigenen und fremden Werken berücksichtigen), Kompetenzbereich 6, 6.2 (Medien in der digitalen Welt verstehen und reflektieren, Vielfalt der digitalen Medienlandschaft kennen). werden hierbei gefördert. In den Mathematik Gruppenarbeiten (in Breakout Räumen, z.T. drei gleichzeitig) klärten die Kinder welche Fragen sie vorstellen möchten. Diese Fragen galt es auf die Folie der Gruppe zu schreiben. Inzwischen gelingt es allen Kindern ein Textfeld zu öffnen, sich eine Schreibfarbe auszuwählen und das Textfeld mit Schrift zu füllen. Hauptsächlich wird bei dieser Tätigkeit der Kompetenzbereich 5, 5.1 (Technische Probleme lösen) angesprochen sowie 5,2 (Werkzeuge bedarfsgerecht einsetzen). Letztlich ist die Gruppenarbeit eine kooperative Lernform. Es wird sich sowohl inhaltlich als auch technisch ausgestauscht und unterstützt. Spannende Interaktionen sind zu erleben. Ein wahrer Genuss aus pädagogischer Sicht. SchülerInnenergebnisse Kritzelblatt Das Lernziel: In Erwachsenenschrift eine Frage in ein Textfeld auf eine Folie zu schreiben haben alle erreicht (siehe oben). Welche Hürden sind zu meistern um diese Fähigkeiten zu erlangen? Ein paar Beispiele möchte ich mit Hilfe von Zitaten der Kindern darlegen: "Hilfe Frau Stricker, ich kann nicht schreiben, es geht gar nichts." "Es funktioniert anders als sonst, ich kann ja gar nichts mehr ändern, wenn ich etwas falsch geschrieben habe, ich muss es neu schreiben. Oje, wie anstrengend." Schülerin: "Es geht nicht." Ich: "Was geht nicht?" Schülerin: "Das Rechteck geht nicht." Ich: "Meinst du das Textfeld?" Schülerin: "Keine Ahnung, das mit Schreiben geht nicht." Ich: "Hast du auf das T geklickt und dir ein Textfeld in dein Feld gezogen?" Schülerin: "Ja, aber es geht nicht." Ich: "Hast du wirklich auf das T für Textfeld geklickt?" Schülerin: "Ach herrje, nein, ich war auf dem Rechteck, ich habe mir ein Rechteck gemalt." Schülerin beginnt lauthals zu lachen. Endlich ist das Problem gelöst. Für die Feedbackphase hatte ich zwei Umfragen vorbereitet, die sich mit Hilfe von Big Blue Button problemlos umsetzen ließen. Die Ergebnisse der Umfragen befinden sich direkt neben den Fragestellungen. Zur Zufriedenheit in Bezug auf die Lernziele habe ich mir von den Kindern ihre Tagesaufgaben zeigen lassen. Wir haben darüber gesprochen, ob ihre Einschätzung realistisch sein kann oder nicht. Auch klärten wir, welche Maßnahmen zur Zufriedenheit beitragen können und welche Ziele sich die Kinder als nächstes vornehmen wollen. Hiervon erhoffe ich mir, dass die Kinder ein realistisches Bild von sich und ihrer Arbeitseinstellung entwicklen und sie sich ihre Lern- und Entwicklungsprozesse bewusst machen. Sie lernen diese einzuordnen und für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen. Die stetige Weiterentwicklung ist das Ziel. Mit Hilfe des Feedbacks geht es auch darum, die Erlebnisse bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten. Das eigene Handeln soll kritisch betrachtet werden. Reflexion ist ein mehrschichtiger Prozess, der einen Rückblick durch Beschreibung und Dokumentation umfasst, eine Bewertung in Form einer Analyse und Interpretation und einen Ausblick/ eine Konsequenz durch Vergleichen, Evaluieren, Ziele setzen und nächste Schritte planen. Das vergangene Handeln und dessen Voraussetzungen und Konsequenzen werden einer Analyse unterzogen und es wird geprüft, ob angestrebte Ziele und Wünsche erreicht wurden. Der Reflexionsprozess verläuft in drei Phasen: 1. Dokumentieren und Beschreiben Die Kinder zeigen ihre Tagesarbeiten und beschreiben ihre Tätigkeiten. 2. Analysieren und Interpretieren Wie war die Qualität meines Handelns, meiner Aufgabe? Warum habe ich heute so gehandelt? Wie habe ich mich heute beim Arbeiten gefühlt? Warum habe ich mich heute so gefühlt? 3. Vergleichen und evaluieren/ Ziele setzen und nächste Schritte planen In welchem Zusammenhang steht meine Handlung mit meinem Ziel, mit der Erwartung? Was hätte ich anders machen können und wie anders? Welche Schlussfolgerung erziele ich aus meinem Handeln für zukünftiges Handeln? Literatur: Hilzensauer, W. (2008). Theoretische Zugänge und Methoden zur Reflexion des Lernens. Ein Diskussionsbeitrag. In: Bildungsforschung. Jg. 5, Ausgabe 2 Schwerpunkt “Reflexives Lernen“, hrsg. von Thomas Häcker, Wolf Hilzensauer & Gabi Reinmann. Verfügbar über: http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/article/download/77/80 (Datum des Zugriffs: 02.04.2014) Bei diesen Prozessen müssen GrundschülerInnen von ihren Lehrkräften begleitet werden. Reflexion ist ein Prozess des Miteinanders. An die Reflexionsphase schloss sich das bekannte Verabschiedungsritual an. Auch heute nutzten die Kinder die Zeit im Anschluss, um individuelle Fragen zu klären, Gefühle loszuwerden oder sich einfach noch einmal auszutauschen. Ein gelungener Unterrichtsvormittag ist vorbei, die Kinder und ich freuen sich nun auf das anstehende Wochenende, welches der Erholung und des Abstands dient, um in die nächste Woche mit neuem Elan und Freude starten zu können. Tag 25 digitales Klassenzimmer - 18.05.2020 Teilnehmer: 12 Kinder, 1 Kind erkrankt und 1 Kind weiterhin technische Schwierigkeiten, die wir am heutigen Abend lösen konnten. Eine Kollegin und ich fuhren zum Schüler nach Hause, um dort die technische Einrichtung für das digitale Klassenzimmer vorzunehmen. Wir schauten in die Augen eines glücklichen Vater und eines zufriedenen Kindes, nachdem die Technikhürden überwunden werden konnten. Chrome musste aktualisiert, ein Mikrofon und die Kamera mussten freigeschaltet werden und schon war die Teilnahme möglich. Ab morgen können nun wieder alle Kinder am Unterricht partizipieren, die das freiwillige Angebot annehmen möchten. Ich bin sehr zufrieden diesbezüglich. Barrieren abbauen anstatt Hürden aufbauen ist auch weiterhin das Ziel. "Ich wünsche euch einen schönen guten Morgen und einen tollen Start in die neue Woche", klang es aus dem Lautsprecher meines Laptops in der Begrüßungszeit. Welch toller Start in die neue Woche. 12 hoch motivierte SchülerInnen schauten in die Kameras, freuten sich einander zu sehen und erwarteten gespannt den Schulbeginn. Die Agenda: Blitzrechnen (Einmaleins, Divisions- Additions- und Subtraktionsaufgaben inkl. Kontrolle), Wort des Tages (Froschkönigskrone) und der Weißstorch beschäftigten uns in der ersten 3/4 Stunde. Selbstverständlich setzten sich die Kinder wieder unter meiner Anleitung und Begleitung Tagesziele, die wir jeweils in der Reflexionsphase überprüfen. Es schlossen sich Gruppenarbeits- und Einzelarbeitsphase an. Inzwischen kennen sich die Kinder mit den Breakout Räumen aus und das Arbeiten in der Gruppe wird immer effektiver. Es ist ein wahrer Genuss zuzuhören, wie diskutiert, verhandelt und sich zu nächsten Zielsetzungen verabredet wird. Es gelingt allen Kindern Textfelder zu schaffen, in welche sie ihre Sätze und Fragen schreiben. Ein wichtiges Etappenziel der Gruppenarbeit stellten heute die Gespräche über mögliche Lösungen und die Schaffung von Zieltransparenz für die Antworten dar. Begriffe wie Steuer wurden geklärt, aber auch Antworten gefunden auf: Was bedeutet Summe? Spannend war auch, wie sich 9 jährige die Mehrwertsteuer erklären. "Das ist doch ganz einfach: Die Mehrwertsteuer erhalten der Bund, das Land und die Gemeinde." Als ich fragte, was das nun genau bedeutet bekam ich zur Antwort: "Frau Stricker ganz klar, der Bund ist unser Land: Deutschland. Das Land ist Hessen und die Gemeinde ist Karben. Ja ganz klar." Ich bin wahrlich begeistert von meinen SchülerInnen. Mit welchem Wissensdurst sie ihre Aufgaben erledigen, forschen, entdecken und stolz auf ihre Ergebnisse sind. Je offener die Aufgaben, desto kreativer scheinen die Antworten und Ideen zu werden und desto mehr sind die Kinder zu leisten bereit. Im realen Klassenraum wären solche Antworten bisher nicht möglich gewesen. Dies hat sicherlich vielerlei Gründe. Die Medienkompetenz, die sich die Kinder in den letzten 5 Wochen erarbeitet haben, verschafft ihnen ungeahnte Fähigkeiten. Diese weiter auszubauen, ist mein erklärtes Ziel. Nach Beendigung der Gruppenarbeiten schloss sich eine wohlverdiente 15-minütige Pause an. Die Reflexionsphase wurde mit Hilfe der Umfragemöglichkeit erheblich verkürzt und ist dennoch sehr effektiv und anschaulich. Zudem verhilft diese Form der Auswertung, Anschauungshilfen zu verstehen. Die Kinder lernen Tabellen zu lesen und Grafiken zu verstehen. Diese Fähigkeiten werden ihnen sicherlich auch in Zukunft dienlich sein. Ich finde dieses Ergebnis sehr zufriedenstellend, da die meisten Kinder auch heute ein sehr realistisches Selbstbild hatten. Wieso ich diese Behauptung aufstellen darf? Tagesergebnisse müssen mir die Kinder in der Reflexionszeit vorzeigen. Hierdurch verschaffe ich mir einen Überblick über die Arbeitseinstellung und Arbeitsleistung. Da die SchülerInnen dieses Vorgehen inzwischen kennen, brauche ich nicht mehr täglich daran erinnern, sie zeigen ihre Aufgaben, Hefte und Ergebnisse freiwillig und mit Freude. "Darf ich dir noch kurz vorlesen, was ich dazu gefunden habe?" "Frau Stricker, ich habe noch was tolles entdeckt. Darf ich das allen schnell erzählen?" Klingt es aus den Lautsprechern. Ist das für einen Pädagogen nicht herrlich? Mit diesen Worten verabschiede ich mich in den Feierabend und freue mich auf meine SchülerInnen, die ich um 10.00 Uhr am morgigen Tag wiedersehen werde. Tag 26 digitales Klassenzimmer - 19.05.2020 Teilnehmende: 11 Kinder, 2 krank gemeldet, 1 Kind in der Notbetreuung Jipieh!! Keinerlei technischen Probleme. Über welche Dinge man sich so freut. Herrlich. Endlich sind wir wieder vollzählig. Zwei Kinder sind leider erkrankt und nahmen nicht teil. Ich freue mich schon, wenn wir nächste Woche wieder vollzählig sein können. Aber letztlich ist es im realen Klassenraum auch nicht anders: erkrankte Kinder sind nicht anwesend. Die Gruppenarbeiten habe ich auf morgen und nächste Woche verschoben, da mir es wichtig ist, dass alle Kinder dabei sein können und niemand ausgeschlossen wird. Der Unterrichtstag folgte einem ähnlichen Schema wie auch der gestrige: Begrüßungsritual mit kreativen Bewegungen, Blitzrechnen in allen Grundrechenarten, Wort des Tages (Parklandschaft) und Forscheraufgabe: zum Vogel des Tages: Habicht. Es schloss sich Zeit für individuelle Zuwendung an. Einer meiner Schüler nahm wie bereits erwähnt aus technischen Gründen drei Tage nicht am digitalen Klassenzimmer teil, daher widmetet ich mich intensiv den Bedürfnissen dieses Kindes, um sicherzustellen, dass die Aufgaben gut verstanden wurden. Lernen lebt von Miteinander und Austausch. Nach meiner Überzeugung dürfen Kinder mit ihren Fragen nicht alleine gelassen werden. Sie benötigen Unterstützung und haben ein Grundbedürfnis nach Kommunikation. Diesem sollten Lehrkräfte nachkommen. Meine Homepage erhielt heute einen eigenen Bereich für einheimische Vogelarten. Die Kinder schreiben die Steckbriefe, die wir allen Interessierten zur Verfügung stellen möchten. Die beschriebene Seite ist bereits in Arbeit (unter dem Menüpunkt Sachunterricht). Einheimische Vogelarten behandeln wir in Sachunterricht und forschen zu diesem Thema fächerübergreifend. Ich habe bewusst eine offene Forscherfrage formuliert, damit es den Kindern selbst überlassen bleibt, wie sie die wichtigsten Informationen zu den Vögeln herausfinden und aufschreiben. Die SchülerInnen fanden heraus, dass man auch "irgendwie Mathe benötigt". "Die Körpergröße der Vögel kann man messen und Messen ist Mathe": klang es heute zum Thema. "Aber Frau Stricker, dass die Vogelmama 3 - 6 Eier ausbrütet ist doch auch Mathe, oder?" "Ich frage mich, ob die Jahreszeiten eigentlich auch etwas mit Mathe zu tun haben?". "Die Brutdauer ist auf jeden Fall Mathematik, da geht es um Zeit und Zeit kann man auch messen." Selbstverständlich dachten die Kinder auch heute wieder über ihre Tagesziele nach. Wurden diese erreicht? Werde ich heute noch fleißig sein, um zufrieden mit meiner Leistung zu sein? Was nehme ich mir noch vor? Der Unterrichtstag endete mit einer Frage, welcher wir uns morgen näher widmen werden: Was macht mich glücklich? Mich macht glücklich, wenn . . .. Ich freue mich auf diese Erfahrung und werde mir bis morgen auch Gedanken machen. Was macht mich glücklich? Es ist eine sehr schöne Frage zum Einschlafen. Tag 27 digitales Klassenzimmer - 20.05.2020 Teilnehmende: 12 Kinder, 1 Kinder krank gemeldet, 1 Kind noch technische Hürden, die ich in den kommenden vier unterrichtsfreien Tagen lösen werde Ein Tag ohne technische Störungen. Meinen Dank richte ich auch heute wieder an Pilotschulen.de, die das System stabil am Laufen halten. So lässt sich arbeiten. Ab der kommenden Woche werde ich die Tagebucheinträge verändern. Ich werde zukünftig auf Kompetenzen und Lernziele des jeweiligen Tages und der Woche eingehen, da der Ablauf des Unterrichtstages einer fortwährenden gleichen Struktur folgt, die ich inzwischen umfassend beschrieben habe. Ich verfolge damit das Ziel, Transparenz über Lernerfolge zu schaffen. Tag 28 - 32 des digitalen Klassenzimmers - 25.05.2020 - 29.05.2020 Teilnehmende: 14 Kinder - welch ein Erfolg! Ich blicke auf 5 wunderbare Unterrichtstage ohne technische Störungen zurück, an welchen ich mich mit Unterrichtsplanung, Vernetzung und meinem Studium beschäftigt habe. Daher blieb nicht sehr viel Zeit zum Schreiben. In der kommenden Woche werde ich wieder ausführlicher berichten, da es um die Verzahnung von Präsenzunterricht und digitalen Angeboten gehen wird. Dies ist eine neue Herausforderung, welcher ich mich gerne stelle. Es bleibt spannend. Sapere aude! https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/Immanuel_Kant_3.jpg Aktueller Tagebucheintrag Tag 33 - 35 des digitalen Klassenzimmers 04.06.- 09.06.2020 Teilnehmende: 14 Kinder Durch schulpolitische Umstellungen unterrichte ich inzwischen mit einem Blended Learning Konzept. Blended Learning bedeutet, dass ich Präsenzunterricht mit digitalem Unterricht und eigenständigen Lernphasen verbinde. Präsenzschule findet drei mal wöchentlich je drei Schulstunden statt. Das digitale Klassenzimmer ergänzt diesen Unterricht um zwei weitere Tage (dienstags und donnerstags). Hierdurch wird sichergestellt, dass die Kinder täglich begleitet sind. Durch weitere schulpolitische Veränderungen werde ich meinen Unterricht nur noch eine weitere Woche in der bekannten und beschriebenen Weise gestalten, da ab dem 22.06. in Hessen die Grundschulen wieder vollständig geöffnet sein und alle Kinder täglich in den Präsenzunterricht gehen werden. Was dieser Umstellung für meinen Unterricht bedeutet, kann ich aktuell nicht abschließend sagen. Ich für mich weiß jedoch, dass ich die Fähigkeiten, die sich die Kinder in den letzten Wochen angeeignet haben, sicherlich weiter fördern werde. Ich werde als Wochenplan ein Padlet zur Verfügung stellen, auf welches die Kinder zu jederzeit zugreifen können. Der Lernplan in digitaler Form hat eine Reihe von Vorteilen: spart Papier und Druckertoner ist übersichtlich ermöglicht unterschiedliche mediale Zugänge der Lerninhalte ist den Kindern vertraut ermöglicht kollaboratives Arbeiten Weitere Ideen zu meinem zukünftigen Unterricht werde ich veröffentlichen, sobald ich das Konzept ausgearbeitet habe. Die kommende Woche im digitalen Klassenzimmer wird auf jeden Fall wieder sehr spannend. Klaus Adam , der bekannte Geschichtenerzähler und Inhaber von Kidspods.de , wird uns im digitalen Klassenzimmer besuchen und mit der Klasse und mir gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Ich bin von Herrn Adams Ideen total begeistert und bin überzeugt davon, dass dies die Kinder auch sein werden. Bis dahin wünsche ich schöne freie Tage. Ihre Frau Stricker Tag 36 - 40 digitales Klassenzimmers 15.06. - 19.06.2020 In Kürze mehr. Nur so viel bereits jetzt. Das digitale Klassenzimmer läuft weiter und etabliert sich: Projekt: Kidspods.de - Ein Witz wird zu einer Geschichte und mehr....

  • digitales Lernen | Medien für Bildung

    Digitales Lernen... so vielfältig wie die Menschen dahinter! "Entscheidend ist vielmehr, dass Lehrpersonen Unterrichtsqualität ins Zentrum rücken und hinterfragen, warum kann welches Medien sinnvoll für wen wann eingesetzt werden, wann ist es vielleicht besser, doch bei traditionellen Medien zu bleiben. Genau diese Reflexionen sind entscheidend. Sie müssen wir berücksichtigen, wenn wir von Professionalisierung sprechen." (Prof. Zierer 2020) „Ich unterrichte meine Schüler nicht. Ich schaffe Bedingungen, unter denen sie lernen können.“ (Zitat von Albert Einstein)

  • Projekte - Die Perspektive der Kinder | Medien für Bildung

    Buchveröffentlichung: Das digitale Klassenzimmer - Die Perspektive der Kinder Klicken Sie auf das Bild und sie gelangen zum Buch. Quelle: Bild einer Schülerin

  • Klasse 1 | Medien für Bildung

    1. Klasse Grundlagenwissen Mathematik Wissensfilme

  • Digitale Souveränität | Medien für Bildung

    Digitale Souveränität und Kinderrechte Der Begriff "Digitale Souveränität" kann unterschiedliche Bedeutungen haben und wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Um Klarheit über mein pädagogisches Anliegen zu schaffen, möchte ich den Begriff im Folgenden klären: Befindet sich in Arbeit: Ich schreibe aktuell an einer Hausarbeit zum Thema. Sobald diese fertiggestellt ist, werde ich sie an dieser Stelle veröffentlichten.

  • Kunst & Musik | Medien für Bildung

    00:00 / 06:13 Mondscheinsonate von Beethoven Wenn du dich für klassische Musik interessiert, schaue dich weiter unten um. Musik & Kunst Blogbeiträge zur Musik Instrumentenwissen & Geschichte Instrumente Klassische Musikwerke Bolero Bolero - Maurice Ravel Die Moldau Die Moldau - Bedrich Smetana Habanera Habanera - Georges Bizet Wer bin ich? Bedrich Smetana * 02.03.1824 + 12.05.1884 tschischer Komponist der Romantik Wer bin ich? Maurice Ravel * 07.03.1875 + 28.12.1937 französischer Komponist des Impressionismus Wer bin ich? Georges Bizet * 25.10.1838 + 03.06.1875 französischer Komponist der Romantik Quellen: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/78/Maurice_Ravel_1925.jpg https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/60/Smetana.jpg http://www.metronimo.com/fr/portraits/show.php?start=0&file=bizet3.jpg&album=7, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=126335 Bilder einer Ausstellung - Modest Moussorgsky Höre dir die Musikstücke an. Kannst du dir vorstellen was die Musikstücke erzählen? Promenade Modest Moussorgsky 00:00 / 00:57 Der Gnom Modest Moussorgsky 00:00 / 02:32 Das alte Schloss Modest Moussorgsky 00:00 / 04:50 Die Tuilerien - Spielende Kinder im Streit Modest Moussorgsky 00:00 / 01:04 Der Ochsenkarren Moussorgsky 00:00 / 02:50 Ballett der unausgeschlüpften Küken Moussorgsky 00:00 / 01:11 Das Heldentor - Kiew Moussorgsky 00:00 / 06:19 Kreatives: Vielleicht magst du ein Bild zu jedem Musikstück zeichnen? Vielleicht magst du deine Gedanken aufschreiben. Was stellst du dir vor, wenn du die Stücke hörst? Modest Moussorgsky Klick hier und du erfährst Wissenswertes zum Komponist Modest Moussorgksy und zu seinem Werk Bilder einer Ausstellung . Quellen: http://cc0.oer-musik.de/Audioplayer/Index/600001051-bilder https://pixabay.com/de/photos/menschen-mann-k%C3%BCnstler-malerei-2590655/ https://pixabay.com/de/photos/tor-pforte-schloss-burg-historisch-3940385/ https://pixabay.com/de/photos/fassade-hauswand-gem%C3%A4lde-2916005/ https://pixabay.com/de/photos/ochsenkarren-paraguayer-stra%C3%9Fe-baum-184621/ https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Tor_von_Kiew#/media/Datei:Kiev_gate_2001_07_09.jpg https://pixabay.com/de/photos/eier-ente-nest-natur-versteckt-5005835/ https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Modest_M%C3%BAsorgski,_por_Ili%C3%A1_Repin.jpg#/media/Datei:Modest_M%C3%BAsorgski,_por_Ili%C3%A1_RepinFXD.jpg

  • Klasse 4 | Medien für Bildung

    Mathe im Netz Rechnen mit Geld Rechnen mit Größen Einmaleinstabelle Memo Spiel Addition & Subtraktion Memo Spiel Multiplikation & Division Blitzrechnen Klasse 4 Wissensfilme Halbschriftliches Rechnen Die vier Grundrechenarten Schriftliches Subtrahieren

  • Materialsammlung | Medien für Bildung

    Arbeitsmaterial zu den Filmen Wörtersammlung Gedichte Text planen Text/Textsorten Nomen verwandte Wörter suchen

  • wissenschaftliche Texte | Medien für Bildung

    Technische Universität Kaiserslautern Distance and Independent Studies Center (DISC) Master - Fernstudiengang “Schulmanagement” Portfolioarbeit Zum Studienmodul SM0500 Welche Gelingensbedingungen sind notwendig für ein digitales Klassenzimmer einer dritten Klasse? Stricker, Christiane Ziegelhofring 52 61118 Bad Vilbel christiane.stricker@yahoo.de Abgabedatum 27.08.2020 Gliederung 1. Einleitung 2. Aufgabenteil 2a. Vergleichende Darstellung von Forschungsstandpunkten mit eigenem Resümee. Welche Forschungsstandpunkte gibt es? Darstellung und Analyse divergierender Aussagen in wissenschaftlichen Texten mit eigener Schlussfolgerung 2b. Recherche zu wissenschaftlich aufgesetzten Internetinhalten (Universitäten, Ministerien, anerkannten Foren etc.) mit eigenem Kommentar Darstellung und mit eigener Reflexion versehene Quellen aus wissenschaftlichen Internetseiten 2c. Protokolle und Zusammenfassungen von Mitschriften affiner Veranstaltungen (Teilnahmebescheinigungen sind im Anhang beizufügen) – Webinare zur Verbesserung der digitalen Unterrichtsqualität - Lehrerprofessionalität 2d. Statements auf der Grundlage der Studieninhalte 2e. Darstellung von Projektmitarbeiten, in die Studieninhalte eingeflossen sind. 2f. Reflexion über Schlüsselerlebnisse, in deren Rahmen stattgefundene Auseinandersetzungen und Einfluss auf weitere eigene Meinungsbildung und Weiterarbeit 3. Resümee 4. Literaturangaben 1. Einleitung „Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht.“ Johann Wolfgang von Goethe Die vorliegende Portfolioarbeit beschäftigt sich mit Gelingensbedingungen für ein digitales Klassenzimmer einer dritten Klasse in der Zeit der Corona Schulschließungen. Sie zeigt auf, weshalb die digitale Unterrichtsform ihre Begründung findet, wie es dazu kam, dass eine rasante Unterrichtsentwicklung vom Präsenzunterricht zu digitalem Lernen stattfinden konnte und was nötig ist, um digitalen Unterricht für schulisches Lernen gewinnbringend einzusetzen. Während der Schulschließungen wurde der bekannte Präsenzunterricht durch Homeschooling ersetzt. Der Begriff Homeschooling ist ggf. irreführend und wird sehr unterschiedlich definiert. Ich werde im Verlauf der Arbeit den Begriff nach der Definition von Meyer verwenden: „Homeschooling ist ein durch die Schule organisierter Fernunterricht, in dem das gemeinsame Arbeiten in der Klasse/im Lernverband zeitlich befristet aufgehoben und durch individualisierte Hausarbeit ersetzt wird. Sie wird in unterschiedlichem Umfang von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten beaufsichtigt und von der Schule durch die Arbeit mit Bildungsservern und den Einsatz digitaler Medien unterstützt.“ (Meyer 2020, S.2) Zu Beginn werde ich auf konträre Forschungsstandpunkte zur Digitalisierung eingehen, die ich auch aufgrund eigener Erfahrungen in einer Synthese zusammenführe. Die folgende Aufgabe ist eine Recherche zu wissenschaftlich aufgesetzten Internetinhalten, welche 5 Empfehlungen für digitales Unterrichten ausspricht und aufzeigt, dass eine veränderte Pädagogik auch veränderte Strukturen benötigt und was durch unterstützende Politik vorangebracht werden könnte. Ich werde Fortbildungen vorstellen, welche mir im Rahmen meiner pädagogischen Professionalisierung Unterstützung boten und darstellen, welche Lernfortschritte hierdurch erzielt werden konnten. Auf der Grundlage der Studieninhalte werde ich im Weiteren auf Statements zum digitalen Klassenzimmer eingehen, welche sowohl im Internet, als auch in einer Zeitschrift (Grundschule) veröffentlicht wurden. Auch werde ich das Projekt: das digitale Klassenzimmer, näher erläutern und vorstellen. Den Aufgabenteil schließen Schlüsselerlebnisse ab, welche Einfluss auf meine eigene Meinungsbildung und Weiterarbeit im Rahmen von Unterrichtsentwicklung und digitalem Lernen hatten. In einem abschließenden Resümee kläre ich, ob meine Forschungsfrage: Welche Gelingensbedingungen sind für ein digitales Klassenzimmer einer dritten Klasse notwendig?, beantwortet werden konnte und somit das Ziel der Arbeit erreicht wurde. Ich lege meinen Lernzuwachs dar und fasse Lernziele und Kompetenzentwicklungen der Kinder zusammen. 2a. Vergleichende Darstellung von Forschungsstandpunkten mit eigenem Resümee. Welche Forschungsstandpunkte gibt es? Dieser Artikel widmet sich zum einen zwei Antithesen, sowie zum anderen bildungstheoretischen Standards nach Hilbert Meyer für zeitgemäße Lernkulturen, welche in einem Fazit durch eigene Erfahrungen zusammengeführt werden. Antithese 1 besagt, dass Digitalisierung schädlich sei, stellt den pädagogischen Wert in Frage und geht davon aus, „dass eine zunehmende Digitalisierung Lernen sogar verhindern könnte.“ (Zierer 2020, S. 19). Antithese 2 stützt sich darauf, dass sich „Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko der Strahlung geben, die durch neue Medien verursacht wird“ (Zierer 2020, S. 22) und Digitalisierung letztlich zu unterschiedlichen Erkrankungen führen kann. Prof Hilbert Meyer konstatiert, dass digitale Unterrichtsmedien „per se weder schlecht noch gut“ (Rolff/Brägger 2020, S. 54) seien und dass es darauf ankäme, was man mit diesen macht. Im Verlauf des Artikels werde ich eine Synthese aus den Positionen erarbeiten. Das digitale Klassenzimmer sowie die Gelingensbedingungen sind in Deutschland bisher kaum erforscht. Dies liegt daran, dass die Digitalisierung, vor allem in den Grundschulen, noch wenig vorangeschritten ist. Das Hessische Digitalpakt-Gesetz – HdigSchulG trat am 25. September 2019 in Kraft. Zielsetzung ist, eine flächendeckende kommunale Bildungsstruktur zu schaffen. Im Rahmen der Corona Schulschließungen am 16.03.2020, zeigte sich, dass Schulen bisher kaum über eine angemessene Infrastruktur oder und demzufolge auch über keine Konzepte verfügen. So erklärt sich, dass Lehrkräfte auf sich alleine gestellt nach Lösungen zur Beschulung der Kinder suchen mussten. Das digitale Klassenzimmer, als Modellversuch einer dritten Klasse, wurde selbstständig von mir initiiert, demzufolge gibt es bisher keine zusammenfassenden Studienergebnisse. Der Einsatz digitaler Medien ist umfassender erforscht, daher werde ich mich maßgeblich mit den Grundvoraussetzungen, der kommunalen Bildungsstruktur sowie der Gelingensbedingungen beschäftigen. Bereits Johann Wolfgang von Goethe schrieb: „Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht.“ Was ist diesem Satz im Rahmen dieser Arbeit zu entnehmen? Ein wichtiger Faktor des Gelingens ist die Lehrerprofessionalität. Zunächst werde ich mich in einem kurzen Exkurs den Bedürfnissen der SchülerInnen widmen, die zuhause ihre Aufgaben alleine bewältigen mussten und unbedingt den menschlichen Aspekt, die Lehrperson und Lerngruppen benötigten, um Lernen zu können. Lernen benötigt Miteinander. Kinder brauchen zudem die soziale Interaktion, um sich gesund entwickeln zu können. Wie konnte Miteinander im Rahmen der Schulschließungen gelingen? Der Einsatz von Vidoekonferenztools ermöglichte gemeinsames Lernen, aber jeder Einsatz von Technik benötigt den Menschen, „der sie bedient, um ihre Wirkung zu zeigen“ konstatiert Zierer (Zierer 2020, S. 127). Es kommt also auf die Lehrperson an, ob digitale Bildung oder das digitale Klassenzimmer gelingen kann, da digitale Medien auch gefährlich sein können, Manfred Spitzer prophezeit sogar eine „Digitale Demenz“ (vgl. Spitzer 2014, S.298). Was bedeutet demzufolge Lehrerprofessionalität im Zusammenhang mit digitalen Medien und dem digitalen Klassenzimmer? Es ist von Bedeutung, dass Lehrkräfte Fachwissen haben, essentiell hingegen ist, dass Lehrkräfte pädagogische und didaktische Kompetenzen aufweisen, die nach Zierer und Hattie, die „Fachkompetenz zum Leben erweckt“ (Zierer 2020, S. 129). Prof Hilber Meyer definiert sechs Standards: Standard 1: Übergeordnetes Ziel des Unterrichts ist die Beförderung von Selbstständigkeit und Mündigkeit Standard 2: Schulische Bildung entfaltet sich in einer Dialektik von Führung und Selbsttätigkeit Standard 3: Unterricht hat dialogischen Charakter Standard 4: Im Zentrum des Unterrichts steht das Thema Standard 5: Lernen ist immer und nicht nur hin und wieder ein „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Standard 6: Lernen kann jeder nur für sich. Aber der Lernprozess erfolgt in der Gemeinschaft Digitales Lernen ist demzufolge kein Selbstläufer, auch wenn es verlockend scheint, die Kinder sich selbstständig mit Medien beschäftigen zu lassen und LehrerInnen hierdurch scheinbare Entlastung erfahren. Diese mediale Beschäftigung ist aber nur sinnvoll und vertretbar, wenn die Kinder ihr Handeln im Dialog mit Lehrkräften, von Lehrerprofessionalität nach Meyer geprägt, reflektieren. Dabei muss die Lehrkraft lenken, leiten und begleiten und bereit sein für Auseinandersetzungen und Herausforderungen, die ein stetiges Anpassen von Unterricht verlangen, welcher nach den 12 Prüfsteinen für die Arbeit mit digitalen Unterrichtsmedien geplant sein sollte (Rolff/Brägger 2020, S. 70). Quelle: Rolff/Brägger 2020, S. 70 Resümee: Im Rahmen dieser Arbeit kann zwar nicht vertiefend auf die einzelnen Standards zur Lehrerprofessionalität eingegangen werden, zusammenfassend ist aber festzuhalten, dass die scheinbare Medienmündigkeit der „digital natives“ SchülerInnen, geprägt von Souveränität im Surfen, im Chatten und im Nutzen von Apps, durch Schule und Unterricht in eine echte Mündigkeit zu überführen ist, so dass SchülerInnen in der Lage sind, Fragen zu beantworten wie: Was macht die intensive Mediennutzung mit mir? Welche Vorteile, welche Nachteile hat sie für mich? Wie kann ich digitale Medien gewinnbringend in meinen Lernprozess einbinden? Welche ethischen Spielregeln gilt es im Rahmen der Nutzung einzuhalten? Viele weitere Fragestellungen sind relevant. Im Rahmen dieser Arbeit stehen die eben genannten stellvertretend für viele weitere (vgl. Rolff/Brägger 2020, S. 70). Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und SchülerInnen haben die gemeinsame Aufgabe, sich an digitaler Schulentwicklung zu beteiligen. Es sollte durch den Unterricht gelingen, sowohl technisches Know-how, Datenschutzbewusstsein und Problemlösefähigkeit als auch Persönlichkeitsbildung und Selbstbestimmung zu vermitteln und zu verbessern. Dies ist die Aufgabe von Schule und ihrer Lehrkräfte, da in der Nutzung von digitalen Medien einerseits sowohl auf gesundheitlicher sowie emotionaler Ebene viele Gefahren stecken, sie andererseits aber auch nicht mehr wegzudenken ist und eine sinnvolle Nutzung vermittelt werden muss. SchülerInnen benötigen die Fähigkeit, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen, da wir heute nicht wissen, welche Fähigkeiten unsere SchülerInnen in ihrer Zukunft benötigen. Die Welt ändert sich rasant, die Einsicht darüber muss „zum Grundprinzip digitaler Bildungsprozesse gemacht werden“ (Diethelm 2016, S.3). Dabei sind Irrwege und Freiräume genauso unerlässlich wie gemeinsame Zeit mit MitschülerInnen und Lehrkräften, für Streit, Diskussion und Erkenntnis. Lehrkräfte müssen ihre SchülerInnen auf diesem Weg begleiten und stark machen für deren Zukunft, indem Sie beispielsweise Ihren digitalen Unterricht nach den 12 Prüfsteinen für die Arbeit mit digitalen Medien nach Meyer und Junghans (Rolff/Brägger 2020, S. 70) planen und evaluieren, um einerseits pädagogische Chancen zu eröffnen und andererseits die Risiken der Ineffektivität und Verschwendung von Denkleistung zu vermeiden (vgl. Klimmt 2020, S. 4). 2b. Recherche zu wissenschaftlich aufgesetzten Internetinhalten (Universitäten, Ministerien, anerkannten Foren etc.) mit eigenem Kommentar Welche Chancen eröffnen sich durch ein digitales Klassenzimmer? Der nachfolgende Text beschäftigt sich mit 3 unterschiedlichen Internetinhalten zum Thema „Home School“ oder „Homeschooling“ und dem Einsatz von Videokonferenzen, welche zunächst kurz vorgestellt und anschließend in einem Fazit mit eigenen Erfahrungen zusammengeführt werden. Es wird beleuchtet, warum und vor allem wie es gelingt, digitale Medien gewinnbringend, in Form von „Online – Präsenzzeiten“ und „digitalem Klassenzimmer“ durch die Lehrkräfte, einzusetzen. Text 1 5 Empfehlungen für digitales Unterrichten im Schuljahr 2021/21: Von der Corona-Stolperfalle zum systematischen Ansatz (Prof. Christoph Klimmt) Die 5 Empfehlungen von Klimmt, mit welchen digitales Unterrichten gelingen kann, werden im weiteren Verlauf näher beleuchtet. Empfehlung 1: Stärken und Schwächen von „School School“ und „Home School“ strategisch nutzen. Nach Klimmt kann man schulisches Lernen „vereinfacht als lange Reihe kognitiver Aufgaben der Typen „Verstehen/Verknüpfen“, „Memorieren/Trainieren“ sowie „Anwenden/Produzieren“ charakterisieren“ (Klimmt 2020, S.4). Durch die Corona bedingten Veränderungen der Lern- und Schulsettings ist es nötig, sich diese unterschiedlichen Typen genauer anzuschauen und herauszuarbeiten, was welches Setting leisten kann. Der bekannte Präsenzunterricht hat seine Stärken im „Verstehen und Verknüpfen“ von neuen Inhalten. Er ermöglicht den Nachfrage-Dialog zwischen SuS und Lehrkraft, das Peer-Teaching, in welchem sich SuS gegenseitig unterstützen und eröffnet der Lehrkraft eine Perspektivenvielfalt der Darstellungsmöglichkeiten. Diese 3 Aspekte finden im Homeschooling nicht statt, es sei denn Lehrkräfte stehen per Vidoekonferenzen zur Verfügung. Daher ist das Einrichten eines digitalen Klassenzimmers zur Vermittlung von Verstehens- und Verknüpfungsprozessen unerlässlich. Sowohl „Memorieren/Trainieren“ als Informationsverarbeitungsformen als auch „Anwenden/Produzieren“ sind für Homeschooling und Präsenzunterricht geeignet. Zu Hause digital Lernen hat Stärken. Besonders hervorzuheben ist, dass die Kinder in ihrem individuellen Tempo ihre Lernzeit gestalten können. Auch können externe Quellen und Erklärvideos beim Lernen unterstützen. Bei der Unterrichtsplanung ist mit einzubeziehen, dass wahrscheinlich Unterstützung bei der Selbstregulation fehlt und daher Umfang und Schwierigkeitsgrade darauf abgestimmt werden müssen. „Lernen ist anstrengend und mühsam“ (Klimmt 2020, S.5), verlockende Ablenkungen (Kühlschrank, Netflix, Tiere, Spielekonsolen) müssen von den Lehrkräften beachtet und Aufsichts- und Motivationsimpulse sollten eingeplant werden. Empfehlung 2: Präsenzunterricht für das kostbare soziale Miteinander reservieren SchülerInnen haben unter den sozialen Einschränkungen gelitten. Dauerhaft konzentrierte Denk- und Lernleistungen sind nur zu erbringen, wenn Kinder und Jugendliche psychisch und körperlich gesund sind. Klimmt konstatiert, dass Schulklassen „soziale Strukturen“ sind, „in denen Kohäsion, Kooperation, Team Spirit und auch Konfliktmanagement permanent geleistet werden muss“ (Klimmt 2020, S. 5). Der Fokus der Lehrkräfte sollte daher auf der sozialen Arbeit (Spiele, Quizze, Erzählrunden, Geburtstage, Integration von Außenseitern, Klassenbrieffreundschaften mit Übersee) liegen und nicht auf der akademischen Notwendigkeit. Empfehlung 3: So viel Präsenzlehre wie möglich aufzeichnen Effektiver Unterrichtsbetrieb ist möglich, wenn es „möglichst wenig Disruption im Lernfluss gibt“ (Klimmt 2002, S.6). Bei Schulschließungen oder Unterrichtsausfall „drohen erhebliche Einbußen und Rückschritte mit Blick auf das zuvor Erreichte“ (Klimmt, ebenda). Spontane, nahtlos ansetzende Reaktionen sind nötig, um pädagogische Professionalität zu wahren. Planungsvorsorge in Form von Aufzeichnungen, sowohl Video- als auch Audiodateien des Präsenzunterrichts können dazu beitragen auch bei Schulschließungen und Ausfall an das zuvor Gelernte anzuknüpfen. Das Erstellen eines Aufzeichnungsarchivs kann im Bedarfsfall nützlich sein. Empfehlung 4: Das Schüler-Smartphone zur Lebenswelt-Schnittstelle des Unterrichts machen Das Einbeziehen der Lebenswelt ist ohnehin eine pädagogische Basistechnik. Das Smartphone der SchülerInnen kann ein zentraler Weg für Verstehen und Aneignung für nahezu alle SchülerInnen sein. Lebensweltbezogene Varianten der Gegenstandserarbeitung lassen sich operationalisieren: Fotos von historischen Objekten des Wohnorts für Sach- und Heimatkunde, Vorher-Nachher-Fotos physikalischer Versuche in der Küche, Selfie-Videos von trainierten Bewegungsfolgen im Sportunterricht, Aufzeichnungen englischsprachiger Konversationen mit einer Schulfreundin. Der Einbezug der Lebenswelt ist motivierend, „stärkt die Denk-, Verstehens- und Behaltensleistungen und erzeugt speicherbare Portfolios“ (Klimmt 2020, S. 7), die bei Bedarf auch bewertet werden können. Empfehlung 5: Entlastung durch (digitales) Teamwork und kollegiales Stress-Coping Da aufgrund von SARS-COV-2 mit weiteren Einschränkungen und Zusatzbelastungen zu rechnen ist, ist auf gegenseitige Entlastung zu achten. Teamwork, vor allem digital, das Erstellen von Lernvideos, welche sich gegenseitig zur Verfügung gestellt werden sowie Stärkung des Teamgeistes mit einer damit verbundenen positiven Arbeitsstimmung können dazu beitragen, „Motivation zu bewahren und Stress zu mildern“ (Klimmt 2020, S.8). Ein Wir - Gefühl im Kollegium kann Schutz vor jeglichen Herausforderungen sein, mit welchen auch weiterhin zu rechnen ist. Text 2 Veränderte Pädagogik braucht veränderte Strukturen – Impulse für Schulentwicklung am Beispiel der Alemannenschule Wutöschingen (Stefan Ruppaner / Johanns Zylka) „Ach, eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert.“ (Ruppaner 2002, S. 6), so Stefan Ruppaner, Schulleiter der Alemannenschule Wutöschingen. Welche Pädagogik macht eine solche Aussage trotz der veränderten Situation – Schulschließungen – möglich? Die Alemannschule Wutöschingen zeigt mögliche Ansätze für eine veränderte Lern- und Arbeitskultur auf, die es schafft SchülerInnen auch zu Hause mit Unterricht zu versorgen. Was ist in Wutöschingen anders als in den meisten Schulen? Eigentlich ist alles anders: Individualisierung, Kooperatives Lernen und veränderte sowie gänzlich neue Lernorte (auch außerhalb der Schule) sind gelebte Schulpraxis. Digitales Lernen wird hierbei nicht isoliert gesehen, sondern wird in den Schulalltag integriert. An der Allemannenschule gibt es keine Bücher, keine Klassen, Klassenzimmer oder Unterrichtsstunden, sondern 6 Lernräume: Lernatelier, Marktplatz, Inputräume, Räume für den Clubunterricht, Lebensräume und Digitaler Lernraum. Diese Lernräume sollen durch die positiven Erfahrungen während der Schulschließungen durch einen siebten Raum, das Home-Office, erweitert werden. Auch haben alle SchülerInnen ein eigenes I-Pad („one-to-one Lösung“) und nutzen die digitale Lernplattform DiLer sowie Materialien zum eigenverantwortlichen Lernen, welches über Jahre hinweg erarbeitet und über ein gemeinnütziges Materialnetzwerk zur Verfügung gestellt wird. Hierdurch sind sie gut gerüstet, um Lernen bestmöglich zu gestalten. Nach Ruppaner sind die Rahmenbedingungen in Schulen häufig mangelhaft. Schulleitungen und Kollegien erfahren durch Politik zu wenig Unterstützung. Es mangelt an Ausstattung und geeigneten Arbeitsbedingungen. Dies bremst Schulentwicklung. Erfolgreich während der Schulschließungen war, wer sich bereits zuvor auf einen veränderten Weg begeben hat und Schulentwicklung – auch digital – vorangebracht hat. Immense Kluften taten sich auf bei denjenigen, welche dies nicht taten. SchülerInnen aus Wutöschingen äußerten den Wunsch, auch öfter von zu Hause aus lernen zu dürfen, da sie „endlich in Ruhe zu Hause lernen können und nicht so lange unterwegs sein müssen.“ (Ruppaner 2002, S.6). Jedoch bedarf es stets der Begleitung und Unterstützung durch Erwachsene, damit Lernen gut gelingen kann. Ein weiterer wichtiger Baustein sei die Haltung. Das Leitbild der Alemannenschule verdeutlicht die Grundlagen für gelingende Bildung: Quelle: Ruppaner/Zylka (2020) Text 3 5 Punkte für eine zügige Digitalisierung der Schulen in Niedersachsen Niedersachsens Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung hat bis 2022 die Ziele: die flächendeckende Versorgung Niedersachsens mit Breitband–Internet, Beschleunigung der Digitalisierungsprozesse in der Gesellschaft und die digitale Professionalisierung der Landesverwaltung Niedersachsens (Muhle 2020, S.1). Es wird auf zeitgemäßes Lernen gesetzt, geprägt von videobasiertem Lernen, Organisationsfortschritt (auf „Fahrerei“ kann verzichtet werden und Betreuungsfragen lassen sich auch einfacher klären) und digitaler Kontaktmöglichkeiten. Mit Hilfe der Lehrkräfte, ihrem Engagement und ihrer Bereitschaft Neues zu wagen, trotz unbekannten Ausgangs sowie ihrem Pragmatismus seien, so Muhle, wesentliche Voraussetzungen zur Digitalisierung geschaffen. In einem 5 Punkte Programm soll sich Niedersachsens Bildungslandschaft verändern: Einführung von Lernmanagementsystemen als Basis für Kommunikation, Lernen und digitalem Fortschritt Es werden datenschutzkonforme Messenger benötigt, die in den Schulen eingesetzt werden dürfen. Digitale Endgeräte für alle SchülerInnen - Digitale Endgeräte müssen als Lernmittel im Schulgesetz verankert sein, deshalb sollen Gesetzesänderungen vorgenommen werden. Dienstgeräte für Lehrpersonen - BeamtInnen des Landes benötigen angemessene Arbeitsgeräte, welche entkoppelt von ihren privaten Endgeräten sind. Zentrale Orte – Bildungshubs – Vernetzung, Austausch und Qualifikation der Lehrkräfte in Sachen Digitalisierung, Technik und zeitgemäßem Lernen werden gebraucht, daher werden hierfür 5 zentrale Bildungshubs entstehen. Die Plattform Niedersachsen.digital wurde eingerichtet, um Menschen mit digitalen Affinitäten zusammenzubringen, den Austausch zu optimieren, voneinander zu lernen oder auch nachzuahmen, was bei anderen gut funktioniert. Muhle hält daran fest, dass digitale Bildungsexperimente der Ursprung zügiger Digitalisierung sein werden. Fazit: Welche Gelingensbedingungen sind notwendig, um digitales Lernen von zu Hause zu ermöglichen und warum ist es sinnvoll und wichtig, die SchülerInnen auch zu Hause weiter zu begleiten? Grundsätzlich bedarf es einer veränderten Lern- und Unterrichtskultur. Die Corona Krise hat auf vielfältige Weise Defizite unseres Schulsystems aufgedeckt (vgl. Ruppaner/Zylka 2020, S.7), die es aufzuarbeiten gilt. Der Unterricht im Klassenverband mit Arbeitsblättern und Lehrbuchseiten, welche zur gleichen Zeit von allen gleichzeitig bearbeitet werden sollen, ist nicht zeitgemäß, widerspricht sinnvollem und nachhaltigem Lernen und der Natur des Menschen. Neue Lernkulturen werden benötigt, die es an einigen Schulen bereits gibt (vgl. Ruppaner/Zylka 2020, S.4). Hier darf gerne von gelingenden Beispielen abgeschaut werden, um Ressourcen zu schonen und die Gesundheit zu erhalten. Die Lehrkräfte sollten stetig an ihrer Lehrerprofessionalität im Sinne von Prof. Zierer (vgl. Zierer 2020, S. 127) arbeiten. Auch die LehrerInnen sollten stets weiterlernen und ihr Handeln evaluieren und anpassen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung und Ausstattung durch die Politik (vgl. Muhle 2020, S.3). Wenn diese flächendeckend gewährleistet sind, dann können auch die Schulleitungen und ihre Lehrkräfte das „digitale Handwerkszeug“ in ihren Unterricht einplanen und passende Konzepte für die SchülerInnen entwickeln (vgl. Muhle 2020, S. 2). Prozesse des Verstehens und Verknüpfens gelingen, wenn Sie von Lehrpersonen begleitet werden, daher ist das Einrichten eines digitalen Klassenzimmers in Form von Videokonferenzen eine sinnvolle Möglichkeit, die SchülerInnen als Lernbegleiter zu unterstützen. Aus lernpsychologischer Sicht ist es nötig, die Taxomiestufen nach Bloom zu durchlaufen. Gelingt es den Lehrkräften, die SchülerInnen auf diesem Weg zu begleiten, sie zu mündigen, selbstständigen Lernen zu erziehen, dann sind sie gewappnet für ihre ungewissen Zukunft, die erfordert, immer wieder auf neue Situationen angepasst, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. 2c. Protokolle und Zusammenfassungen von Mitschriften affiner Veranstaltungen – Webinare zur Verbesserung der digitalen Unterrichtsqualität Im Verlauf meiner eigenen Lehrerprofessionalisierung im Rahmen des digitalen Lernens, habe ich sowohl im Selbststudium, als auch mit Unterstützung durch Webinare meine digitale Unterrichtsqualität zu verbessern versucht. Exemplarisch möchte ich folgende Veranstaltungen, die ich hierzu in der Zeit von April bis Juni 2020 besucht habe, auflisten: 16.04.2020 Webinar „So gelingt Musikunterricht auf Distanz“ 27.-30.04.2020 Friedrich Verlag Digital unterrichten: So funktioniert Lernen mit digitalen Medien – Referent Bob Blume Lugert Verlag 13.05.2020 „Erklärvideos schnell und einfach selbst erstellen“ – eine Methode für den Musikunterricht auf Distanz Lugert Verlag 14.05.2020 „Wie Musik die Beziehung zu Eltern und Kindern in der Corona Zeit stärken kann“ Lugert Verlag 26.05.2020 „Musikpraktische Homeschooling Ideen für die 1. und 2. Klasse“ Friedrich Akademie „Homeschooling: Unterrichten im digitalen Klassenzimmer“ 02.,03.,05.06.2020 Nikola Poitzmann Hessische Lehrkräfteakademie „Digitale Unterrichtsorganisation und Erstellung von digitalen Aufgaben“ 08.06.2020 SPH pädagogisches Netzwerk „Mein Unterricht zur Unterrichtsdokumentierung, Anwesenheits- sowie Leistungserfassung für Lehrende“ 29.05.2020 Medienzentrum Main-Taunus-Kreis „Das virtuelle Klassenzimmer – der Einsatz einer digitalen Pinnwand im Onlineunterricht der Grundschule und Förderschule Hessische Lehrkräfteakademie“ 04.06.2020 Friedrich Akademie „Schule in Zeiten von Corona: gesund, stark, solidarisch - Botho Priebe. 08.,09,,10.06.2020 Hackathon „Wir für Schule“ Verzahnung von Präsenzunterricht und Homeschooling Forum Bildung Digitalisierung „Medienkonzept nachhaltig implementieren“ 01.04.2020 Forum Bildung Digitalisierung „Datenschutz“ 22.06.2020 Da ich im Rahmen dieser Arbeit nicht auf alle näher eingehen kann, werde ich einige Mitschriften und Erfahrungen exemplarisch aufführen: zu 3.: Erklärvideos schnell und einfach selbst erstellen Besonders hat mich das Erstellen von Erklärvideos fasziniert, da ich, durch meinen eigenen Lernprozess erfahren, gerne auf Lernvideos und Mitschnitte von Präsenzveranstaltungen zurückgreife. Bereits bevor ich diese Webinar besuchte, begann ich, eigene Erklärvideos für meine SchülerInnen zu erstellen und diese für meinen Unterricht einzusetzen. Beispiele meiner erstellten Lernvideos: https://www.medienfuerbildung.com/schreiben-mit-der-eule https://www.medienfuerbildung.com/wort-des-tages https://www.medienfuerbildung.com/rechtschreibung-mit-dem-fuchs Im Rahmen des Webinars „Erklärvideos schnell und einfach erstellen“ war ich total fasziniert von der vorgestellten Legetechnik. Es wurde umfassend erklärt, welche Ausstattung man benötigt und wie man ein solches Video didaktisch aufbaut. Auch die Materialien wurden im Anschluss allen Teilnehmern zu Verfügung gestellt, so dass dem Nachahmen nichts mehr im Wege stand. Zu 4.: Wie Musik die Beziehung zu Eltern und Kindern in der Corona Zeit stärken kann Das Webinar „Wie Musik die Beziehung zu Kindern und Eltern stärkt“ zeigte eindrücklich, wie es gelingen kann, trotz Distanz mit Hilfe von Musik eine Beziehung zu den Kindern aufrecht zu erhalten und einen Gemeinschaftssinn zu wecken. In meinen Unterricht habe ich einige der Beispiele selbst erprobt. Kinder und ich waren begeistert. Im Anhang findet sich das umfassende Handout, aus welchem Inhalte und Praxisbeispiele hervorgehen. Zu 10: Schule in Zeiten von Corona: gesund, stark, solidarisch - Botho Priebe Dieses dreiteilige Webinar zu je 45 Minuten beschäftigte sich mit folgenden Themen: Teil 1: Gesunde Schule in Corona-Zeiten: Worauf Sie jetzt achten müssen. Teil 2: Inklusion: Was Sie gerade jetzt wissen und können sollten. Teil 3: Gemeinsam stark: Ohne Eltern geht es nicht, gerade jetzt. Folgende Kompetenzen wurden vermittelt: „Sie kennen die Rahmenbedingungen der Wiederöffnung der Schulen und können Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie Pausenregelungen, Notbetreuung und digitale Konzepte umsetzen. Sie kennen Dimensionen des Begriffs Inklusion und können Diagnose- und Förderplanungsinstrumente einsetzen. Sie erhalten Antworten auf Fragen zum Gesundheits- und Infektionsschutz an inklusiven Schulen in Zeiten von Corona. Sie kennen die wesentlichen Neuerungen in der Zusammenarbeit mit Eltern und können Beratungsgespräche optimal strukturieren.“ (Friedrich Verlag 2020) Alle Webinare haben mein Wissen erweitert, auch wenn einige davon Themen und Inhalte vorstellten, welche ich bereits zu diesem Zeitpunkt mit meiner Klasse umsetzte. Grundsätzlich kann ich alle Lehrkräfte nur ermutigen, sich auf Webinare einzulassen. Sie ersparen nicht nur lange Fahrzeiten, sondern ermöglichen die Weiterbildung und sind daher zur eigenen Professionalisierung sehr zu empfehlen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass sie auch abends oder nachmittags zu besuchen sind, so dass es zu keinen Ausfällen des Präsenzunterrichts und Vertretungsbedarf kommen muss. Betreuungsschwierigkeiten von eigenen Kindern können sich erübrigen, da Webinare von zu Hause besucht werden und auf Inhalte durch die Datenarchivierung zu selbst gewählten Zeitpunkten zurückgegriffen werden kann. 2d. Gehaltene Referate, Präsentationen oder Statements auf der Grundlage der Studieninhalte „Die wichtigste Voraussetzung für kumulative und anspruchsvolle Lernprozesse sind nicht formale Schlüsselqualifikationen, sondern ist eine solide und gut organisierte Wissensbasis, d.h. ein in sich vernetztes, in verschiedenen Situationen erprobtes und flexibel anpassbares Wissen („intelligentes Wissen“), das Fakten, Konzepte, Theorien und Methoden gleichermaßen umfasst.“ (Helmke 2018, S.13), so Helmke in seinem Studienbrief zur Unterrichtsqualität. Was bedeutet das für das schulische Lernen, für den einzelnen SchülerIn im Rahmen des digitalen Lernens? Nach Helmke ist es nötig, „auf allen diesen Lern- und Bildungsdimensionen das jeweils Zukunftsweisende zu tun, ohne das traditionell Notwendige zu lassen, das ist die wichtigste Schlussfolgerung aus den verfügbaren kognitions-, lern- und entwicklungspsychologischen Erkenntnissen“ (Helmke 2020, S.14). Wir stehen gerade vor einer notwendigen Veränderung der Bildungslandschaft, alte Konzepte müssen überdacht und neue Herausforderungen und Bedingungen müssen in die Überarbeitung mit eingeplant werden. Weinert propagiert sechs fundamentale Bildungsziele (vgl. Helmke 2020, S.14), die auf dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule basieren und die auch während des digitalen Unterrichts vermittelt werden können und sollen: Erwerb intelligenten Wissens Erwerb anwendungsfähigen Wissens (Projektunterricht) Erwerb variabel nutzbarer Schlüsselqualifikationen Erwerb des Lernen Lernens (Lernkompetenz) Erwerb sozialer Kompetenzen Erwerb von Wertorientierungen Beispielhaft möchte ich aufzeigen, wie die Vermittlung der Bildungsziele mit Hilfe des Modellversuchs zum digitalen Klassenzimmer einer dritten Klasse gelingen konnte: Das wichtigste Bildungsziel zu Beginn der Schulschließungen war mir zunächst der Erhalt des gemeinsamen Lernens und somit der Erwerb sozialer Kompetenzen. Die regelgeleitete Zusammenarbeit sowohl im Gruppenunterricht während der Videokonferenzen, als auch die Teamarbeit, welche in Breakout-Räumen (Videokonferenzräume für Kleingruppen) stattfand, unterstützt von mir als Lernbegleiter, ermöglichte den Erwerb und Erhalt von sozialen Kompetenzen. Im Projektunterricht zu Goethes Zauberlehrling entstand ein Film, zu welchem jedes Kind etwas beitrug, sei es durch gezeichnete Bilder oder Wort- und Tonbeiträge. Weinert (Helmke 2020, S.15) spricht von dem Erwerb von intelligentem Wissen. Der feste Tagesablauf mit Tageszielen und Feedback am Ende der jeweiligen täglichen Arbeitseinheit trug dazu bei, den Kindern das Lernen zu lernen und erforderte Expertise über das eigene Lernen. Gefördert wurde es durch angeleitetes, aber selbstständiges Lernen und Reflexionen über das eigene Lernen im Rahmen eines festen Tagesablaufs (vgl. Stricker 2020, S.45). Variabel nutzbare Schlüsselqualifikationen wird nach Weinert (vgl. Helmke 2020, S. 15) begünstigt durch eine Kombination von lehrergesteuertem und schülergesteuertem Unterricht. Ein Beispiel für den Erwerb dieser Schlüsselqualifikation war beispielsweise die Durchführung und Begleitung des Projekts zum Stuntroller: https://www.medienfuerbildung.com/stuntscooter . Dieses Beispiel zeigte mir eindrücklich, wie wichtig es ist, die Interessen und Lebenswelten der Kinder mit einfließen zu lassen und welche herausragenden Ergebnisse erzielt werden können: Ein Schüler, welcher sich sehr uninteressiert an Lerninhalten zeigte, nur das Minimum des gestellten Aufgabenpensums freiwillig erledigte und dessen Mutter sich hilfesuchend an mich wandte, erhielt von mir eine auf seine Interessen abgestimmte Lernaufgabe. Zunächst traf ich mich mit ihm und seiner Mama in einer Videokonferenz, um mögliche Interessen herauszuarbeiten. Nachdem sich herausstellte, dass seine Freizeit wann immer möglich geprägt war von Stuntrollerfahren, erarbeitete ich eine Lernaufgabe zum Thema Trendsportarten, welche ich dem Schüler in Form eines Padlets, einer digitalen Bereitstellung von Aufgaben und Videos zur Verfügung stellte: https://de.padlet.com/christianestricker/Bookmarks Der Schüler erstellte Lernvideos, einen Sachtext und übte parallel dazu neue Stunts mit seinem Roller, welche er umfassend dokumentierte. Sein Lernwille und die Motivation waren gepackt. Der Schüler berichtete mir, dass er so immer lernen möchte, dass es ihm großen Spaß gemacht habe und dass es gar nicht anstrengend oder langweilig war. Entscheidend für den Lernerfolg und umfassender Kompetenzentwicklungen im Rahmen des digitalen Klassenzimmers ist wohl, dass die gesamte Bandbreite der Lernformen von klassischer Konditionierung über Verstärkungslernen, Lernen durch Unterweisung bis zum Beobachtungslernen ausgeschöpft wird (vlg. Helmke 2020, S.15). Dabei sind die Interessen der Kinder mit einzubeziehen, während die Lehrkraft als Lernbegleiter unterstützend tätig ist. 2e. Darstellung von Projektmitarbeiten, in die Studieninhalte eingeflossen sind Das digitale Klassenzimmer, ein Modellversuch zum digitalen Lernen in einer dritten Klasse während der Corona Schulschließungen, sollte dazu dienen, Unterricht sicherzustellen, ein Ort des Miteinanders und des Austausches zu sein und selbstreguliertes Lernen der SchülerInnen weiter zu fördern. Mit diesem Anspruch und begleitet von der These, dass mein Selbstwirksamkeitsgefühl und die Fähigkeit zur Eigenverantwortung entscheidend sind für den Erfolg meines Handelns, begann ich, im „do – it – yourself“ Prinzip eine Möglichkeit zu schaffen, für meine dritte Klasse als Lernbegleiter da sein zu können. Zunächst schuf ich die Lernplattform, eine Homepage: www.medienfuerbildung.com , welche ich mit Aufgaben, Wissen und Informationen für Eltern und Lehrkräfte füllte. Diese Lernplattform diente als Basis für die Einrichtung der täglichen Videokonferenz, die den direkten Austausch während des Lernens ermöglichte. Ausgestattet mit diesen beiden „Tools“, war es möglich, täglichen Unterricht anzubieten und fortzusetzen. Während dieser Zeit stand ich regelmäßig vor großen Herausforderungen, entweder waren diese technischer (es fehlte die technische Ausstattung sowie das Know-how) oder menschlicher Art, da ich keine Unterstützung durch Schule, Schulamt oder Träger erfuhr. Dennoch im Sinne der Kinder und ihrem Recht auf Bildung zu handeln war mein oberstes Prinzip. Welche Gelingensbedingungen auf der einen Seite und welche Haltung auf der anderen Seite waren nötig, um Lernen zu sichern? Grundsätzlich bedurfte es auf Seiten der Lehrkraft einer offenen Haltung für Neues, einen forschenden Habitus (vgl. Bastian 2017, S.69) und eigenverantwortlichen Handelns. Es war eine Reise ins Ungewisse mit der Fähigkeit, neue Handlungssituationen zu konzeptionieren, die so Bastian „nur begrenzt planbar sind und deren Entwicklung nur begrenzt prognostizierbar ist“ (Bastian 2017, S.69). Da auch nicht vorherzusehen war, welche Unterstützung ich erhalten würde, half es sehr, dass ich glücklicherweise mit einem Selbstwirksamkeitsgefühl ausgestattet war, das mich jegliche Herausforderung angehen ließ, obwohl ich beispielsweise selbst über wenig Wissen zum digitalen Lernen verfügte und auf Widerstände im Kollegium stieß. Aus pädagogischer Sicht war das Projekt bereits zu Beginn ein Erfolg: täglich gemeinsam Neues lernen begleitete meine Klasse und mich. Dies entsprach dem Recht auf Bildung und rechtfertigte mein Handeln, da der Staat unter anderem die Pflicht hat, „dafür Sorge zu tragen, dass möglichst jeder Mensch eine seiner Begabung entsprechende Bildung erhalten kann“ (Rux 2011, S.58) so Rux im Studienbrief zum Schulrecht. Die Teamarbeit mit einer Kollegin erleichterte das Weiterentwickeln des digitalen Unterrichts. Gemeinsam planten wir Unterricht, erstellten Lernvideos und tauschten uns über die Erfahrungen während des Unterrichtens aus. „Die Praxisgemeinschaft ist damit das sine qua non der Unterrichtsentwicklung“ (Bastian 2017, S.74), so Bastian. Auf Seiten der SchülerInnen war zunächst zu klären, welche digitale Ausstattung vorhanden sein würde. Grundsätzlich plante ich mein Lernangebot so, dass Kinder mit Smartphone, Tablet oder PC am Unterricht teilhaben konnten. Dies sollte der sozialen Ungleichheit vorbeugen. In einer Umfrage vor Beginn der Videokonferenzen klärte ich mit Hilfe eines Fragebogens, welche meiner SchülerInnen welche Geräte zur Verfügung haben würden und erprobte jegliche Möglichkeiten aus. Diejenigen, die nach der Testphase noch Probleme technischer Art hatten, besuchte ich vor ihren Haustüren, streng an die Hygienevorschriften haltend, installierte die Technik und erklärte Funktionsweisen, so dass sichergestellt war, dass jeder, der am Unterricht teilhaben wollte, dies auch konnte. An dieser Stelle hätte ich mir die Infrastruktur und Unterstützung durch Schulamt und Träger gewünscht, aber letztlich ließ es sich das Projekt auch ohne diese Hilfe realisieren. Kinder, welche über kein Gerät verfügten, erhielten Leihgeräte, welche ich mit Hilfe von Eltern organisierte. Auch in diesem Punkt sind Kooperationen unerlässlich. Technik, Haltung und Innovationswille waren nun vorhanden, nun ging es in die konkrete Unterrichtsplanung, die ähnlich meines Präsenzunterrichts erfolgte. Da mein regulärer Unterricht geprägt ist von Selbstständigkeit, eigenständigem Denken und einem eigenverantwortlichen Zugang zum Lernen (vgl. Bastian 2017, S.75) unterschied sich das digitale Klassenzimmer lediglich in einem Tool, dem Klassenraum. Die tägliche Tagestransparenz, mit Festhalten der Lernziele, dem eigenverantwortlichen Arbeiten in den Arbeitsphasen und die Evaluation der Tagesziele unterschieden sich kaum vom Unterricht in der Präsenzzeit. Für SchülerInnen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf blieb ich vormittags vollständig digital ansprechbar, so dass eine permanente Lernbegleitung gesichert war. Der Unterricht selbst war über einen mehrdimensionalen Zugang zum Lernen gesichert. Ich unterschied zwischen Projekt, Lehrgang und Training (vgl. Bastian 2017, S.75). Auf meiner Homepage sind vielfältige Ergebnisse der SchülerInnen präsentiert, auf welche ich, dem Umfang dieser Arbeit geschuldet, nicht vertiefend eingehen kann. Auch wenn ich selbst zu Beginn des Projekts skeptisch war, ob die SchülerInnen mit der Herausforderung des digitalen Lernens umgehen können, legte sich diese Skepsis recht schnell, da alle SchülerInnen permanent einen Lernzuwachs zu verzeichnen hatten. Um mir dessen auch sicher zu sein, führte ich regelmäßig unbenotete Lernstandskontrollen durch, die den SchülerInnen als solche nicht bewusst sein sollten, um keinen Stress aufzubauen. Unser Lernen sollte individualisiert, kindgerecht und verhältsnismäßig sein und ein Wir – Gefühl aufrechterhalten. Fazit: Retrospektiv betrachtet war mein Modellversuch sehr gewagt. Zwar hatte ich vom ersten Tag an meine Ziele für die Lernentwicklung der SchülerInnen immer im Blick, jedoch war nicht gesichert, dass ich diese Ziele auch mit Gewissheit erreichen werde, da das Projekt aus zu vielen Unbekannten bestand. Letztlich verlor ich meine Schule und vor allem meine Klasse mit der Begründung, „den Schulfrieden gestört“ zu haben (zuständiges Schulamt 2020). Man ordnete mich aufgrund meiner Tätigkeiten im Rahmen der Unterrichtsentwicklung ab. Dies erschütterte mich im Nachhinein sehr. Wenn ich mir dessen bewusst gewesen wäre, weiß ich nicht, ob ich mich nochmals dafür entscheiden würde. Da ich aber aus voller Überzeugung Pädagogin bin, arbeite ich weiter an meinem Projekt, da es im Sinne des Lernens der Kindern ist, für diese als Lernbegleiter da zu sein. Die projektorientierte Arbeit des digitalen Klassenzimmers, verbunden mit den Kompetenzen, die die Kinder nicht zuletzt im digitalen Lernen errungen haben, sind es Wert, den Weg weiter zu beschreiten, die Arbeit zu evaluieren und zu professionalisieren. Meine Haltung scheint eine entscheidende Rolle dazu beigetragen zu haben, das Projekt als gelungen und fortzuführen würdig zu bezeichnen (vgl. Zitate von Eltern und SchülerInnen: https://www.medienfuerbildung.com/das-digitale-klassenzimmer-ein-proj ). 2 f. Reflexion über Schlüsselerlebnisse Eine ganz zentrale Frage begleitet mich vom ersten Tag der Schulschließungen aufgrund der Pandemie durch SARS – Covid 19: Wie kann es gelingen, zukunftsfähige verlässliche Bildung in der digitalisierten Welt für GrundschülerInnen zu ermöglichen? Von dieser Frage geleitet, die sich als Gretchenfrage entpuppte, versuchte ich ein Konzept zu entwickeln, welches dem Anspruch zukunftsfähig und verlässlich gerecht werden könnte. Es erschien mir nicht tragfähig, SchülerInnen mit Aufgaben zu bestücken, welche sie in Alleinarbeit zu Hause erledigen sollten. Zudem wollte ich die Eltern entlasten, welche ohnehin auf vielfältige Weise durch die Situation stark beansprucht waren. Diese Ausgangsituation ließ mich neue Wege gehen, bewirkte eine Veränderungsbereitschaft in mir, da ich bisher völlig überzeugt von sozialer, realer Interaktion war und digitales Lernen keine Rolle spielte. Innovative Aktivitäten (vgl. Bastian 2017, S. 71) wurden geweckt, welche ich erläutern möchte. Bereits in der ersten Woche der Schulschließungen begann ich, Ideen zu entwickeln, die dem allgemeinen Trend Wochenpläne herauszugeben, bestückt mit Aufgaben, die die Kinder aufforderten Arbeitsblatt für Arbeitsblatt oder Seite für Seite im Buch abzuarbeiten, entgegenstanden. Mein realer Unterricht fördert Selbstständigkeit, ist geprägt von offenen Aufgaben und Interessenserkundungen der Kinder und ist vor allem von mir als stetiger Lernbegleiter unterstützt. Diese Merkmale von Unterricht wollte ich auch trotz Pandemie weiterführen. So entstand zunächst trotz vielfältiger Widerstände die Idee, eine Homepage für die SchülerInnen zu entwickeln, welche als Lernplattform dienen sollte. „Eines der wichtigsten Ziele von digitaler Bildung sollte es sein, den Computer sinnvoll in die soziale Kommunikation zwischen Lehrkräften und ihren SchülerInnen einzubinden.“, konstatiert Aufenanger. (Aufenanger 2020, S. 6). Die Lernplattform als solche ermöglichte zu Beginn jedoch keine soziale Kommunikation, daher entwickelte ich eine weitere Idee: die Möglichkeit des Chats mit mir. Ich holte mir die Einverständniserklärungen der Eltern ein und chattete mit den Kindern, deren Genehmigung ich dazu hatte. Das Chatten stellte eine Verbesserung der Situation dar, entsprach aber noch immer nicht meinen Vorstellungen von gutem Unterricht und den Aufgaben einer Lehrkraft. Ein weiterer Entwicklungsschritt zur Professionalisierung der pädagogischen Arbeit wurde nötig (Bastian 2017, S. 71): das Einrichten des täglichen Videochats, welchen ich ausführlich auf meiner Homepage dokumentierte (https://www.medienfuerbildung.com/das-digitale-klassenzimmer-ein-proj ). Mit Hilfe dieses Tools gelang es, täglichen Unterricht anzubieten, das Wir – Gefühl zu fördern und die SchülerInnen auf ihrem Lernweg zu begleiten. Der Unterricht als solches folgte ähnlichen Strukturen, wie derjenige, den ich auch im realen Unterricht plane. SchülerInnen arbeiteten projektorientiert und fächerverbindend. Die Zeit dieses Unterrichts war für mich als Lehrkraft aber auch für die Kinder sehr gewinnbringend. Sie lernten ohne Notendruck in ihren jeweiligen Tempi, gemeinsam, alleine, mit Partner oder in Kleingruppen, was mit Hilfe von Breakout Räumen möglich war. Der ritualisierte Morgenkreis verschaffte einen Überblick über den Tagesablauf und die Kinder setzten sich Tagesziele, die wir im Anschluss an den täglichen Unterricht reflektierten. Noch bevor die Osterferien begannen, stellten mir die Kinder Fragen wie: "Frau Stricker, sehen wir uns hier in den Ferien?" "Frau Stricker, können wir das auch weitermachen, auch wenn die Schule wieder normal weitergeht?" "Frau Stricker, darf ich länger bleiben, hast du noch eine Aufgabe?" Dies hatte Einfluss auf mein Selbstwirksamkeitsgefühl und motivierte mich zu weiteren Innovationen. Ich stellte den Unterricht auf ein Flipped Classroom Modell (https://www.medienfuerbildung.com/blended-learning ) um und erstellte hierfür gemeinsam mit einer Kollegin unterschiedlichste Lernvideos. Die gemeinsame Arbeit mit der Kollegin und den Akteursgruppen (Eltern und SchülerInnen) ermöglichte eine professionelle Kooperation und war Kern der Entwicklung meiner beruflichen Kompetenz (vgl. Bastian 2017, S. 74). Leider war nicht alles nur von Erfolg gekrönt. Ich bekam die Unruhen zwar zunächst nicht mit, jedoch wurde mir zum Ende der Notwendigkeit dieser Beschulung, da die Schulen wieder öffneten, mitgeteilt, dass ich den Schulfrieden gestört hätte und man ordnete mich aufgrund dessen in eine andere Schule ab. Gerne hätte ich mich über mein Projekt in unserem kleinen Kollegium ausgetauscht, meine Erfahrungen und auch Ängste geteilt. Doch leider wurde mir dies versagt, was mich im Nachhinein unterschiedlichste Gefühle durchleben ließ. Ich war hin- und hergerissen davon, ob ich trotz des Erfolgs meines digitalen Klassenzimmers nicht doch alles beenden und von nun an lieber ohne Innovation „Befehlsentgegennehmer“ werden sollte. Meine pädagogische Haltung verbietet mir dies zum Glück und letztlich bin ich sehr froh darüber. Es war eine wunderbare Zeit mit den SchülerInnen und Eltern, die weder die Eltern, noch die SchülerInnen oder ich missen möchten. Meine Arbeit, das Erstellen von Lernvideos, die Pflege der Homepage und Recherche nach guten Aufgaben, die Ausarbeitung von digitalen Konzepten und die Kooperation mit anderen, werde ich weiter fortsetzen und die Tatsache, dass ich den Schulfrieden gestört hätte, nehme ich als klaren Hinweis dafür, dass Innovation Unruhe mit sich bringt. Den Schulfrieden zu stören muss ich wohl manchmal für Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse in Kauf nehmen. 3. Resümee Die vorliegende Arbeit kann nur exemplarisch den Umfang und Gehalt des Modellversuchs zum digitalen Klassenzimmer darstellen. Die Fragestellung bzw. das Ziel der Arbeit wird dennoch insofern geklärt und erreicht, da die Lernziele und Kompetenzen auf Seiten der Kinder aufgezeigt und wichtige Gelingensbedingungen aus pädagogischer Sicht dargestellt werden. In der Umfrage das „Deutsche Schulbarometer Spezial“ (Deutsches Schulportal 2020) wurden wesentliche Probleme von Schule aufgezeigt. Die Lehrerbefragung ergab, dass vor allem die Grundschulen schlecht auf die Schließungen vorbereitet waren. Es fehlte an technischer Ausstattung. Die meisten Lehrkräfte, 66 %, gaben an, dass ihre Schule in Bezug auf die technische Ausstattung weniger gut oder schlecht auf die Situation vorbereitet war. Darüber hinaus mangelte es an geeignetem Wissen zum digitalen Lernen. Hieran gilt es zukünftig im Rahmen von Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozessen sowie in der Ausbildung zu arbeiten. Weitere Gelingensbedingungen für Lernen sind der direkte Austausch miteinander und Reflexionsprozesse. Nur wer mit seinen SchülerInnen in Kontakt steht, ist auch in der Lage Bildung zu vermitteln. Mit Hilfe des digitalen Klassenzimmers war der tägliche Kontakt gesichert. SchülerInnen benötigen die Fähigkeit, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Diese Kompetenz muss von Lehrkräften vermittelt und gemeinsam geübt werden. Digitale Medien sind ein Tool, um in Kontakt zu bleiben. Wer es nutzt, um Arbeitsblätter oder Schulbuchseiten bearbeiten zu lassen, wird sicherlich weniger Lernerfolge erzielen, als derjenige, der die Medien sinnvoll einsetzt. Es kommt daher auf die Lehrpersonen an, die den Unterricht auf die Bedingungen anpassen und entwickeln. Die Gretchenfrage, ob Schule leistet, was sie leisten soll, ist mehr denn je in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Routinen müssen kritisch reflektiert werden. Der Prozess der Unterrichtsentwicklung ist entscheidend. Schulleitungen und Lehrkräfte entwickeln im Idealfall mit den Akteuren der Schule gemeinsam neue Konzepte, binden Bewährtes ein und sind offen für Neues. Ressourcenschonende Konzepte durch gegenseitiges Unterstützen können helfen, Lehrkräften die Angst vor neuer Herausforderung, hoher Arbeitsbelastung und Überforderung zu nehmen. Fächerverbindende Projektarbeiten tragen dazu bei, der zu vermittelnden allseitigen Bildung gerecht zu werden. SchülerInnen arbeiten individuell nach ihrem Lernstand an ihren Aufgaben und erweitern ihr Wissen und ihre Kompetenzen individuell. Lehrkräfte professionalisieren ihr pädagogisches Handeln im Erarbeiten unterschiedlicher Unterrichtsformen (vgl. Bastian 2020, S. 77). Die Schülerperspektive sollte hierbei stets mit einbezogen werden. Schulleitungen sind gefragt, Lehrkräfte trotz nachvollziehbarer Widerstände (vgl. Bastian 2020, S.71) davon zu überzeugen, gemeinsam Schule weiterzuentwickeln, um zukunftsfähige Bildung anzubieten. 4. Literaturangaben: Aufenanger, Stefan (2020). Digitale Bildung. In: Friedrich Jahresheft #schuleDIGITAL. Bastian, Johannes (2017). Unterrichtsentwicklung. Studienbrief SM00520 Schulmanagement. Diethelm, Ira (2016). Digitale Bildung für den stetigen Wandel. In: Pädagogische Führung, H. 4/2016. Helmke, Andreas (2018). Unterrichtsqualität und Unterrichtsdiagnostik – Konzepte, Messung, Veränderung. Studienbrief SM0510 Schulmanagement. Klimmt, Christoph (2020). 5 Empfehlungen für digitales Unterrichten im Schuljahr 2020/21: Von der Corona-Stolperfalle zum systematischen Ansatz. www.unterrichten.digital , abgerufen am 19.08.2020. Muhle, Stefan (2020). 5 Punkte für eine zügige Digitalisierung der Schulen in Niedersachsen. www.unterrichten.digital , abgerufen a, 03.08.2020 Priebe, Botho (2020). 15.08.2020. Schule in Zeiten von Corona: gesund, stark, solidarisch https://friedrich-verlag.edudip.com/w/367730?wkz=205484&utm_source=Newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Webinar_SL_Corona Rolff, Hans-Günther/Brägger, Gerold (2020). Kompetenzorientiert unterrichten und Lernen mit digitalen Medien. Weinheim: Beltz. Rux, Johannes (2011). Schulrecht. Studienbrief SM0320 Schulmanagement. Spitzer, Manfred (2014). Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. München: Droemer. Stricker, Christiane (2020). Ein digitales Abenteuer. Grundschule. 4/2020, 44/45. Zierer, Klaus (2020). Lernen 4.0. 3. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider. Bildquellen: Rolff, Hans-Günther/Brägger, Gerold (2020). Kompetenzorientiert unterrichten und Lernen mit digitalen Medien. Weinheim: Beltz. Ruppaner, Stefan/ Zylka, Johannes (2020). 05.08.2020. Veränderte Pädagogik braucht veränderte Strukturen – Impulse für Schulentwicklung am Beispiel der Alemannenschule Wutöschingen. https://unterrichten.digital/2020/06/03/ruppaner-alemannenschule-wutoeschingen-schule2030/ Internetquellen: https://de.padlet.com/christianestricker/Bookmarks (erstellt von Christiane Stricker) www.medienfuerbildung.com (Internetseite von Christiane Stricker) https://deutsches-schulportal.de/unterricht/das-deutsche-schulbarometer-spezial-corona-krise/

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Was sind personenbezogene Daten?

Personenbezogene Daten sind persönliche Daten von dir wie zum Beispiel dein Name, deine Adresse, dein Geburtsdatum, deine E-Mail-Adresse oder deine Schule, aber auch die Nummer, unter der dein Computer, Smartphone, Laptop oder Tablet erreichbar ist. Das nennt man IP-Adresse.

Welche Daten werden an grundschulkinder.com übermittelt?

Wenn du die die Homepage grundschulkinder.com aufrufst, schickt mir dein Computer, Smartphone, Laptop oder Tablet Informationen.
Diese Informationen nennt man Daten. Die Daten zeigen

  • eine Nummer (IP-Adresse), unter der dein Computer, Smartphone, Laptop oder Tablet erreichbar ist

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grundschulkinder.com speichert diese Daten, damit ich weiß, was Kinder auf grundschulkinder.com machen, was euch besonders gut gefällt und ob es technische Probleme auf der Internetseite gibt. Diese Daten geben wir nicht an andere Personen weiter.
Wir sammeln nur die Daten über deinen Computer, Smartphone, Laptop oder Tablet, die wir unbedingt brauchen.
Wenn du nicht möchtest, dass diese Daten gesammelt werden, können deine Eltern auf dieser Internetseite „https://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de“ die Einstellung ändern.

Wann erfrage ich Daten von dir?

Ich erfrage nur dann Daten von dir, wenn ich sie unbedingt brauche. Zum Beispiel brauche ich eine E-Mail-Adresse, wenn du mir eine Nachricht sendest (über „wollen wir chatten“) und eine persönliche Antwort möchtest. Diese Daten werden nicht weitergegeben.

Warum müssen meine Eltern Bescheid wissen?

Du musst immer deine Eltern um Erlaubnis fragen, bevor du persönliche Informationen über dich über das Internet verschickst. Sie sind verantwortlich für dich und müssen wissen, wo du welche Daten angibst. Deshalb brauchen wir auch das Einverständnis deiner Eltern, wenn du uns eine Nachricht über „wollen wir chatten“ schickst.

Werden meine Daten wieder gelöscht?

Wenn du mir Informationen über dich geschickt hast, behalte ich deinen Namen und deine E-Mail Adresse nur so lange, bis ich geantwortet haben. Ich gebe sie nicht weiter und nach spätestens 2 Monaten wird sie gelöscht.

Welche Rechte habe ich?

Damit du nicht den Überblick verlierst, kannst du im folgenden Überblick nachlesen, welche Rechte du bei der Nutzung von grundschulkinder.com hast.

  • Du kannst dich jederzeit bei mir informieren, ob ich Daten von dir habe.

  • Du kannst mir sagen, wenn ich falsche Daten von dir berichtigen sollen

  • Du kannst jederzeit verlangen, dass ich deine Daten sofort löschen soll

  • Du kannst mir jederzeit mitteilen, wenn ich deine Daten nicht verarbeiten darf

  • Du darfst dich bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren

Ich hoffe, dass du alles gut verstehen konntest. Wenn du Fragen dazu hast, kannst du mir gerne eine E-Mail schreiben an christiane.stricker@yahoo.de

Frage deine Eltern, ob du mir eine Mail schicken darfst.

Christiane Stricker

 

Verantwortlich für diesen Dienst ist:

Christiane Stricker

christiane.stricker@yahoo.de

 

Mit dem Zugriff auf die Website stimmen Sie den in diesen Datenschutzerklärungen beschriebenen Gepflogenheiten zur Datenerfassung und -verwendung zu.

 

b.     Zugriffsdaten

Bei jedem Zugriff auf Inhalte dieses Internetangebots können Daten über Ihren Besuch erfasst werden, wie beispielsweise

  • Name der angeforderten Daten

  • Zeitpunkt der Anforderung

  • übertragene Datenmenge

  • Fehlerstatus

  • IP-Adresse des anfordernden Rechners

  • Browserversion

  • Website von der Sie auf unsere Website gelangt sind

Diese Daten werden ausschließlich für das Betreiben und die Verbesserung der Website sowie für statistische Auswertungen verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

 

c.     Kontaktaufnahme

Bei der Kontaktaufnahme per E-Mail werden die Angaben des Nutzers zwecks Bearbeitung der Anfrage sowie für den Fall, dass Anschlussfragen entstehen, gespeichert. Christiane Stricker als "Medienfuerbildung.com" behandelt personenbezogene Daten der Nutzer vertraulich und weist darauf hin, dass diese Daten elektronisch verarbeitet und regelmäßig, wie vom Gesetzgeber vorgegeben, gelöscht werden.

 

d.     Kontaktaufnahme durch Kinder

Personen unter 18 Jahren sollten ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten keine personenbezogenen Daten an mich übermitteln.

   

e.  Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde

Im Falle datenschutzrechtlicher Verstöße steht dem Betroffenen ein Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu. Zuständige Aufsichtsbehörde in datenschutzrechtlichen Fragen ist der Landesdatenschutzbeauftragte des Bundeslandes, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Eine Liste der Datenschutzbeauftragten sowie deren Kontaktdaten können folgendem Link entnommen werden: https://www.bfdi.bund.de/DE/Infothek/Anschriften_Links/anschriften_links-node.html.

 

f.   Umgang mit personenbezogenen Daten

Personenbezogene Daten des Nutzers werden von Christiane Stricker "grundschulkinder.com" nur dann erhoben, genutzt und weitergegeben, wenn es gesetzlich erlaubt ist oder der Nutzer in die Datenerhebung eingewilligt hat. Christiane Stricker verarbeitet Ihre personenbezogenen Daten nur zu den in dieser Datenschutzerklärung genannten Zwecken. Eine Übermittlung Ihrer persönlichen Daten an Dritte zu anderen als den genannten Zwecken findet nicht statt. Ich gebe Ihre persönlichen Daten nur an Dritte weiter, wenn:
Sie Ihre ausdrückliche Einwilligung dazu erteilt haben,
die Verarbeitung zur Abwicklung eines Vertrags mit Ihnen erforderlich ist,
die Verarbeitung zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich ist,
die Verarbeitung zur Wahrung berechtigter Interessen erforderlich ist und kein Grund zur Annahme besteht, dass Sie ein überwiegendes schutzwürdiges Interesse an der Nichtweitergabe Ihrer Daten haben.

g. Löschung und Nutzung der Daten
Christiane Stricker hält sich an die Grundsätze der Datenvermeidung und Datensparsamkeit. Sie speichert Ihre personenbezogenen Daten daher nur so lange, wie dies zur Erreichung der hier genannten Zwecke erforderlich ist oder wie es die vom Gesetzgeber vorgesehenen vielfältigen Speicherfristen vorsehen. Nach Fortfall des jeweiligen Zweckes bzw. Ablauf dieser Fristen werden die entsprechenden Daten routinemäßig und entsprechend den gesetzlichen Vorschriften gesperrt oder gelöscht.

h. Cookies

Die Internetseiten verwenden teilweise so genannte Cookies. Cookies richten auf Ihrem Rechner keinen Schaden an und enthalten keine Viren. Cookies dienen dazu, mein Angebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Cookies sind kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden und die Ihr Browser speichert.

Die meisten der von uns verwendeten Cookies sind so genannte “Session-Cookies”. Sie werden nach Ende Ihres Besuchs automatisch gelöscht. Andere Cookies bleiben auf Ihrem Endgerät gespeichert bis Sie diese löschen. Diese Cookies ermöglichen es, Ihren Browser beim nächsten Besuch wieder zuerkennen.

Sie können Ihren Browser so einstellen, dass Sie über das Setzen von Cookies informiert werden und Cookies nur im Einzelfall erlauben, die Annahme von Cookies für bestimmte Fälle oder generell ausschließen sowie das automatische Löschen der Cookies beim Schließen des Browser aktivieren. Bei der Deaktivierung von Cookies kann die Funktionalität dieser Website eingeschränkt sein.

Cookies, die zur Durchführung des elektronischen Kommunikationsvorgangs erforderlich sind, werden auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO gespeichert. Der Websitebetreiber hat ein berechtigtes Interesse an der Speicherung von Cookies zur technisch fehlerfreien und optimierten Bereitstellung seiner Dienste. Soweit andere Cookies (z.B. Cookies zur Analyse Ihres Surfverhaltens) gespeichert werden, werden diese in dieser Datenschutzerklärung gesondert behandelt.

 

i.   Rechte der Nutzer

Jeder Nutzer hat das Recht, auf Antrag unentgeltlich Auskunft zu erhalten, ob personenbezogene Daten über ihn verarbeitet werden und auf Auskunft über diese Daten sowie auf weitere Informationen und Kopie der Daten. Jeder Nutzer hat das Recht, die Vervollständigung der ihn betreffenden personenbezogenen Daten oder die Berichtigung der ihn betreffenden unrichtigen Daten zu verlangen.

Zusätzlich kann jeder Nutzer die Löschung von ihn betreffenden personenbezogenen Daten verlangen, sofern dem keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.

Weiterhin steht jedem Nutzer das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung und das Recht auf Widerruf der Verarbeitung seiner personenbezogenen Daten mit Wirkung für die Zukunft zu.

Jeder Nutzer hat außerdem das Recht, eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde einzureichen.

 

j.    Änderung unserer Datenschutzbestimmungen

Ich behalte mir das Recht vor, meine Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen zu verändern, soweit dies wegen der technischen Entwicklung erforderlich wird. In diesen Fällen werden wir auch unsere Hinweise zum Datenschutz entsprechend anpassen. Bitte beachten Sie daher die jeweils aktuelle Version meiner Datenschutzerklärung.

k. Links zu anderen Webseiten

Auf grundschulkinder.com verlinke ich auch auf andere Webseiten. Ich habe diese Seiten vor der Verlinkung überprüft und habe keine Inhalte finden können, die gegen Gesetze verstoßen. Ich habe jedoch keinen Einfluss auf verlinkte Seiten, weder was den Inhalt anbetrifft, noch den Datenschutz. Beim Verlassen auf andere Webseiten erscheint zuvor ein Hinweis. 

 

Stand der Datenschutzerklärung: 05.03.2025

Für Fragen zur Datenschutzerklärung schreiben Sie bitte Christiane Stricker "grundschulkinder.com" eine Mail (siehe Kontakt).

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